Europa spricht keine gemeinsame Sprache

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 16.11.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Bernecker Tagesdienst

Jeder gegen jeden, einer gegen alle, alle gegen einen. Die politischen Vertreter der Euro-Länder halten derzeit mit wortreichen Beiträgen nicht hinter dem Berg. Der Großteil der Interviews und Presseerklärungen hat eines gemeinsam: Sie leisten keinen sachdienlichen Beitrag zur Bewältigung der zahlreich vorhandenen Problemstellungen. Im Gegenteil, sie tragen dazu bei, die Fronten weiter zu verhärten und erschweren das politische Miteinander.


 

Ein deutscher Bundeskanzler a.D. würde es wohl als „Kakophonie“ bezeichnen, was derzeit durch die Ga- zetten rauscht. Getrieben von der Lust nach Selbstdarstellung und auf der verzweifelten Suche nach Profil fällt es offenbar schwer, mit provokanten Aussagen sparsam umzugehen. Auf Aussagen der Güteklasse wie sie zuletzt von Volker Kauder oder Jean-Claude Juncker zu vernehmen waren, können die Finanzmarktteilnehmer gerne verzichten.

Das europäische Modell bedarf einer Harmonisierung. Wenn sich die Mitgliedsländer der Europäischen Union weiterhin bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegenseitig in den Rücken fallen, stehen die Chancen auf einen Erhalt der Gemeinschaft schlecht. Ungeachtet individueller Interessen ist es dringend angezeigt, zumindest nicht dann an der Entstehung eines Scherbenhaufens mitzuwirken, wenn es um das berühmt-berüchtigte alles oder nichts geht. Reden ist Silber, Schweigen ist gerade in diesen Wochen Gold (wert). 

 

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