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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 03.09.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 03.09.2015:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Fischen Sie mit Aquakulturen nach hohen Renditen!

Fisch hat als hochwertiges Nahrungsmittel immer mehr an Bedeutung gewonnen. Zum anderen liegt das an der weltweit wachsenden Mittelschicht, für die Fisch immer erschwinglicher wird. Zum anderen wird vor allem in den Industrienationen Fisch mittlerweile als gesünderes Nahrungsmittel empfunden als Fleisch. Resultat dieser Entwicklung ist eine sprunghaft gestiegene Nachfrage, mit der das Angebot bei weitem nicht mithalten konnte. Drei Viertel der Fischgründe sind bereits hoffnungslos überfischt oder zumindest gefährdet. Der Ausweg ist Fischzucht in Aquafarmen. Diese Industrie hat in den vergangenen Jahren einen steilen Anstieg hinter sich gebracht. Vor 30 Jahren kamen gerade mal 6 % des global verzehrten Fisches von Fischfarmen. Mittlerweile wird erstmals in der Geschichte mehr Fisch aus Aquafarmen als aus dem offenen Meer verzehrt. Und der Verbrauch steigt weiter. Der Fischkonsum nimmt sogar schneller zu als der Verbrauch von Hühnchen- und Rindfleisch.

Die weltweite Fischnachfrage wächst doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung. Wurde in den 1960er Jahren durchschnittlich gerade mal weniger als 10 Kilogramm Fisch pro Person verzehrt, sind es heute bereits 18,8 kg. Bis 2050 dürfte die Nachfrage um weitere 70 % zulegen. Und das bei bestenfalls stagnierender, wahrscheinlich sogar sinkender Verfügbarkeit von wild aufgewachsenem Fisch. Die Schere zwischen Nachfrage und Angebot öffnet sich also weiter. Laut Rabobank muss die weltweite Produktion aus Aquakulturen um 5 % p. a. wachsen, damit das Angebot die Nachfrage auch befriedigen kann. In der Branche wird diese Entwicklung auch die „Blaue Revolution“ genannt.

Der dynamische Wachstumstrend hat Wind in die Branche gebracht. So hat kürzlich der weltgrößte Getreidehändler, die US-amerikanische Cargill, für 1,5 Mrd. $ den norwegischen Lachsfutterproduzenten Ewos gekauft. Im April hat der niederländische Handelskonzern SHV Holdings sogar 4 Mrd. $ für den Lachsfutterlieferanten Nutreco auf den Tisch gelegt. Und auch Japans größtes Handelshaus, Mitsubishi Corp., hat sich nicht lumpen lassen und für 1,4 Mrd. $ den norwegischen Lachsfarmer Cermaq gekauft.

Mit welchen Aktien kann man am besten von dem oben skizzierten Trend profitieren? Cargill und SHV sind nicht börsennotiert. Mitsubishi ist sehr groß, wobei der Anteil des Aquakulturgeschäfts zu gering ist. Ohnehin ist man bei Spezialisten besser aufgehoben.

• MARINE HARVEST (924 848; 97,75 NOK) ist der uneingeschränkte Platzhirsch der Branche. Das in Oslo ansässige Unternehmen hat ein strammes Wachstum hinter sich gebracht. Schließlich wurde die Firma erst 2006 gegründet. Marine Harvest betreibt u. a. in Norwegen, Schottland, Frankreich, Kanada, Chile und Japan Farmen für Zuchtlachse. Mit 11.700 Mitarbeitern und einem Umsatz von umgerechnet 2,758 Mrd. € im Jahre 2014 ist man der größte Lachszüchter der Welt. Die Aktie befindet sich seit Ende 2011 in einem stabilen Aufwärtstrend. Der Kurs hat sich in diesem Zeitraum vervierfacht. Die Aktie ist dennoch nicht teuer: Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2016 liegt das KGV bei knapp 10. Trotz der hervorragenden Kursperformance generiert die Aktie einen guten Teil ihrer Rendite aus den stets üppig fließenden Dividenden. Marine Harvest macht vierteljährliche Ausschüttungen. Aktuell liegt die jährliche Dividendenrendite bei ca. 5,2 %. In der Vergangenheit hat sie allerdings auch schon bei deutlich über 7 % gelegen. Wer in die Branche Fischzucht investieren will, kommt an Marine Harvest nicht vorbei.

• BAKKAFROST (A1C VJD; 244,50 NOK) ist das größte fischverarbeitende Unternehmen der Färöer-Inseln. Das Unternehmen wurde 1968 gegründet. 1979 ist man schließlich auch in das Fischzuchtgeschäft eingestiegen. Bakkafrost weist eine hohe Kosteneffi zienz auf und agiert sehr flexibel am Markt. 2014 hat man einen Umsatz von umgerechnet 359,636 Mio. € gemacht. Der Gewinn lag bei umgerechnet 86,729 Mio. €. Bakkafrost gelang es in den vergangenen Quartalen stetig die Margen zu steigern. Außerdem erlegt man sich hohe ökologische Anforderungen auf. Die Sterbe- und Zufütterungsraten liegen im weltweiten Vergleich auf dem niedrigsten Niveau.

Auch die Bakkafrost-Aktie hat eine enorme Kursperformance hinter sich. Nach dem Ende 2011 markierten Tief von 30 NOK legte der Kurs stetig zu und markierte erst Anfang August ein neues Allzeithoch von 260 NOK. Seitdem hat der Kurs aber rund 10 % nachgegeben. Das KGV per 2016 ist mit 12 in einem angemessenen Rahmen. Auch Bakkafrost überzeugt durch eine anhaltend hohe Dividendenrendite. Derzeit liegt sie bei 3,6 %, wobei sie in vergangenen Jahren auch schon zwischen 4 % und 5,8 % gelegen hat.

• SALMAR (A0M R2G; 123 NOK) gehört zu den weltweit größten Lachszuchtunternehmen. Das Unternehmen wurde 1991 gegründet und ist mittlerweile ein vertikal integriertes Aquakultur- Unternehmen. Man betreibt die Lachsfarmen vorrangig in Norwegen, aber auch in Großbritannien. 2014 hat man einen Umsatz von umgerechnet 773,324 Mio. € erzielt, wobei ein Gewinn von 131,279 Mio. € angefallen ist. Das KGV ist mit rund 12 moderat. Es winkt zudem eine attraktive Dividendenrendite von knapp 7 %. Der Aktienkurs hat sich seit Ende 2011 mehr als verfünffacht. Nachdem die Aktie dann seit Herbst 2014 auf hohem Niveau lediglich seitwärts tendiert hat, gelang Anfang August schließlich das Break nach oben, wobei mit 138 NOK ein neues Allzeithoch markiert wurde. Es folgte ein Rücksetzer auf die Breaklinie bei ca. 134 NOK. Nach dem charttechnischen Kaufsignal eine gute Kaufgelegenheit.

• AKVA GROUP (A0L EQU; 27,90 NOK) ist ein Ausrüster für die Aquakultur-Branche. Das norwegische Unternehmen ist erst 2006 aus dem Zusammenschluss dreier Firmen hervorgegangen. Hauptprodukte sind Käfi ge aus Stahl und Kunststoff sowie Software, mit der die Fütterung der Fische gesteuert und überwacht werden kann. Nach einem dynamischen Kursanstieg 2014 konsolidierte der Kurs dann monatelang auf hohem Niveau. Erst kürzlich erfolgte schließlich der Ausbruch aus der Konsolidierung nach oben. Ein Zurückrutschen auf die Breaklinie bei 28 NOK wäre eine gute Einstiegsgelegenheit.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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