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Veröffentlicht von Redaktion "Rohstoff-Report" am 02.07.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 02.07.2010:

Börsenbrief Gold- & Rohstoff-Report
Gold- & Rohstoff-Report

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Gold ETFs profitieren von Krisenstimmung

Die physischen Einlagen aller weltweiten Gold Exchange Traded Funds (ETF) sind seit Jahresbeginn um 14,76 Prozent angestiegen. Mittlerweile befinden sich 58.762.091 Unzen (2097,52 Tonnen) Gold in ETF-Händen. Dabei sah das Geschäft mit Gold ETFs zu Beginn dieses Jahres noch recht düster aus. Fallende Goldnotierungen sowie die Hoffnung auf eine baldige Erholung der Weltwirtschaftslage sorgten netto sogar für einen leichten Abverkauf am Gold-ETF-Markt. Noch im März prognostizierte die niederländische Fortis Bank, unter anderem basierend auf den rücklaÅNufigen ETF-Beständen, einen Abfall der gesamten weltweiten Goldnachfrage von gigantischen 400 Tonnen für das erste Quartal 2010.

Seit Ende April, als die Schuldenproblematik in Griechenland endgültig eskalierte und damit die gesamte Eurozone massiv unter Druck gesetzt wurde, diversifizierten immer mehr institutionelle Anleger in Gold. Rund 230 Tonnen Gold flossen seitdem weltweit in Gold-ETFs. Hauptträger dieser Erfolgsgeschichte war mit einem Anstieg von 13,5 Prozent oder 157 Tonnen seit 30. April 2010 der US-amerikanische SPDR Gold Trust. Aber auch die europäischen Produkte verbuchten deutliche Zuwächse. Die Bestände des deutschen ETCs Xetra-Gold stiegen im gleichen Zeitraum beispielsweise um ganze 18,8 Prozent an, während der Gold ETF der Züricher Kantonalbank um 8 Prozent zulegen konnte. Bei ETF Securities verzeichnete man bei den Goldeinlagen sogar Zuflüsse von 19,48 Prozent. Aber nicht nur Gold-ETFs konnten von der prekären Lage in der Eurozone profitieren. Auch der Silber-ETF-Markt kann Wachstumszahlen vorweisen. Mit Zuwachsraten von 4,5 Prozent seit Ende April fiel der Anstieg der weltweiten Silberbestände im Besitz von ETFs jedoch weit geringer aus. Der größte Silber-ETF im globalen Vergleich, der iShares Silver Trust, legte mit einem Plus von 2,96 Prozent seit 30. April 2010 sogar noch etwas weniger zu. Die vergleichsweise zaghaften Zuwächse der weltweiten Silber- ETFs lassen sich nicht zuletzt durch die Doppelrolle von Silber als Industrie- und Edelmetall erklären. Während die enge Korrelation mit dem Goldmarkt für Aufwind sorgte, setzten Ängste um einen Rückgang der industriellen Nachfrage den Silbermarkt immer wieder unter Druck. Immerhin wurde in Folge der Griechenlandkrise die Marke von 400 Millionen Unzen, die man kurz zuvor abgeben musste, wie der zurückerobert. Mittlerweile befinden sich rund 413 Millionen Unzen (12.850 Tonnen) Silber in den Lagern aller Silber-ETFs weltweit. Für wenig Überraschung sorgte die Entwicklung der weltweiten Platin- und Palladium-ETFs. Einhergehend mit dem Anstieg der Platin- und Palladiumpreise gingen zu Beginn des Jahres, insbesondere im Januar, große Mengen Metall in die weltweiten ETFs ein. Seit dem deutlichen Einbruch der Notierungen der beiden „Weißmetalle“ im Juni stagnieren die Platin- und Palladium- Bestände. Auffällig ist bei beiden Metallen ein deutlicher Rückgang; bei ETF Securities im Bereich von 30 Prozent, während sowohl die Züricher Kantonalbank als auch Julius Bär für ihre Platin- und Palladium-ETFs in den letzten Monaten zweistellige Zuwachszahlen vermelden konnten. Seit dem 30. April 2010 legte der ZKB Platinum ETF um 12,92 Prozent zu, Julius Bär weist seine Bestände für denselben Zeitraum sogar um 36,25 Prozent höher aus. Aktuell halten ETFs weltweit 1.036.206 Unzen (32,23 Tonnen) Platin und 1.830.897 Unzen (56,95 Tonnen). Insgesamt scheint der ETF-Markt immer noch vom Gold-Fieber gepackt zu sein. Auch wenn die wöchentlichen Zuwächse im Mai und Juni noch teilweise über einer Millionen Unzen Gold lagen, stiegen die Bestände aller weltweiten Gold-ETFs in der Woche zum 25. Juni 2010 immerhin noch um 0,55 Prozent oder 369.423 Unzen Gold an. Mit Blick auf die anstehende Sommerflaute wird es mittelfristig jedoch neue, für Gold bullische Nachrichten brauchen, um die aktuellen Zuwachsraten aufrecht halten zu können. Zum Abschluss noch ein Hinweis in eigner Sache: Eine kurze Lagebesprechung zur Entwicklung am Edelmetall-ETF-Markt wird zukünftig regelmäßig Bestandteil des Rohstoff-Reports sein. Zusätzlich bauen wir aktuell an einem Online-Tool, dass Ihnen die Möglichkeit geben wird, den Edelmetall-ETF-Markt zu analysieren. Der Start ist für spätestens Ende Juli geplant. Wir werden Sie vorab an dieser Stelle noch einmal darüber informieren.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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