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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 19.09.2013

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 19.09.2013:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Im Gaming-Markt stehen große Umbrüche bevor!

Die Experten sind sich einig. Der Trend geht ganz klar Richtung Online-Spiele. Die Zeiten, in denen PC-Gamer alleine vor dem Bildschirm gedaddelt haben, sind langsam, aber sicher vorbei. Sich mit anderen Spielern messen oder zusammen virtuelle „Feinde“ bekämpfen, wird bei den Gamern immer beliebter. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC geht davon aus, dass der Umsatz beiOnline-Games allein in Deutschland 2016 bei fast 1 Mrd. € liegt. 2012 haben die deutschen Gamer insgesamt 2,5 Mrd. € ausgegeben.

Auffällig dabei ist, dass immer mehr Frauen und „ältere“ Menschen (39- bis 50-jährige) digital anfangen zu zocken. Mittlerweile spielen 35% der Deutschen Computerspiele. 2008 waren es nur 28 %. Immer bessere Tablet-PCs und Smartphones liefern immer bessere Voraussetzungen für den Spieltrieb. Im Schnitt werden für Gaming-Apps 2,20 € pro Monat ausgegeben. Tendenz steigend!

EA, Ubisoft oder Activision Blizzard? Die Zahlen von Electronics Arts (WKN: 878 372; 27,00 $) unterstreichen die Entwicklung im Gaming-Bereich. Während das Geschäft mit den Konsolenspielen im letzten Quartal von 592 auf 452 Mio. $ rückläufi g war, hat die Sparte Mobile- und Handheld-Games einen enormen Schub erfahren. Hier wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 140 Mio. $ auf 482 Mio. $ gesteigert. Dies verdeutlicht aber auch ein grundlegendes Problem bei Electronic Arts. Noch immer muss sich der Softwareentwickler den Vorwurf gefallen lassen, sich auf seiner Vormachtstellung im Sportbereich auszuruhen. Die Spieleklassiker Fifa, NHL und NBA haben zwar ihre Stammkunden, die jedes Jahr bei der neuen Ausgabe zugreifen, doch außerhalb der Sportreihe hat Electronic Arts schon länger keinen richtigen Volltreffer mehr gelandet. Insgesamt lag das Zahlenwerk zwar über den Erwartungen, doch für weiteres Überraschungspotenzial fehlt ein wenig die zündende Idee.

Mit ähnlichen Problemen hat auch die französische Softwareschmiede UBISOFT (WKN: 901 581; 11,81 €) zu kämpfen. Mangels zugkräftiger Blockbuster ist der Umsatz im ersten Quartal 2013 - 2014 (April bis Juni 2013) um 42 % im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Seinen Gewinn veröffentlicht der Konzern bei den Quartalszahlen grundsätzlich nicht, was in diesem Fall wohl auch besser ist. Was den Umsatz noch ein wenig erträglich gestaltete, ist der Zuwachs im Online-Geschäft. Er stieg um 27 %.

Angesichts dieses Starts ins neue Geschäftsjahr bekommt im Hause Ubisoft aber niemand graue Haare. Für das jetzt laufende Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 200 Mio. €, was ein Wachstum von 35 % wäre. Vor allem die Vorsetzungen der Kassenschlager von Splinter Cell Blacklist und Rayman sollen Ubisoft wieder auf Spur bringen. Richtig viel verspricht sich Firmenchef Yves Guillemot vom Jahresendgeschäft. Da erscheinen eine ganze Reihe von Spielen. Im Gesamtjahr erwartet Ubisoft weiterhin Umsätze von 1,42 bis 1,45 Mrd. € und einen Gewinn zwischen 110 und 125 Mio. €.

Die Nummer eins im Online-Gaming ist mit Abstand immer noch ACTIVISION BLIZZARD (WKN: A0Q 4K4; 17,27 $). Mit dem Blockbuster World of Warcraft lockt der Softwarekonzern schon seit vielen Jahren Gamer in sein Online-Universum. Allerdings sind die Spielerzahlen zuletzt wieder rückläufig. Ende 2012 zählte World of Warcraft noch über 10 Millionen Abonnenten weltweit. Mittlerweile ist die Zahl auf etwa 7,7 Millionen zurückgegangen. In den zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen war dieser Rückgang allerdings kaum spürbar. Der Umsatz ging nur leicht von 1,07 Mrd. $ auf 1,05 zurück. Die Jahresprognose hingegen hat der Softwarekonzern angehoben. Kurz vor den Quartalszahlen hatte Activision Blizzard sich wieder auf eigene Füße gestellt und sich beim Mutterkonzern Vivendi für 8,2 Mrd. $ ausgelöst.

Trotz des Aktienrückkaufs waren die Zahlen keine Enttäuschung. Mit World of Warcraft verfügt der Konzern über eine zuverlässige Einnahmequalle auf hohem Niveau. Zudem hat die Software- Schmiede aus Santa Monica die besten Pfeile im Köcher. Während Ubisoft und Electronic Arts noch versuchen, einen neuen Blockbuster zu produzieren, steht er bei Activison Blizzard schon in den Startlöchern. Destiny heißt das neue Game, und die Vorschusslorbeeren sind groß. Bei den Gamescom-Awards in Köln sicherte sich das Spiel Platz 1 in den Kategorien bestes Playstation-Spiel, bestes Actionspiel und bestes Online-Multiplayer-Spiel. Optimale Voraussetzung, um der neue Blockbuster aus dem Hause Activision Blizzard zu werden.

Aber nicht nur bei der Software tut sich etwas, auch die Hardware stößt in neue Dimensionen vor. Mit Spannung wird der Start der neuen Konsolen von Sony und Microsoft erwartet. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit sollen beide an den Start gehen.

Playstation 4 vs. XBox one. Klar ist aber schon vorab: Es werden keine reinen Spielkonsolen mehr sein, sondern eher Entertainment-Center, mit denen man spielen, Musik hören, Filme anschauen und in begrenzter Form auf Internetdienste zurückgreifen kann.

Die wichtigsten Pluspunkte scheint allerdings SONY (WKN: 853 687; 15,95 €) einzufahren. Bei Preis und Erscheinungsdatum liegt die Playstation anscheinend ganz weit vorne. Sie ist in der Grundversion 100 $ billiger als die Xbox one und dürfte auch früher in die Läden gelangen. Gerüchte besagen, dass dies sogar schon im Oktober der Fall sein könnte. Das wäre dann mehr als ein dicker Pluspunkt für Sony. Nach siebenjähriger Wartezeit ist die Konsolengeneration nämlich ganz wild auf neue Hardware. Das sollte der Aktie von Sony wieder jede Menge Phantasie einhauchen.

Fazit: Bei den Spieleherstellern favorisieren wird Activison Blizzard. Unter den Konsolenherstellern sollte sich die Wette auf Sony auszahlen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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