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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 17.02.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 17.02.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Kommt jetzt die Korrektur?

Diese Frage plagt derzeit viele Anleger, vorzugsweise diejenigen, die den steigenden Kursen nur hinterhergeschaut haben, ohne selbst in ausreichendem Maße investiert zu sein. Diese Anleger sehnen sich natürlich nach einem Rückschlag, um diesen dann zum Einstieg bzw. für Nachkäufe nutzen zu können. Das impliziert aber, dass eine mögliche Korrektur nicht besonders heftig ausfallen wird. Einen DAX unter 7.000 Punkten werden wir auf absehbare Zeit nicht mehr sehen!

Allerdings war uns die Aufwärtsbewegung in den vergangenen Tagen dann doch etwas zu schnell. Anfang dieser Woche ist der DAX erstmals seit Januar 2008 wieder über die Marke von 7.400 Punkten gestiegen. Auslöser für den starken Wochenstart waren gute Außenhandelsdaten aus China, welche die Hoffnungen der Anleger auf eine Fortsetzung des strammen Wirtschaftswachstums im Reich der Mitte schürten. Zuletzt hatte es diesbezüglich ja eher Zahlen gegeben, die eine gegenteilige Entwicklung erwarten ließen. Darüber hinaus gibt es zwei übergeordnete Faktoren, die der Aufwärtstendenz am Aktienmarkt Vorschub geben: 1. Umschichtungen vom Anleihenmarkt in den Aktienmarkt. Die mögliche Dynamik, die aus diesen Umschichtungen für den Aktienmarkt entstehen kann, ist kaum zu überschätzen. Weltweit ist die Kapitalisierung der Bondmärkte um ein Vielfaches größer als die der Aktienmärkte. Auch wenn nur ein kleiner Bruchteil davon in den Aktienmarkt umgeschichtet wird, kann das dazu führen, dass Aktien nur noch zu absoluten Knappheitspreisen ihren Eigentümer wechseln. Denn das Kaufinteresse, insbesondere bei den institutionellen Anlegern, ist derzeit zwar groß, die Abgabebereitschaft aber sehr gering. Das zeigen die verhältnismäßig niedrigen Umsätze, unter denen derzeit bei einzelnen Aktien tägliche Kurssprünge von mehreren Prozent stattfinden. 2. Kapitalabzug aus den Emerging Markets. Fonds, die in Schwellenländer investieren, verzeichnen derzeit den höchsten Kapitalabfluss seit Anfang 2008. Seit Anfang des Jahres haben Fonds mit Anlageschwerpunkt Emerging Markets einen Mittelabfluss von netto 3,3 Mrd $ erlitten. Auf Länderebene hatte China mit 1,5 Mrd $ die höchsten Einbußen zu verzeichnen, gefolgt von Brasilien, Indien und Südkorea. Ob das der Beginn einer nachhaltigen Trendwende oder nur der Ausdruck einer vorübergehenden Verunsicherung bei den Anlegern ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Die Auswirkungen dieser Kapitalabflüsse können jedoch nicht ignoriert werden. Profiteure der oben skizzierten Tendenz sind die Aktienmärkte in Europa und den USA. Warum europäische Aktien derzeit hoch im Kurs stehen, hatten wir Ihnen erst letzte Woche dargelegt. Aber auch die Wall Street kann sich nun wieder in den Vordergrund spielen: Alleine in der Woche zum 2. Februar konnten Investmentfonds mit Schwerpunkt USA einen Nettokapitalzufluss von 5,5 Mrd $ verzeichnen. Auch das dürfte keine Eintagsfliege sein, wie wir Ihnen in den letzten Wochen begründet hatten. Als Konsequenz senken wir in der „Asset Allocation“ die Gewichtung der Emerging Markets zugunsten deutscher und US-amerikanischer Aktien. Zudem senken wir die Gewichtung von Unternehmensanleihen, da attraktive Papiere zuletzt immer seltener geworden sind.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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