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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Tagesdienst" am 08.12.2010

Für die europäischen Steueroasen wird es eng

Für die europäischen Steueroasen wird es eng

Zwei Jahre lang wurde intensiv verhandelt, das Ergebnis ist eine deutliche Aufweichung des Bankgeheimnisses. Wer sich trotz diverser im Umlauf befindlicher CDs mit Daten von Steuersündern bislang nicht von seinem ausländischen Konto trennen wollte, muss ab 2013 damit rechnen, leichter in das Visier der Steuerfahnder zu geraten.

Die Finanzminister der EU-Staaten haben sich gestern auf einen Kompromiss verständigt, der es Ermittlern erleichtert, von ausländischen Behörden Auskunft und Amtshilfe zu erhalten, wenn Steuerhinterziehung vermutet wird. Ab 2013 reicht die Angabe eines konkreten Verdachts und die Namen der verdächtigten Personen, Sammelabfragen soll es dennoch nicht geben. Ab 2015 zündet die zweite Stufe der Vereinbarung. Dann werden zwischen den einzelnen Staaten auch anlassunabhängig personenbezogene Daten wie Einkünfte aus Lohn und Gehalt, Vermietung & Verpachtung oder Versicherungen ausgetauscht. Damit ist es zukünftig kaum noch möglich, ausländische Einnahmen vor den heimischen Finanzbehörden geheimzuhalten. Wer sein Geld an den Finanzmärkten investiert, muss hingegen zunächst einmal keine Entblößung befürchten. Im Hinblick auf Dividenden und Kapitalgewinne konnte sich die EU-Länder nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Erst im Jahr 2017 soll über die Einbeziehung derartiger Einkünfte in den automatischen Datenaustausch entschieden werden.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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