In der Einschätzung der angeblich sich abzeichnenden „Weltrezession“ gehen wir unverändert einen anderen Weg

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 29.09.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Actien-Börse

Den verschiedenen Schätzungen der Konjunkturforscher wollen wir nicht widersprechen, aber wir erinnern jedoch an ähnliche Prognosen kurz nach Lehman und was daraus geworden ist: Das Bild war keinesfalls gleichmäßig eindeutig. Wir schauen daher auf einen anderen Sachverhalt: Den Rohstoffen, wie z. B. Kupfer: Was steht für Delle und was steht für Rezession?


 

In den Rohstoffmärkten liegt die zuverlässigste Trenderkenntnis für die Weltkonjunktur. Insbesondere für die Industrierohstoffe. Der hier abgebildete Rohstoffindex CRB (Chicago Board of Trade) zeigt
die spannende Ausgangslage: Korrektur im intakten Trend ist zunächst eine Bestätigung für die Delle. Erst ein definitiver Trendbruch wäre anders zu werten. Die Entscheidung steht also an, jedoch ist zu bedenken:

Die Rohstoffe werden von zwei Kräften gelenkt: 1. Der effektiven Nachfrage, ausgedrückt in Menge und Preis und 2. den Finanzinvestoren, die seit ca. sieben bis acht Jahren die Rohstoffpreise über ETF‘s etc. definieren. Wir wissen:

Das Handelsvolumen im effektiven Markt erreicht nur noch ca. 20 bis 25 %. Das deutlich größere Volumen entfällt auf die Finanzinvestoren, die zumeist über ETF‘s investieren. Deren Verhalten und Einschätzung beruht auf der Kenntnis des effektiven Marktes, aber in den Entscheidungen sind sie als Spekulanten frei und ungezügelt. Ergebnis: Eine erhöhte Volatilität, die hier noch rauszurechnen wäre. Ferner:

Die Entwicklung der Metallpreise muss nicht ganz identisch sein mit der Entwicklung der Aktienkurse der großen Rohstoffproduzenten. Dazu beachten Sie bitte den zweiten Teil dieser Analyse auf Seite 7.

Der jüngste ifo-Index (AB Daily vom Dienstag) bestätigt ebenfalls unsere bisherige Einschätzung:

Konjunkturdelle ja, aber Rezession bislang nein. Wir wollen nicht vorschnell die Optimisten spielen, aber legen größten Wert darauf, zwischen den Extremformulierungen der letzten Wochen zu unterscheiden. Die Bundesbank hat dies bereits konkretisiert: Eine Abkühlung der Konjunktur ist keine Rezession, und die Märkte haben teilweise Dinge eingepreist, die nicht realistisch sind. Es wird ein wichtiger Gesichtspunkt dafür sein, wie sich der Markt bis Jahresende darauf einstellt. 

 

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