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Veröffentlicht von Redaktion "Aktien-Newsletter" am 09.02.2011

Freeport-McMoRan: Allzeithoch im Visier

Freeport-McMoRan: Allzeithoch im Visier

Nach einer kurzen Verschnaufpause setzte der Kupferpreis seine Rally zuletzt fort und markierte neue Höchstwerte. Davon angestachelt wurde auch die Aktie des weltweit größten privaten, börsennotierten Kupferunternehmens: Freeport-McMoRan Copper & Gold. Sie könnte nun erneut ihr Allzeithoch von Mai 2008 ins Visier nehmen.

Das bisherige Rekordhoch lag nach dem in der vergangenen Woche vollzogenen Aktiensplit im Verhältnis 1:2 bei 63,62 US-Dollar. Diesem Niveau war der Kurs im Rahmen des steilen Anstiegs seit dem Zwischentief von Anfang Juli 2010 zuletzt schon sehr nahe gekommen, erreichte am 12. Januar 61,35 US-Dollar. Es folgte jedoch eine Korrektur. Dazu beigetragen hatte der im Januar begonnene Rücksetzer beim Kupferpreis, der von Sorgen über eine weitere Straffung der Geldpolitik in China, dem weltweit größten Kupferverbraucher, belastet wurde. Dies ließ ein abnehmendes Tempo bei der wachsenden Nachfrage befürchten. Defizit bei Kupfer Diese Annahme löste sich aber offenbar schnell wieder in Luft auf. Kupfer beendete seine Korrektur und kletterte jüngst in noch nie da gewesene Höhen. Neue Nachrichten, wie der Wirbelsturm im Nordosten Australiens, der die dortige Kupferproduktion beeinträchtigen könnte, aber auch starke US-Konjunkturdaten (ISM-Index Industrie Januar) gaben den Spekulationen, dass der Bedarf im Jahr 2011 nicht durch das Angebot befriedigt werden kann, weitere Nahrung. Angesichts des erwarteten Defizits sowie der trotz der seit Dezember steigenden Tendenz nicht üppigen Lagerbestände gehen einige Analysten von weiter anziehenden Kupferpreisen in den nächsten Monaten aus. Regionen von 12.000 US-Dollar und mehr wurden bereits in einigen Berichten genannt. Neuer Anlauf gestartet Die derzeit bullische Stimmung bei Kupfer scheint nun auch wieder die Fantasie bei der Aktie von Freeport-McMoRan anzuheizen. Sie legte in der vergangenen Woche kräftig zu und scheint damit ebenfalls ihre Korrekturphase beendet zu haben. Ein erneuter Anlauf in Richtung des bisherigen Allzeithochs von 63,62 US-Dollar ist nun vorstellbar, weshalb einerseits kurzfristige spekulative Long-Positionen mit diesem ersten Kursziel erwägenswert sind. Sollte zudem das Rekordhoch geknackt werden, sind ferner Käufe nach der Darvas-Strategie denkbar. Bei diesem Handelsansatz werden getreu dem Motto "Der Markt hat immer Recht", nur Aktien gekauft, deren Kurse sich auf Mehrjahres- oder Allzeithochs befinden. Zugrunde liegt dabei die Annahme, dass steigende Aktien dazu neigen, weiter zu steigen, da kaum noch Verkaufsdruck auftritt. Aber nicht nur charttechnisch sieht es interessant aus. Auch die derzeit fundamentalen treibenden Kräfte bei Kupfer könnten weitere Kaufanreize für Freeport-McMoRan liefern. Schließlich dürfte eine weiter positive Entwicklung am Kupfermarkt auch die Geschäfte des weltweit größten privaten Kupferproduzenten schüren. Günstige Förderkosten Die Ursprünge des Konzerns gehen zurück bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Einen wichtigen Schritt zur heutigen Größe machte er mit der 2006 angekündigten und 2007 vollzogenen Übernahme des Kupferproduzenten Phelps Dodge. Es entstand ein Riese im Kupferbereich. Nur der im Staatsbesitz befindliche chilenische Konzern Codelco produziert noch mehr Kupfer. Freeport-McMoRan betreibt derzeit Minen in Nordamerika, Chile, Peru, der Demokratischen Republik Kongo und Indonesien. Die geförderten Kupfererze werden zu einer Reihe von Kupferprodukten (z. B. Konzentrate, Drähte, Kathoden, Stangen) eingeschmolzen. Der Clou bei Freeport-McMoRan ist aber nicht die reine Größe, sondern die günstigen Förderkosten, finden sich in den Erzen doch oft lukrative Nebenprodukte wie Gold. Bestes Beispiel dafür ist die Grasberg-Mine in West-Papua (Indonesien), die die weltweit größten Kupfer- und Goldreserven aufweist. Für Freeport-McMoRan ist sie buchstäblich eine Goldgrube, da das hier bei der Kupferförderung anfallende Gold die gesamten Abbaukosten mehr als deckt. Sie gilt daher als kostengünstigste Kupfermine der Welt und macht den Konzern zum Kupferproduzenten mit den weltweit niedrigsten Kosten. 