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Veröffentlicht von Redaktion "rohstoffe kompakt" am 04.03.2009

Lebendrind - Nährwert fürs Depot

Lebendrind - Nährwert fürs Depot

Als Hausrind oder schlicht Rind bezeichnet man das wegen seines Fleisches, seiner Milch und seiner Zugleistung domestizierte Wildrind. Die heutigen Hausrinder stammen ursprünglich aus Anatolien und dem Nahen Osten. Die Entwicklung zum Hausrind erfolgte bereits im 9. Jahrtausend v. Chr. Die größte Herde an Schlachtrindern gibt es mit 200 Millionen Tieren heute in Brasilien.

Neben Milch, Fleisch und Leder liefern Rinder Gülle oder Jauche und Mist, die in der Landwirtschaft als natürliche Düngemittel bzw. auch als Brennund Baumaterial eine wichtige Rolle spielen, außerdem erfüllen besonders Ochsen in vielen Teilen der Welt noch heute als Zugtiere für Karren oder zum Pflügen eine wichtige Funktion.


Fundamentale Hintergrundinformationen

Je wohlhabender die Bevölkerung wird, desto stärker steigt der Fleischkonsum. Insgesamt basiert die Angebotsverknappung auf dem Nahrungsmittelmarkt in den vergangenen Jahren natürlich auf dem Wachstum der Emerging Markets, insbesondere China und Indien. Hier steigen einerseits die Bevölkerungszahlen und andererseits langfristig auch das Pro-Kopf-Einkommen an. Da sich klar feststellen lässt, dass sich mit zunehmendem Wohlstand, von zyklischen Konjunkturschwankungen einmal abgesehen, auch die Ernährungsgewohnheiten der Menschen ändern, hat dies klare Auswirkungen auf den Nahrungsmittelmarkt: je wohlhabender die Bevölkerung, desto höher die Nachfrage nach Nahrungsmittelrohstoffen wie Fleisch.


Investment-Case

Dabei wird deutlich: Nur weil die Konjunktur in den USA schlecht läuft und wir mit einer noch lange nicht ausgestandenen Finanzkrise kämpfen, bedeutet das noch lange nicht, dass die Bevölkerung der wachstumsstarken Schwellenländer weniger Nahrungsmittel benötigt. Natürlich haben auch die Preise der Nahrungsmittelrohstoffe im Zuge der allgemeinen Marktkorrektur Federn gelassen, aber gerade z.B. bei Lebendrind (Live Cattle) fiel dieser Preisrückgang deutlich unterproportional aus.


Technik & Trading

Der Preisfuture auf Lebendrind (Live Cattle) befindet sich nun just auf Höhe der unteren Begrenzungslinie des seit Mai 2002 bestehenden langfristigen Aufwärtstrendkanals. Sollte Lebendrind von der unteren Aufwärtstrendkanallinie nach oben hin abprallen, entstünde im Rahmen des bestehenden Aufwärtstrendkanals aus technischer Sicht eine Trading- Möglichkeit auf der Longseite. Das analytisch mögliche Aufwärtspotenzial wäre jenseits der Marke von 120 ct/lb anzusiedeln (aktueller Lebendrindpreis: 84 ct/lb). Entsprechend können Anleger derzeit die restriktiv im Bereich der 80er-Marke abgesicherte Einnahme einer Longposition erwägen. Unterhalb von 80 ct/lb läge ein bearisher Bruch des Trendkanals vor, d.h. es müsste ein bearishes Trendbruchszenario mit anschließender Unterschreitung des vorangegangenen signifikanten Verlauftiefs konstatiert werden. Insofern eignet sich diese Marke zur Platzierung eines Stop-Loss zum Zwecke der Absicherung etwaiger Longengagements in Lebendrind gleich in mehrfacher Hinsicht. Hinzu kommt, dass der zu erwartende Einstiegspreis aktuell nur rund 5% über dem Stop-Loss-Preis notiert, was in der Regel einem überschaubaren Handelsrisiko entspricht.


Fazit

Fundamental erscheint im Rahmen einer gesunden Portfoliodiversifikation ein moderat bis gering gewichtetes Engagement in Lebendrind langfristig sinnvoll. Kurzfristig scheint aus technischen Timing-Gesichtspunkten ein interessanter Einstiegszeitpunkt gegeben. Dennoch kommt ein Investment in Lebendrind nur für langfristig ausgerichtete Investoren infrage, die mit höheren Marktvolatilitäten gelassen umgehen können.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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