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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 11.08.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 11.08.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Kann sich die deutsche Börse von der Wall Street abkoppeln?

Das ist die entscheidende Frage für die letzten drei Wochen der Sommerpause, die dann auch dem Verlauf des Herbstes bestimmt. Keine leichte Frage, denn die Konjunkturen der Europäer und die der USA driften auseinander. Wohin?

Die deutsche Konjunktur ist die solideste von allen (s. Grafik). Die letzten Schätzungen gehen von 2 % Wachstum im zweiten Quartal gegenüber dem ersten aus. Bestätigt wird dies diesen Freitag. Das wäre das stärkste Quartal seit der Wiedervereinigung und würde nahtlos an die Tendenz vor der Krise 2008 anschließen. Hinzu kommt: Die Deutschen ziehen die ganze Eurozone zumindest statistisch mit. Aber selbst die Italiener sind um 0,4 % gewachsen. Die Haushaltskrisen vom Frühjahr haben den privaten Sektor nicht beeinträchtigt, der Arbeitsmarkt bleibt in Europa stabil und legt in Deutschland sogar zu. Gänzlich anders: Präsident Obama hat sich in eine Ecke gepinselt. Die Arbeitsmarktzahlen vom Freitag verdeutlichen dies und lassen Alarmglocken klingeln. Es entstehen im privaten Sektor nicht genügend neue Jobs, um das Bevölkerungswachstum zu kompensieren und die Konjunkturstimulanzen führen bislang zu wenig wirtschaftlicher Eigendynamik. Schlimmer noch ist, dass die Produktivität fällt. Damit hat Obama ein echtes Problem. Denn mehr Stimulanz oder niedrigere Zinsen der Fed werden jetzt nicht helfen. Natürlich werden die Amerikaner sich was überlegen, aber im Moment haben Sie den Antritt verpasst. Dem folgt: Es steigt die Währung, dessen Wirtschaftsraum am stärksten wächst. Euro gegen Dollar fällt klar zu Gunsten der europäischen Währung aus und stellt die erwartete Trendwende zu einer nachhaltigen Aufwertung des Dollars wieder in Frage. Die letzten 6 Monate können Sie also vergessen. Man muss in der Einschätzung der Währungen neu nachdenken. Die Konjunktureinschätzungen überschatten die Analyse der einzelnen Unternehmen. Sowohl in den USA als auch in Europa sind die Unternehmenszahlen gleich gut. Kapital fließt aber dorthin, wo stärkeres konjunkturelles Wachstum verzeichnet wird, was eigentlich den Europäern einen Vorsprung einräumt. Logisch wäre, dass die europäischen, allen voran die deutschen Börsen, nun die positive Tendenz fortsetzen, die sich letzte Woche nach dem Überbieten der technischen Widerstände andeutete. Aber: Fazit: Alleingänge sind die Sache der deutschen Aktien nicht, aber sie werden diesen Weg gehen! Das Potenzial der deutschen Aktien bis 6.800/7.000 im DAX per Jahresende bzw. bis zum 1. Quartal 2011 reicht. Am 25. September veranstaltet unser Haus zu diesem und anderen Themen unseren 2. Bernecker Seminartag, zu dem wir uns freuen würden, Sie begrüßen zu können.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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