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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 30.06.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 30.06.2015:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Gerresheimer - Turbulenzen halten an: Teilverkauf

Gerresheimer hat heute früh verkündet, zwei Fabriken (Pisa und New Jersey) an Corning zu verkaufen, um aus der Vorprodukt-Produktion (Röhrenglas) auszusteigen und sich auf die Fertigung der Endprodukte für Kunden zu konzentrieren. Der Großteil der Produktion des Rohrenglases sei für die eigene Produktion von Injektionsfläschchen, Ampullen, Karpulen und Glasspritzen verwendet worden, nur ein kleiner Teil wurde auf dem freien Markt verkauft. Corning hat da ganz andere Interessen und Möglichkeiten. Gerresheimer erhält 196 Mio. Euro für ein Geschäft mit einem Jahresumsatz von 83 Mio. Euro und hat sich die Versorgung für die nächsten 10 Jahre gesichert. 

Die Aktie reagiert nach einem ersten Ausverkauf um 7% in der ersten Handelsstunde heute früh nun positiv darauf und notiert nun mit +3,65% bei 55,97 Euro. Ich würde die Position zu Kursen über 55,90 Euro verkleinern, um unsere Cashposition aufzubessern. 

Es handelt sich dabei um einen Schritt, mit dem ich Cash generieren möchte, um in diesen turbulenten Tagen handlungsfähig zu bleiben. 

Tsipras und Varoufakis sind vom Griechischen Volk gewählt worden, um die Zustände in Europa zu ändern und eben gerade nicht die Kreditspirale weiterzudrehen. Diesem Auftrag entsprechend haben die beiden vom ersten Tag an versucht, das geltende EU-Recht zu beugen. Ich verstehe nicht, wie die EU heute erneut den abgelehnten Vorschlag Tsipras vorschlagen kann. Noch weniger verstehe ich, warum die Märkte aufgrund dieses aussichtslosen Schrittes ansteigen können. In jedem Fall wird das Chaos im weiteren Wochenverlauf noch zunehmen und die Aktienbörse wird immer wieder unter Druck geraten. Wir werden günstigere Kurse sehen, um die verkaufte Teilposition wieder aufzustocken. 

Nach wie vor fürchte ich nicht, dass sich die Griechenlandkrise zu einer europaweiten Krise ausweiten kann. Allerdings wird die Einigkeit der verbleibenden 18 Euro-Staaten auf eine harte Probe gestellt und insbesondere die angelsächsischen Anleger und Medien stellen die Zukunft des Euros immer wieder in Frage. Doch ungeachtet dieser Spekulationen steigt der Euro wieder an und der vermeintliche Einbruch an den europäischen Aktienmärkten ist für mein Empfinden überaus überschaubar. 

Ich schaue am heutigen Tag unser Portfolio nach weiteren Positionen durch, in denen wir Teilverkäufe vornehmen können. Zum Kaufen ist es heute noch zu früh. 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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