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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Tagesdienst" am 20.12.2010

Hiobsbotschaft für die US-Kreditkartenindustrie

Hiobsbotschaft für die US-Kreditkartenindustrie

Der Kursverlauf der Aktien von Visa, Mastercard und American Express spiegelte die Bedeutung der Nachricht unmittelbar nach der Veröffentlichung direkt und ungeschönt wider. Die Papiere von Visa verloren 12,6 %, bei Mastercard ging es um 10,3 % nach unten. Die Aktie von American Express kam mit einem Minus von 3,3 % noch vergleichsweise glimpflich davon.

Das Bekanntwerden der Pläne, die Provision der Kreditkartenanbieter massiv zu beschneiden, hat den Anlegern einen kräftigen Schreck in die Glieder gejagt. Tatsächlich geht es hier nicht um Peanuts. Die US-Notenbank hält eine Gebühr von 12 Cent je getätigter Kreditkartentransaktion für ausreichend. Bislang hängt die Höhe der Transaktionsgebühr vom Einkaufswert ab, die Händler führen einen prozentualen Anteil der Kaufsumme an den Kreditkartenanbieter ab. Dieser Anteil liegt aktuell bei 0,4 bis 1,2 %. Zukünftig soll der Einkaufswert keinen Einfluss mehr auf die Höhe der Transaktionsgebühr haben. Rund 20 Milliarden Dollar nehmen Visa, Mastercard und American Express Jahr für Jahr durch die aktuelle Gebührenstruktur ein. Ein signifikanter Anteil - die Schätzungen gehen von 30 bis 50 % - würde entfallen, wenn der Vorschlag der Fed Umsetzung findet. Den Unternehmen dürfte es kaum gelingen, das zu erwartende Umsatzloch kurzfristig zu stopfen. Die Kappung der Transaktionsgebühren ist eine Maßnahme im Rahmen der amerikanischen Finanzmarktreform, die von der Regierung im Juni in den Kongress eingebracht wurde. Für die Kreditkartenkonzerne wird es aller Voraussicht nach noch schlimmer kommen. Auch die hohen Sollzinsen, die Kartennutzer bei der Inanspruchnahme von Überziehungskrediten bezahlen müssen, sind der Regierung ein Dorn im Auge. Von den einschlägigen Aktien sollten Anleger auf absehbare Zeit die Finger lassen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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