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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 20.01.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 20.01.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
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Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Jetzt wieder auf Japan achten!

Bei dem einen oder anderen Leser mögen bei dieser Überschrift die Alarmglocken schrillen, hatte es doch in den vergangenen Jahren schon des öfteren so ausgesehen, als könnte sich die träge dahinschleppende Konjunktur Nippons nun endlich zu einer nachhaltigen Aufholjagd aufraffen. Aber bisher glichen solche Hoffnungen einem Versprechen, das nie erfüllt wurde.

Das Platzen der Immobilienblase Ende der Achtziger Jahre war der Beginn einer Krise, deren Nachwirkungen bis heute nicht komplett beseitigt sind. Eine anfänglich kontraproduktive Reaktion der Bank of Japan und politisch verkrustete Strukturen erschwerten eine baldige wirtschaftliche Erholung. Andere strukturelle Probleme, wie die Überalterung der japanischen Bevölkerung und die seit jeher hohe Staatsverschuldung, verstärkten die negativen Impulse. Zwar vermochte sich die Exportindustrie dann schließlich doch zu erholen, aber die Binnennachfrage blieb über Jahre hinweg das Sorgenkind. So gab es in den vergangenen 20 Jahren mehrere hartnäckige Phasen der Deflation, die eine nachhaltige Erholung der Binnennachfrage fast unmöglich machte. Auch wenn es im Land der aufgehenden Sonne viele weltweit bekannte Firmen gibt, ist das Land sehr viel weniger vom Export abhängig als die meisten glauben: Lediglich 29 % ihrer Umsätze machen japanische Unternehmen im Ausland. Trotz all der bekannten Belastungsfaktoren hat sich der japanische Aktienmarkt in den vergangenen Wochen auffällig stark gezeigt. Auch wenn die meisten internationalen Aktienindizes den Nikkei im vergangenen Jahr weit hinter sich gelassen haben: Die japanische Wirtschaft ist 2010 real um 4,4 % und damit deutlich schneller als alle anderen Industrieländer gewachsen. Und die Aussichten für 2011 sind ebenfalls nicht schlecht: Die Körperschaftssteuer wird gesenkt, die Geldpolitik bleibt locker und der Deflationsdruck nimmt weiter ab. Zudem dürfte die Phase eines steigenden Yen-Kurses vorerst beendet sein, so dass Nippons Exportindustrie nun langsam aufatmen kann. Erst Anfang November war der Yen mit 80,22 Yen/US-$ so fest wie seit 15 Jahren nicht mehr. Jeder Yen, den der US-Dollar zulegt, steigert den Vorsteuergewinn japanischer Unternehmen um durchschnittlich 0,5 %. Japanische Aktien sind derzeit ungewöhnlich günstig bewertet. Rund zwei Drittel der japanischen Werte werden mit einem Kurs-/Buchwert-Verhältnis von unter 1 gehandelt, was nur bei einer erwarteten Verschlechterung der Rentabilität schlüssig wäre. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Und: Das KGV per 2011 liegt mit 13,3 deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 32. Allerdings gibt es auch latente Risiken, wie z. B. die hohe Abhängigkeit von China. Dennoch verdienen japanische Aktien nun wieder eine höhere Aufmerksamkeit als in den vergangenen Jahren. Einen ersten Vorschlag finden Sie auf Seite 5.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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