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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 27.06.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 27.06.2016:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Leifheit - Cash generieren mit Teilverkauf über 54,75 EUR

Leifheit hält sich bislang recht gut in diesem Ausverkauf. Dennoch gehe ich davon aus, dass es noch schlimmer wird, bevor es besser wird. Ich würde daher einen Teil der Leifheit-Position verkaufen, um unsere Barposition zu stärken. 

Der Brexit und seine Folgen

Wir befinden uns nun mitten in einer politischen Börse und anders als das alte Sprichwort, das politische Börsen kurze Beine haben, glaube ich inzwischen, dass wir ein Stadium des Sozialismus erreicht haben, in dem Unternehmen maßgeblich von der Politik abhängig sind. Und der Brexit, der Verlust eines Kämpfers für marktwirtschaftliche Prozesse innerhalb der EU, stärkt die Club-Med Länder, die gerne den Wohlstand der Nordländer verteilen möchten. 

Sie kennen mich als (fast) unverbesserlichen Optimist, doch ich betrachte den Brexit als epochales Ereignis, das die Europäische Union in Frage stellt. Die Briten waren wichtige Verbündete der Deutschen im Bestreben, den Märkten ausreichend Spielraum zu überlassen. Nun sieht sich Deutschland alleine den Franzosen, Italienern und Spaniern gegenüber, um eine stabilitätsorientierte Politik durchzusetzen. Ich denke, dieser Wettkampf ist nun verloren. 

Wer sind die großen Verlierer?

Der Brexit könnte ein Weckruf sein, ein Weckruf für die EU, und nicht für die Briten. Die EU muss nun nicht "besonnen das Ergebnis analysieren", sondern einen Kurswechsel vornehmen. Stattdessen wird in den Medien die Bewegung hochstilisiert, die das Ergebnis des Referendums anzweifelt, oder aber die Entscheidung für zu knapp hält und daher wiederholen möchte oder ähnliches. Es wird versucht, die Briten als die Verlierer darzustellen, die nun traurig ein langes Gesicht machen. 

Ja, ich stimme dem zu, dass die Briten verlieren werden. Aber auch die EU wird verlieren. So wie es bislang lief konnte es nicht weitergehen. Über den Willen des Volkes hinweg wurden eins ums andere politische Entscheidungen getroffen. Ich erinnere mich an die europäische Verfassung, die per Volksabstimmung hätte verabschiedet werden müssen und eine breite Basis für Europa gebildet hätte. Das kam nicht zustande, weil das europäische Konzept noch nicht zu Ende gedacht ist. Und das Konzept weiterzuentwickeln wurde mit dem Vertrag von Lissabon eine Verfassung durch die Hintertür verabschiedet. 

Sie alle kennen meine vehemente Kritik an der Politik der EZB. Wir befinden uns mitten in einer Zeit des Geld Druckens (digitales Geld), eine Situation, die wir Deutschen niemals mehr haben wollten. 

Sie alle kennen meine Kritik an den Griechenlandhilfen: Die große Mehrheit der europäischen Bevölkerung wollte den Griechen frühzeitig den Austritt ermöglichen. doch die Politik hat dies teuer unterbunden. 

Die Briten sind Teamplayer, sie kennen es, dass man manchmal einen Einstecken muss, damit das Team am Ende gewinnt. für mich ist der Brexit "one for the Team" - die Briten halten ihren Kopf hin, damit die europäische Idee weiterentwickelt werden kann. Es wäre wünschenswert, wenn das in Brüssel auch so gesehen wird. Doch aus Brüssel hören wir nun, dass man den Scheidungsvertrag mit den Briten so gestalten muss, dass es keine Nachahmer geben wird. 

Absicherungen gegen einen erneuten Rückschlag ratsam

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese epochale Entscheidung bereits mit dem Kurseinbruch am Freitag früh an den Finanzmärkten ausreichend eingepreist wurde. Ich würde daher unser Portfolio verkleinern und im Falle deutlich höherer Kurse im weiteren Wochenverlauf sogar einen Put ins Depot holen, um uns gegen einen erneuten Rückschlag abzusichern. 

Leifheit hält sich heute recht gut, weil dem Unternehmen wenig Beziehungen zu den Briten nachzuweisen sind. Das Handelsvolumen bei Leifheit ist jedoch gering, daher würde ich nur limitiert verkaufen. Als Limit würde ich 54,75 Euro nehmen. 

Freundliche Grüße

ekip.de AG c/o Stephan Heibel


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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