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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 14.04.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 14.04.2016:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

FACEBOOK (WKN: A1JWVX) - die Story bleibt genial

In der letzten Woche hatten wir das Thema bereits auf Seite 1 angerissen. Im Rahmen des Stockpickings bei US-Werten sollten Anleger auf diejenigen Titel setzen, die aufgrund ihrer Marktmacht hohes Wachstum, hohe Margen und entsprechende Cashfl ows generieren. Die Folge sind stark wachsende Kassenbestände sowie die permanente Erhöhung des Eigenkapitals. Das wiederum ermöglicht diesen Unternehmen in neue Geschäftsfelder problemlos vorzudringen, ohne auf Kapitalerhöhungen angewiesen zu sein (keine Verwässerung der Altaktionäre). Daraus resultiert weiteres Wachstum. An erster Stelle dieser Kategorie von Unternehmen stehen in den USA Alphabet, Amazon, Apple und Facebook. Was macht Facebook so genial?

Über drei Milliarden registrierte Nutzer im Facebook-Universum! Die Weltbevölkerung umfasste beim Jahreswechsel 2015/16 rund 7,39 Milliarden Menschen. Die Vereinten Nationen erwarten 2050 etwa 9,7 Milliarden Menschen auf dem Globus. Das Wachstumspotenzial scheint weiterhin gigantisch.

Facebook ist aber nicht nur Facebook. Neben der Social Media-Plattform „Facebook“ (ca. 1,6 Mrd. User) gibt es noch den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp (ca. 1 Mrd. User) sowie Instagram (über 430 Mio. User) - eine rasant wachsende Plattform zum Austausch von Bildern und Videos. Ganz am Beginn steht der Bereich „Virtual Reality“ mit Oculus Rift. Im Einzelnen:

1. Die Plattform „Facebook“ wächst kontinuierlich weiter. Sie steht noch nahezu für 100 % der Gewinne. Innerhalb der letzten 12 Monate stieg die Zahl der monatlich aktiven User um 14 % auf nahezu 1,6 Mrd. 65 % der Nutzer sind jeden Tag aktiv. Ein Wert, der langsam aber sicher nach oben steigt. Allein im letzten Quartal konnte Facebook bei den Usern von mobilen Endgeräten um 40 Mio. aktive Nutzer auf 934 Mio. zulegen. Die Message für Unternehmen ist klar: Wer auf Facebook aktiv ist, muss seine Aktivitäten auf mobilen Endgeräten weiter optimieren.

2. Whats-App - Monetarisierung folgt. Das ursprüngliche Bezahlmodell (0,89 Cent p. a.) wurde wieder abgeschafft. Die Strategieänderung ist Folge einer zu geringen Verbreitung von EC- oder Kreditkarten in jenen Wachstumsländern, in denen WhatsApp noch nicht so stark wie in den USA oder Europa vertreten ist. Ohne entsprechende Zahlungsverfahren ist es nicht möglich, die App langfristig zu nutzen. Ist WhatsApp zukünftig in Entwicklungs- und Schwellenländern kostenlos verfügbar, dürfte die aktive Nutzerbasis von aktuell fast einer Milliarde Menschen regelrecht explodieren. Stattdessen sollen Unternehmen die zahlenden Kunden werden. Diese können in Zukunft WhatsApp als Kommunikationskanal für ihre eigenen Kunden nutzen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Zahlungsbereitschaft der Unternehmen dürfte deutlich höher als die bei Privatpersonen sein. Das Potenzial ist riesig. Gleichzeitig:

Neue Verschlüsselung gilt als Paukenschlag. Ab sofort läuft WhatsApp mit einer funktionierenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf höchstem Niveau. Selbst WhatsApp kann ab sofort gesendete Nachrichten nicht mehr lesen und auch nicht speichern. Das ist der Todesstoß für sämtliche anderen Messenger. Besonders Skype sitzt in der Falle. Bislang verdiente Facebook kein Geld mit WhatsApp. Das wird sich ändern. Wir gehen davon aus, dass WhatsApp in den nächsten drei bis fünf Jahren seine Nutzerzahl nochmals verdoppeln wird.

3. Instagram ist besonders bei jungen Leuten der Hit schlechthin. Jeden Monat nutzen über 400 Millionen Menschen weltweit Instagram und teilen täglich über 80 Millionen Fotos und Videos. Für Unternehmen wird Instagram immer wichtiger, denn die Reichweite ist hoch und die Möglichkeiten sind vielseitig. Seit September kann jeder auf Instagram selbst Anzeigen einstellen. Instagram ist das am schnellsten wachsende Social Network, auf dem bereits etwa die Hälfte aller 18-29-jährigen deutschen Internetnutzer vertreten ist. Die Einfachheit und der visuelle Aspekt begeistern. Es darf vermutet werden, dass auch Instagram Richtung 2020 in die Nutzerzahlen von Facebook reinwachsen wird. Die Werbeeinnahmen sollten denen von Facebook in nichts nachstehen.

4. Oculus-Rift: Der neue Hype wird „Virtual Reality“. Auch hier gilt Facebook als First Mover. Mit der ersten Rift-Brille hat Oculus einen wahren Boom für Virtual Reality eingeläutet. Für Gamer ist es der Kick, für Mediziner eine Chance und für Techniker die Zukunft: Eine Realität, die nur virtuell existiert, in der man sich aber bewegen, die man erfahren und erfühlen kann. Dem User wird das Gefühl vermittelt, Teil des Geschehens zu sein. Als Samsung vor wenigen Wochen sein neues Smartphone S7 an den Markt brachte, wurde dazu als Kaufanreiz die Samsung Gear VR-Brille mit in den Korb gelegt. Die Brille wurde zusammen mit der Facebook-Tochter Oculus entwickelt. Dazu gibt es einen Oculus-Store (vergleichbar mit GooglePlay), welcher die entsprechenden Anwendungen (auch kostenpfl ichtig) bereithält. Die Technologie steckt noch in den Anfängen - aber sie könnte unser Leben revolutionieren.

Bewertungstechnisch ist Facebook kein Schnäppchen. Das 2016er KGV liegt bei 36. Dafür ist die Gewinndynamik hoch. 2015 stieg der Umsatz (fast ausschließlich Werbeeinnahmen) um 44 % auf knapp 18 Mrd. $. Verdient wurden 3,69 Mrd. $ (+ 25 %). Per 2017 dürfte das KGV auf 26 sinken. Die Bilanzqualität steht außer Frage. Bei einem Eigenkapital von 44,22 Mrd. $ per Ende 2015 kommt man auf eine Eigenkapitalquote von knapp 90 %. In der Kasse liegen rd. 18 Mrd. $.

Fazit: Facebook wird auch weiterhin auf Wachstumskurs bleiben. Viele Bereiche stehen dabei erst noch vor ihrer Monetarisierung. Diese Investitionen kosten zunächst Geld. Enttäuschungen bei Quartalszahlen sind deshalb nicht auszuschließen. Die Skalierbarkeit im Anschluss daran ist jedoch enorm hoch. Einen Fuß in der Tür sollte man jedoch haben. Bei Rücksetzern darf dann aufgestockt werden. Langfristig sehr attraktiv.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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