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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 16.05.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 16.05.2012:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Halten Sie sich weiterhin an die Fakten.

Die erwähnten Schuldenprobleme einzelner Staaten bestimmen die öffentliche Meinung und die Erwartungen bzw. Gefühle. Die tatsächliche Lage stellt sich anders dar: Die Stimmung (im Sentix) rutscht in Europa in den Keller. Darin stecken aber auch alle Umfragewerte aus den bekannten Peripherieländern. Doch auch Deutschland konnte sich dem neuerdings nicht ganz entziehen. Nun wird es darauf ankommen, ob sich Deutschland vom Europa-Eindruck irgendwie abkoppeln kann.

 

Die deutsche Industrieproduktion zeigt das Gegenteil und ist damit die Leitlinie. Mag sein, dass die letzte Bestätigung noch offen ist, aber der Ansatz ist richtig. Sollte bis Juni kein schwerwiegender negativer Nachrichtenstand entstehen, sind die Fak- ten wichtiger als die Meinungen.

Die deutsche Wirtschaft wuchs im 1. Quartal um + 0,5 %. Darin steckt die bekannte Wachs- tumsdelle. Wie die Exporte und die Industrieproduktion aber anzeigen, müsste schon im laufenden Quartal das Plus bei 0,6 bis 0,7 % liegen. Das ergäbe eine jährliche Wachstumsrate nach den be- kannten Vorgaben von über 1 bis 1,1 %. Dagegen steht: Sämtliche anderen Europa-Industrieländer in vergleichbarer Größenordnung zeigen das Gegenteil, auch Frankreich mit aktuell 0 %. Deutsch- land steht damit eindeutig in einer Sonderrolle, wie es dies schon in einer besonderen Alleinstellung bei früheren Gelegenheiten immer wieder gegeben hat. Es bleibt damit die Konjunkturlok in Europa, aber kann nicht alle automatisch mitziehen.

Die Ausländer sind die größten Investoren im DAX. Deren Einschätzung ist deshalb wichtiger als die Meinung der Deutschen. Darauf kommt es an:

Der Auslandsanteil überwiegt deutlich. Im Schnitt liegt er bei 54 % gegenüber 38 % der Inlandsaktionäre, aber: Bereinigt um die festen Beteiligungen von Famili- enaktionären, Staat und sogenannten Ankeraktionären sinkt der deutsche Anteil auf weniger als 25 % und der Auslandsanteil steigt auf 75 %.

Die größten Aktionäre im DAX sind zudem europä- ische Institutionen vor den Amerikanern. Lediglich
im Fall LINDE und ALLIANZ liegen die amerikanischen Investoren vorne. Schließlich: Die größten Aktienbesitzer aus den Schwellenländern gibt es bei der DT. BÖRSE, DAIMLER und LINDE, VOLKSWAGEN und K+S.

Umgekehrt: Nur im Fall der LUFTHANSA, DT. BANK und BASF liegt der Anteil der Inländer gegenüber den- jenigen des Auslandes höher. Besonders merkwürdig: Bei THYSSEN besteht so eine Art Gleichstand zwischen Ausland und Inland.

Was ist daraus zu entnehmen? Die Ausländer bestim- men die weitere Tendenz so gut wie die aller DAX- Aktien, ausgenommen diejenigen, die von deutlichen Beteiligungen der typischen Großaktionäre dominiert werden. Z. B. HENKEL und BEIERSDORF bzw. VOLKSWA- GEN und BMW. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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