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Veröffentlicht von M.G. Börsen-Service am 07.09.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 07.09.2012:

Börsenbrief Cleverselect Investments
Cleverselect Investments

M.G. Börsen-Service - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit August 2008

FedEX Inc. – Gewinnwarnung

Der US-Paketzusteller FedEx kann wegen einer abkühlenden Weltwirtschaft seine bisherigen Gewinnziele nicht mehr aufrechterhalten. Weltweit agierende Logistik- und Paketdienste wie FedEx gelten als Gradmesser der konjunkturellen Entwicklung. Deshalb reagierten am Mittwoch auch die Aktienkurse von Wettbewerbern auf die Warnung mit Kursverlusten. In einem positiven Marktumfeld fiel die Deutsche-Post-Aktie etwas mehr als ein Prozent.

Auch die Aktien der Schweizer Logistikkonzerne Kühne+Nagel und Panalpina standen unter Abgabedruck.
Das Unternehmen leidet unter der Wachstumsschwäche in China. FedEX warnte vor weiter fallenden Gewinnen.
Zur Begründung führte FedEx die nachlassende Industrieproduktion Chinas an. Unter dieser Entwicklung litt der US-Luftfrachtspezialist in seinem jüngsten Quartal, das im August beendet wurde. Hier verfehlte FedEx die ohnehin schon reduzierte Prognose.
Die schwache Weltwirtschaft habe das Express-Geschäft stärker als gedacht in Mitleidenschaft gezogen. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen nicht. Detaillierter will sich FedEx am 18. September mit der Vorlage der Quartalszahlen äußern.
Auch der Luftfahrtverband Iata hatte vergangene Woche schon gewarnt, dass er keine Verbesserung der Lage bei Luftfracht sehe. Im Juli war das Volumen der in Flugzeugen transportierten Güter um 3,2 % gefallen. Hier wird ebenfalls auf die Entwicklung derchinesischen Industrieproduktion verwiesen, die im August so stark wie seit dreieinhalb Jahren nicht schrumpfte.
Anstelle den Quartalsgewinn je Aktie von 1,46 $ im Vorjahreszeitraum auf bis zu 1,60 $ zu steigern, fürchtet das Unternehmen nun einen Rückgang auf bis zu 1,37$.
Einen vollständigen Einblick in den Verlauf des Quartals will das Unternehmen am 18. September geben.
An der Börse wird das Unternehmen aktuell mit 28 Mrd. $ bewertet. Ein Gewinn von 1,37 $ je Aktie entspricht einem Quartalsgewinn von 434,29 Mio. $. Der Jahresgewinn soll bei 6,90 $ je Aktie liegen, was 2,18 Mrd. $ entspricht. Daraus resultiert ein KGV von 12,84, was im Vergleich zu deutschen Standardwerten sehr hoch ist.
Die Logistiker bekommen einen weltweiten wirtschaftlichen Abschwung immer am ersten und in der Regel auch am stärksten zu spüren.
Das Unternehmen ist in dieser Konstellation nicht mehr billig. Zudem werden die Kurse an der Heimatbörse in New York gemacht, was neben dem Kursrisiko auch noch ein Wechselkursrisiko birgt.

Groupon Inc. – noch kein Schnäppchen

Als die Groupon-Aktie von über 25 $ auf 15 $ fiel, rieten wir vom Kauf ab. Heute notiert die Aktie noch knapp über 4 $.
Nach den jüngsten Geschäftszahlen kommen wir auch auf diesem Niveau noch nicht in Kaufstimmung.
Im jüngsten Quartal konnten die Umsätze nur um 45% auf 568 Mio. $ gesteigert werden, was unter den Erwartungen von 578 Mio. $. Im laufenden Quartal soll das Umsatzwachstum nur noch bei 35% liegen. In den Vorquartalen konnte der Umsatz immer mehr als verdoppelt werden.
Es blieben 28 Mio. $ Gewinn über.

An der Börse wird Groupon mit 2,80 Mrd. $ bewertet. Der Jahresgewinn wird aller Wahrscheinlichkeit nicht über 100 Mio. $ liegen. Daraus resultiert ein KGV von 28, was für ein Unternehmen mit dreistelligen Wachstumsraten durchaus noch Ordnung wäre. Das Wachstum wird aber von Quartal zu Quartal kleiner.
Zudem nehmen es die Herren von Groupon mit der Bilanzierung anscheinend nicht so genau. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC musste im Januar Ermittlungen einleiten, weil Groupon nachträglich den Gewinn massiv nach unten korrigierte.
Das Vertrauen der Marktteilnehmer ist geschädigt. Bis das Unternehmen wieder das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen kann, braucht es in der Regel viel Zeit und vor allem wieder passable Quartalszahlen.
Solange hier keine Besserung in Sicht ist, halten wir uns hier noch zurück und setzen die Aktie auf unsere Watchlist.

CARREFOUR S.A. – Strategiewechsel

Das Unternehmen wurde 1959 von den Familien Fournier und Defforey gegründet und ist das größte Einzelhandelsunternehmen Europas. Mit mehr als 15.000 Filialen, rund 450.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp 80 Mrd. € ist Carrefour nach Wal-Mart das zweitgrößte Einzelhandelsunternehmen der Welt.
Seit Mai ist Georges Plassat neuer Vorstandsvorsitzender und hat nun Details bekanntgegeben, wie er den hinter Wal-Mart zweitgrößten Einzelhandelskonzern der Welt wieder auf Kurs bringen will. Eine neue Strategie hätte schon viel früher ausgearbeitet werden müssen. In den letzten zwei Jahren musste das Unternehmen 5 Gewinnwarnungen herausgeben – und der Aktienkurs hat sich fast geviertelt.
Plassat gibt dem Unternehmen drei Jahre Zeit, um Kosten und Schulden zu reduzieren.
In der Verwaltung in Paris sollen 500 bis 600 Stellen abgebaut werden. Herr Plassat will den Filialleitern mehr Freiheiten einräumen, sodass sich die Filialen den örtlichen Marktbedingungen anpassen können. Sein Vorgänger, Herr Lars Olofsson, ließ den einzelnen Filialleitern kein bzw. kaum Entscheidungsspielraum und führte das Unternehmen autoritär.
Unter Plassat sollen die Marken mehr eigenes Profil bekommen - nachdem sie unter der Führung von Olofsson noch unter der Dachmarke „Carrefour“ zusammengefasst wurden.

Der Strategiewechsel trägt bereits erste Früchte. Der Umsatz konnte im ersten Halbjahr um 0,9 % auf 38,82 Mrd. € gesteigert werden. Der Verlust konnte von 249 Mio. € auf 31 Mio. € verringert werden. Das EBIT ( Gewinn vor Steuern Abschreibungen u. Zinsen) lag bei 769 Mio. €. Aufgrund massiver Abschreibungen blieb nur ein Verlust von 31 Mio. € über.
Abschreibungen sind nicht zahlungswirksam – sprich das Unternehmen hat tatsächlich 769 Mio. € eingenommen, aber aufgrund von Abschreibungen den Gewinn gedrückt und somit natürlich auch die Steuerlast.
An der Börse wird das Unternehmen mit 11 Mrd. € bewertet. Demgegenüber stehen knapp 80 Mrd. € Umsatz und ein geschätztes EBIT von 2,05 Mrd. €.
Das kurz-/mittelfristige Aufwärtspotenzial lieg im Bereich der 20 Euro-Marke. Langfristig sind hier Kurse von 30 € durchaus realistisch, siehe Chart zweite Widerstandszone.
Wir setzen die Aktie auf unsere Watchlist


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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