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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 13.11.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 13.11.2015:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

First Solar - SunEdison steuert auf Liquiditätsprobleme zu

SunEdison produziert Halbleiter für die Solarbranche. Bei 2,5 Mrd. USD Jahresumsatz schiebt das Unternehmen 11,7 Mrd. USD Schulden vor sich her. Es war ein Wachstumsunternehmen ganz nach dem Geschmack vieler Hedgefonds und Spekulanten. Doch das Wachstum war Kreditfinanziert und beruhte auf der Annahme stabiler Einnahmen und Kosten für mehrere Jahre. 13 Analysten hatten bis gestern eine Kaufempfehlung auf den Titel.

Gestern hat nun einer von diesen Analysten seine Meinung geändert und begründet. Gordon Johnson von Axiom Capital wies darauf hin, dass SunEdison seine selbstgesteckten Ziele nicht erreicht. Die teuer finanzierten Projekte müssen verkauft werden, um den Schuldenberg abzutragen. Doch Johnson fürchtet, dass die Verkaufspreise nicht erzielt werden können, die für eine Abtragung des Schuldenbergs erforderlich sind. 

Allein ein solcher Kommentar setzt eine Kette in Bewegung, die für SunEdison sehr schwer aufzuhalten sein wird. Potentielle Käufer wissen nun, dass SunEdison verkaufen MUSS. entsprechend werden sie ihre Verhandlungsmacht ausnutzen und den Preis weiter drücken, was den Druck auf SunEdisons Bilanz weiter erhöht. die Aktie ist um 17% eingebrochen. 

Was hat das alles mit FirstSolar zu tun? Nun, auch First Solar verkauft derzeit einige seiner in Betrieb genommenen Solaranlagen und erzielte damit im vor zwei Wochen berichteten Quartalsergebnis ordentliche Gewinne. Fällt nun der Preis für solche in Betrieb befindlichen Anlagen, so werden die Gewinne künftig kleiner ausfallen. Entsprechend ist die Aktie von FirstSolar um 6% eingebrochen. 

Doch First Solar ist nicht mit SunEdison vergleichbar. First Solar setzt jährlich 3,6 Mrd. USD um und blickt auch ein Schuldenhäufchen von 300 Mio. USD. Dem steht eine Barposition in Höhe von 1,8 Mrd. USD gegenüber. 

Wir hatten in Folge der guten Quartalszahlen Gewinne mitgenommen. Ich gehe davon aus, dass die Turbulenzen im Solarmarkt noch ein wenig anhalten werden, zum Nachkaufen ist es also noch zu früh. Doch ich sehe keinen Grund, First Solar aufgrund der Probleme von SunEdison überstürzt zu verkaufen. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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