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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 04.05.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 04.05.2015:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

First Solar - Vorübergehende Absatzschwäche: Nachkaufen

Auch First Solar hat Quartalszahlen vorgelegt. Der Gewinn lag bei nur 0,04 USD je Aktie statt der von Analysten erwarteten 0,39 USD je Aktie. Der Umsatz von 430,6 Mio. USD blieb ebenfalls weit hinter den erwarteten 531 Mio. USD zurück. die Zahlen sehen auch gegenüber dem Vorquartal schlecht aus, der Umsatz sank um -37%. Doch es gibt eine Erklärung. 

Umsatzrückgang durch Ausgliederung

Der Umsatzrückgang ist zu einem großen Teil auf die beabsichtigte Ausgliederung eines Unternehmens namens YieldCo zurückzuführen. Gemeinsam mit SunPower hat First Solar eine Tochter gegründet, die den Betrieb von Solarkraftwerken managen soll. Das macht derzeit ca. 25% des Umsatzes aus und der fehlt jetzt. 

Übrig bleibt das Modulgeschäft. First Solar konzentriert sich auf die Effizienzsteigerungen bei Solarmodulen und deren kostengünstige Produktion. Man ist inzwischen bei Produktionskosten inklusive Vertrieb von 0,40 USD/Watt angelangt und bietet eine Effizienz von 16,3% bei den Modulen an. Ich halte es für einen der großen Vorzüge von First SOlar, dass das Unternehmen sowohl in Sachen Moduleffizienz, als auch Kosten weltweit ganz vorne mitspielen kann. Ursächlich hierfür ist nicht nur die deutsche Ingenieursleistung, die in dem Unternehmen einen großen Anteil hat, sondern natürlich auch die gute Bilanz, in der 1,8 Mrd. USD Nettoliquidität für die Weiterentwicklung des Geschäfts zur Verfügung stehen.
 

Das Modulgeschäft ist schwankungsintensiv

Darauf hat das Management die Anteilseigner eigentlich vorbereitet. Durch den Wegfall der kontinuierlichen Einnahmen aus dem Management des Kraftwerksbetriebs werden die Schwankungen nun größer. Diesmal habe vor allen auch der Streik in den Häfen der Westküste dazu beigetragen, dass eine Reihe von Projekten nicht pünktlich abgeschlossen und Fakturiert werden konnten. Dieser Verzug werde jedoch im weiteren Verlauf sowohl organisatorisch, als auch finanziell voll aufgeholt werden, so der CFO in der Telefonkonferenz. 

Wir müssen also nun eher auf die Auftragslage schauen, und die hat sich sehr positiv entwickelt. Für das laufende Jahr sind die Produktionsanlagen bereits mit Aufträgen ausgelastet. Der Auftragsbestand ist gegenüber dem Vorjahresbestand um 15% angewachsen, dort ist jedoch ein Großauftrag aus dem April noch nicht enthalten. 

Wir erleben also bei First Solar eine Transformation hin zu einem Maschinenbauer, der - wie wir als Leid geplagte Maschinenbauernation wissen - größere Gewinnmargen ermöglicht, diese jedoch sehr unregelmäßig erzeugen wird. So gesehen hielten die Quartalszahlen kaum Überraschungen parat, denn die zugrunde liegende Entwicklung des Auftragsbestands ist positiv, die Produktionskapazitäten werden immer besser ausgelastet und die Kosten sind im Griff. Der Ausverkauf um -7% ist in meinen Augen daher den Aktionären geschuldet, die diese Entwicklung noch nicht realisiert haben und nun reißaus nehmen. 

Ich gehe davon aus, dass dieser Ausverkauf schon sehr bald wieder ausgeglichen wird und würde unsere spekulative Position zu den aktuellen Kursen morgen früh voll machen. 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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