2010 stammten von dem konzernweit gewonnenen Kupfer etwa 31% aus dieser Mine. Bei Gold lag der Anteil sogar bei fast 95%. Bislang produziert die Mine insbesondere im offenen Tagebau. Ab 2015 will man dann unter Tage gehen, sodass hier derzeit die Transformation begonnen hat. Freeport-McMoRan hat aber nicht nur Kupfer und Gold zu bieten. Die Gesellschaft fördert auch Molybdän. Sie ist dabei der weltweit größte Produzent des Elements, das vor allem zur Härtung von Stahl eingesetzt wird. Es fällt in der Regel als Nebenprodukt bei der Kupferförderung an. Der Konzern besitzt aber auch Vorkommen in den USA, in denen direkt nach Molybdänerzen geschürft wird. Rekordergebnisse Insgesamt hatte Freeport-McMoRan im vergangenen Jahr 3,908 Mrd. US-Pfund (je 0,453 kg) Kupfer gefördert. Veräußert wurden 3,896 Mrd. US-Pfund. Dies waren zwar mengenmäßig 5,2% weniger als im Vorjahr, der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte jedoch deutlich von 2,60 auf 3,59 US-Dollar je US-Pfund. Entsprechend schnellten allein die Erlöse aus der eigenen Kupferproduktion von rund 10,7 auf etwa 14 Mrd. US-Dollar. Dies spiegelt sich auch im gesamten Konzernumsatz wider: Er legte 2010 um 26,2% auf den Rekordwert von 18,98 Mrd. US-Dollar zu. Zudem stiegen die Gewinne kräftig. Operativ erhöhte sich der Profit von 6,5 auf 9,07 Mrd. US-Dollar. Unter dem Strich verdiente Freeport- McMoRan mit 5,54 Mrd. US-Dollar ebenfalls einen neuen Spitzenwert und etwa 57% mehr als 2009. Aussichtsreiche Projekte In den nächsten Jahren sollten die Profite weiterhin kräftig sprudeln. Zwar rechnet die Gesellschaft 2011 mit einer erneut sinkenden Kupferförderung auf 3,85 Mrd. US-Pfund und wie schon 2010 mit einem weiteren deutlichen Rückgang bei der Goldausbeute von 1,886 auf 1,4 Mio. Feinunzen, sie arbeitet derzeit aber intensiv an der Ausweitung ihrer Aktivitäten. Es sind einige aussichtsreiche Entwicklungs- und Erweiterungsprojekte in der Pipeline, die in den nächsten Jahren die Produktion steigern sollen. Bereits 2012 wird wieder ein Anstieg bei der Kupferproduktion auf dann 4,1 Mrd. US-Pfund erwartet. 2013 sollen es 4,2 Mrd. US-Pfund sein. Bei Gold soll sich die Abwärtstendenz bis 2012 auf 1,3 Mio. Feinunzen fortsetzen, bevor dann 2013 wieder ein Anstieg auf 1,7 Mio. Feinunzen geplant ist. Fazit: Freeport-McMoRan ist eine große Nummer im Kupfergeschäft. Dank sehr lukrativer Minen sollte der Konzern künftig weiter starke Ergebnisse abliefern. Daneben sind einige aussichtsreiche Entwicklungs- und Erweiterungsprojekte in der Pipeline, die in den nächsten Jahren zu einer Ausweitung der Förderung führen dürften. Finanziert werden kann die Expansion durch einen stattlichen Cashflow. Operativ lag er 2010 bei 6,27 Mrd. US-Dollar und soll 2011 auf etwa 8 Mrd. US-Dollar steigen. Bei den Kapitalkosten ist ein Plus von 1,41 auf 2,5 Mrd. US-Dollar vorgesehen. Davon sollen 1,3 Mrd. US-Dollar in die Hauptprojekte fließen, vor allem in die Umwandlung der Grasberg-Mine in einen Untertagebau. Kurzfristig könnte die Aktie von weiter steigenden Kupfernotierungen profitieren und daher eventuell bald das bisherige Allzeithoch ansteuern. Eine treibende Kraft könnte ferner der jüngste Aktiensplit sein, der die Aktie optisch günstiger erscheinen lässt. Unabhängig davon ist auch die tatsächliche Bewertung nicht zu teuer. Auf Basis des Ergebnisses je Aktie (EPS) 2010 errechnet sich ein KGV von etwa zwölf.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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