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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 11.10.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 11.10.2012:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

GENERAL ELECTRIC (WKN: 851 144; 22,62 $) ist wieder in der Spur

Der größte Mischkonzern der Welt findet Schritt für Schritt wieder in die Erfolgsspur zurück. Nach dem Tief in der Finanzkrise 2008/09 bei rund 7 $ hat sich die Aktie bis heute wieder verdreifacht. Dennoch fehlen bis zum Allzeithoch immer noch rund 100 %. Die Geschäfte laufen wieder rund:

Für 2012 wurden die Prognosen kürzlich erhöht. Der Industrie-Umsatz soll in diesem Jahr um 10 % zulegen. Bisher hatte GE ein Plus von 5 bis 10 % in Aussicht gestellt. Zudem will man die Marge in diesem Jahr spürbar verbessern. Bis 2014 sieht GE ein Einsparpotenzial bei den Kosten von mehr als 2 Mrd. $. Im wichtigen Wachstumsmarkt China laufen die Geschäfte exzellent. Das Portfolio des Unternehmens sieht so gut aus wie schon lange nicht mehr.


Der Sektor „Öl und Gas“ ist der wichtigste Schlüssel für GE und die USA überhaupt. In den USA ist mit einem Investitionsschub zu rechnen. Investitionen in Erschließung, Lagerung und Transport der fossilen Energieträger dürften in den kommenden Jahren signifi kant ansteigen. Die Erdgasförderung in den USA steuert im laufenden Jahr auf ein Rekordhoch zu. Die Ölförderung erreichte im Juli den höchsten Stand seit 1999. In einem veröffentlichten Bericht schrieben Analysten der Citigroup, die „Reindustrialisierung“ der Vereinigten Staaten könnte bis 2020 bis zu 3,6 Mio. neue Stellen und einen BIP-Zuwachs von bis zu 3 % schaffen. Der Produktionsanstieg, gepaart mit steigenden Lagervorräten, hat dazu beigetragen, dass Energie in den USA günstiger ist als in anderen Staaten. In Großbritannien ist Erdgas etwa drei Mal so teuer, in Japan kostet es bis zum Fünffachen. Dieser Standortvorteil wird zu einem neuen Industrialisierungsschub in den USA führen.


GE Oil & Gas ist ein weltweit führender Anbieter von Technologien für alle Segmente der Öl- und Gasindustrie. Von Bohr- und Produktionsanlagen, über LNG-Pipelines und -Speicher zur industriellen Stromerzeugung sowie Raffination und Messlösungen deckt GE das gesamte Spektrum ab. Der Umsatzanteil am Gesamtumsatz liegt bei rund 15 % und dürfte massiv ausgeweitet werden. Im zweiten Quartal wuchs der Gewinn des Sektors um 11 %.


Sehr gut sind die Prognosen auch im Bereich Luftfahrt. Bei Flugzeugmotoren kommt GE auf einen Marktanteil von 60 %. Credit Suisse geht davon aus, dass man diesen Anteil in den nächsten fünf Jahren mindestens halten wird. Weltweit prognostizieren Boeing und EADS eine Nachfrage von rund 27.800 Fliegern mit einem Wert von 3.500 Mrd. $ innerhalb der nächsten 20 Jahre. Für GE verspricht das exzellente Geschäfte. Mit einem Umsatzanteil von 20 % am Gesamtumsatz ist der Bereich für GE sehr wichtig.


Der Healthcare-Sektor sorgt für konjunkturresistente Einnahmen. Umsatzanteil am Gesamtumsatz rund 18 %. Die Margen sind überdurchschnittlich, allerdings schafft GE es nicht, mehr in den USA und Europa zu wachsen. Deshalb ist hier eine Strategiewende eingeleitet worden. Den Großteil des Umsatzes will man künftig in den Schwellenländern generieren. Ab 2013 sollten die Umsätze in diesem Bereich wieder steigen.


Am beeindruckendsten ist das Comeback bei GE Capital. Die Finanzsparte hatte GE 2009 an den Rand des Ruins geführt. Inzwischen ist die Sparte massiv geschrumpft, die Risiken wurden abgebaut. Heute erwirtschaftet GE Capital schon wieder 50 % der GE-Gewinne. 

GE schickt sich an, zu einem der größten Ausrüster im Bergbau zu werden. GE Mining hat zuletzt 2 Mrd. $ p. a. umgesetzt. Innerhalb der nächsten vier Jahre soll der Umsatz auf 5 Mrd. $ wachsen. Aufgrund der hohen Margen könnte dieser Bereich dann über 10 % der GE-Gewinne einfahren, obwohl der Umsatzanteil nicht mehr als 4 % des Gesamtumsatzes beträgt. Die Akquisitionstour hat bereits begonnen.


Der Bewertungsspielraum der Aktie ist weiterhin hoch. Gehen Sie davon aus, dass GE den Gewinn je Aktie in den nächsten fünf Jahren um 11 bis 12 % p. a. steigern wird. Für 2013 liegen die Taxen bei 1,75 $ je Aktie. Das entspricht einem KGV von 13. Zwischen 2002 und 2008 lag das durchschnittliche KGV bei 18. Dazu kommen wieder steigende Dividenden. So wurde die Quartalsdividende von 15 auf 17 Cent je Aktie angehoben. Daraus resultiert eine Dividendenrendite von rund 3 %. Zwischen 2002 und 2008 lag die Dividendenrendite im Schnitt bei rund 2,6 %.


Fazit: GE ist die Wette auf einen neuen Industrialisierungsschub in den USA. Auf Sicht von drei Jahren trauen wir dem Unternehmen zu, das Gewinnniveau je Aktie von 2,17 $ aus 2007 wieder zu erreichen. Da Börsen antizipieren, hat GE auf Sicht von zwei Jahren ein Potenzial bis 35 $. Das wären rund 60 %.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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