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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 23.06.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 23.06.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Jede Aktienhausse braucht seine Story!

Damit Aktienkurse nachhaltig steigen können, müssen die Unternehmen mit ihren Strategien zurück in den Mittelpunkt. Zahlen und Unternehmensbewertungen werden durch die Visionen der Vorstände konkretisiert und vermittelt. Seit über 10 Jahren ist das nicht mehr geschehen.

Denken Sie zurück: Zwischen 1997 und 2000 drehte sich alles um Aktien. Sowohl in den USA als auch in Europa spekulierten alle mit. Daraus wurde schlussendlich die Internetblase und die Vorstände wurden wie Stars gefeiert. Sie führten damals Unternehmen wie Cisco, Nokia, Microsoft etc. Im Frühjahr 2000 war dann Schluss. Zwischen 2000 und 2003 wurden Aktien in der großen Baisse völlig entzaubert. Erst klappte die New Economy zusammen, dann wurden Vorzeigeunternehmen wie Enron und Worldcom als gigantische Betrugswelle entlarvt. Dazu kam noch der Afghanistan- und der Irak-Krieg, so dass bis 2003 Aktien non grata waren. Das Kapital suchte sich Alternativen und fand sie in der Euro-Spekulation, der BRIC-Spekulation und dem Rohstoff-Hype. Es wurde auf und über alles spekuliert, außer in Aktien. Zwischen 2004 und 2007 redeten dann alle nur noch über Hedge-Fonds und Heuschrecken. Sie waren die großen Spieler am Markt, trieben die Unternehmen vor sich her, um sie zum Teil gegen den Willen der Vorstände auseinander zu nehmen. Aktien waren zwar das Objekt der Spekulation, aber die Unternehmen waren lediglich Spielbälle. An der großen Aktienhausse dieser Jahre waren folglich weder Institutionelle noch Privatanleger maßgeblich beteiligt. Seit Juli 2007 reden wir nur noch über Immobilien, Banken und Schulden. Von IKB über Bear Stearns, Lehman Brothers bis hin zu Griechenland ging es wieder um alles andere als Unternehmen (die Banken natürlich ausgeschlossen). Die Unternehmen und deren Aktienkurse wurden durch die Finanzkrise zwar tangiert, waren sachlich aber weder Verursacher noch Leidtragende. Kein Unternehmen konnte jedenfalls in diesem Umfeld positive Aufmerksamkeit auf sich lenken. Die einzigen Ausnahmen sind Apple und Google, was sich in deren Kursentwicklung spiegelt. In beiden Fällen zeigt sich, wie eine konsequent vermittelte Unternehmensstrategie, untermauert von glänzenden Zahlen und hohem Wachstum, auch die entsprechenden Bewertungen finden kann. Wahrscheinlich mittelfristig übertrieben, wenn man bedenkt, dass Apple heute mehr wert ist als Microsoft. Wer hätte das 1998 gedacht? Fazit: Seit 10 Jahren reden die Märkte über alles andere als über Unternehmen. In den nächsten drei bis vier Jahren wird sich das ändern. Diese Wende vollzieht sich just vor Ihren Augen und wird dazu führen, dass die Unternehmen wesentlich stärker in den Mittelpunkt der Berichterstattung und Markteinschätzung rücken.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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