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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 31.01.2011

Hamburger Hafen: Nach Kursverdopplung nicht mehr viel Luft

Hamburger Hafen: Nach Kursverdopplung nicht mehr viel Luft

Über einen sonderkonjunkturellen Aufschwung kann sich derzeit unsere Empfehlung Hamburger Hafen & Logistik AG (HHLA) freuen. Der Hafenbetreiber notiert auf dem höchsten Stand seit über zwei Jahren – unser „Hebel“ auf die wirtschaftliche Entwicklung vor allem Deutschlands ging also voll auf. Seit unserer Empfehlung 2009 – damals zu rund 17 Euro – hat sich der Kurs des MDax-Blue-Chips glatt verdoppelt. Eine schöne Rendite, zumal ohne große Volatilität. Die Hamburger dürften weiterhin von der europäischen Konjunktur-Lokomotive gezogen werden – die Bewertung ist allerdings ein Knackpunkt.

Nummer 2 in Europa Die Hamburger HHLA ist einer der führenden Hafenbetreiber in Europa, nach Rotterdam sind die Hanseaten die Nummer 2. Das Unter-nehmen operiert als Management-Holding für die Segmente Container, Intermodal, Logistik und Immobilien. Der Kerngeschäftsbereich des Konzerns („Port Logistics“), steht praktisch für 100 % der Erlöse. HHLA bietet sowohl Um-schlag- und Verkehrsträgervernetzung, Transport- sowie Lager- und Kontraktlogistik als auch logistische Services und Consulting an. Die vertikale Integration bewirkt eine Optimierung einzelner Bereiche zur verbesserten Performance der anderen Geschäftssegmente. Der Standort wächst stärker als die Konkurrenzhäfen in der nördlichen Hemisphäre und besitzt anderen Häfen gegenüber Wettbewerbsvorteile in den Märkten Asien und der nordisch-baltischen Region. Zu wenig Zeit zum Ausbau gehabt? Aufgrund des 2008 und 2009 zwischenzeitlich abgeschwächten Wachstums bzw. Rückgangs in einzelnen Bereichen können die eingeleiteten Modernisierungs- und Ausbauarbeiten an den Terminals besser bewältigt werden. Un-vorstellbar, dass dies im „Volllastbetrieb“ möglich gewesen wäre. Ausbauten waren nicht nur aufgrund wachsender Schiffsgrößen vonnöten, sondern auch, weil der Welthandel sich schnell von der Krise erholt hat. HHLA hat die Hälfte des geplanten Investitionsvolumens von über 1 Mrd. Euro auf eine Zeit nach 2012 verschoben. Schon bald werden die Hanseaten sehen, dass man womöglich doch besser die kompletten Ausbauten in der Flaute 2008/09 hätte angehen sollen – doch wer konnte das so genau voraus-sehen? Diverse „Baustellen“ Jüngsten Analysen zufolge gewinnt HHLA bereits Marktanteile zurück, nicht zuletzt aufgrund seiner geografisch vorteilhaften Positionierung mit der Wirtschaftsregion Deutschland im Hinterhof. Zudem kann das Unter-nehmen auch über Zukäufe wachsen – im Gespräch ist die Adria-Region (Rijeka?), aber auch St. Petersburg und das Schwarze Meer. Zu guter Letzt wird die Elbvertiefung den Hamburgern ebenfalls in die Hände spielen. Rückkehr zur Normalität? Mit seinen Neunmonatszahlen hat HHLA schon wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Der Umsatz legte um 6 % auf 791,1 Mio. Euro zu, das EBIT aber verbesserte sich fast doppelt so stark. Das Ergebnis nach Steuern lag gar rund 20 % höher bei 55,5 Mio. Euro. Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Peters sieht daher auch eine Rückkehr zum langfristigen Wachstumstrend, wie er vor der Krise noch galt. Bewertung Die Bewertung von HHLA bleibt ein Knackpunkt. Für 2010 kommt das MDax-Unternehmen auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 30 – das ist sicher ambitioniert. Zwar dürfte es für 2011 auf bis zu 25 sinken und 2012 Richtung 20 gehen, gleichwohl ist das ei-ne stattliche Bewertung. Daher sehen wir das Kurspotenzial bei rund 35 Euro erst einmal als ausgereizt an. Fazit Zu einem Einstieg oder Zukauf auf diesem Kursniveau können wir definitiv nicht mehr raten. Anleger, die unseren beiden Empfehlungen (zu 17 Euro und nochmals zu 26 Euro) gefolgt sind, sollten die Aktien halten und einen angepassten Stopp-Kurs nachziehen. 2 % Dividendenrendite sind nett, aber auch kein Argument, sich an die Aktie zu klammern, sollte der Aufwärtstrend ein Ende finden. Nötigenfalls doch besser die Gewinne mitnehmen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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