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Veröffentlicht von BörseGo AG am 22.09.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 22.09.2011:

Börsenbrief Gold- & Rohstoff-Report
Gold- & Rohstoff-Report

BörseGo AG - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2002

Exportiert Russland bald mehr Öl?

Eine Steuerreform im Energiesektor könnte die Menge an Rohöl, die von Russland nach Europa und in andere Erdteile strömt, steigen lassen. Das geplante Inkrafttreten der neuen Verordnung - der erste Oktober - könnte nun aber vorerst an der Bürokratie im Kreml scheitern.

 

Ab Anfang Oktober will Russland Rohölexporte nicht mehr mit 444,10 Dollar pro Tonne, sondern nur noch mit 411,40 Dollar pro Tonne besteuern. Was sich zunächst wie eine Änderung anhört, die man vernachlässigen könnte, könnte zur erneuten Inbetriebnahme von zahlreichen Ölbohrtürmen führen, die mit relativ hohen Kosten operieren und durch die Steuervergünstigung wieder profitabel werden.

Nun muss jedoch das Zollgesetz Russlands verändert werden, um eine Senkung dieser Größenordnung, also um 7,37% zu vermöglichen. Russlands Vizepremierminister Igor Sechin ist aber, ganz im Gegensatz zu einigen Marktkommentatoren, davon überzeugt, dass die Änderung wie geplant am 1. Oktober kommen wird. „Die Änderung wird wie geplant in Kraft treten, es müssen nur ein paar juristische Angel egenheiten geklärt werden. Es wird bald Klarheit herrschen“, sagt er.

Dabei geht es vor allem um die Vereinheitlichung der Besteuerung von allen Mineralölprodukten außer Benzin auf 66% der Exportsteuer von Rohöl. Mit diesem von Putin unterzeichneten Gesetzesentwurf wurde die günstigere Besteuerung von Schweröl beendet, die den Ausbau von Raffinerien in Russland bremste. Die Steuer auf Schwerölexporte würde mit Putins Vorschlag um 31% angehoben. Raffinerien konzentrierten sich in den vergangenen Jahren auf die Produktion und den Export von Schweröl, während die Produktion etwa von Benzin vernachlässigt wurde.

Dies führte zu einer Verknappung von Benzin auf dem russischen Markt. Um auch dem entgegenzuwirken soll der Exportzoll für Benzin auf 90% des Zolls für Erdölexporte angehoben werden.

Fazit

Russland ist im weltweiten Vergleich wohl eines der entwickelten Länder mit der niedrigsten Energieeffizienz. Es benötigt also sehr viel Energie, um wirtschaftliche Leistung zu generieren. Es finden aber Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz statt. Daher ist es wahrscheinlich, dass Russland selbst bei weiter wachsender Wirtschaft nicht sehr viel mehr Öl für sich benötigen wird. Mit der Implementierung der in diesem Artikel beschriebenen Reform könnte der Ölexport aus Russland in den nächsten Monaten wachsen, was den Preis insbesondere von Brent Crude Oil belasten könnte. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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