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Veröffentlicht von Redaktion "fonds kompakt" am 28.10.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 28.10.2009:

Börsenbrief fonds kompakt
fonds kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

ETFs: unkompliziert, kostengünstig, transparent

Das Wachstum des ETF-Marktes ist auch in den letzten Monaten ungebrochen. Laut der Deutschen Börse haben vor allem Produkte, die den DAX und den EURO STOXX 50 abbilden – dank der jüngsten Rally – viele Anleger angelockt. ETFs boomen, und dies ist auch verständlich. Denn sie sind günstig wie Zertifikate, so einfach zu handeln wie eine Aktie und so sicher wie klassische Investmentfonds. Die beliebte Produktart ist für (fast) alle Anlageklassen verfügbar.

Die wachsende Beliebtheit der Exchange Traded Funds (ETFs) ist leicht nachzuvollziehen. Denn ETFs bieten eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Anlageformen wie beispielsweise den Zertifikaten oder klassischen Investmentfonds. Zu erwähnen wäre vor allem die hohe Transparenz und die flexible Einsetzbarkeit der ETFs. Durch eine einzige Börsentransaktion kann der Anleger beispielsweise einen kompletten Index (exemplarisch den DAX) in sein Depot legen. Und dies zu sehr günstigen Preisen. Die Anlegerschaft kann also einen Branchensektor, einen Aktienindex oder sogar ein ganzes Land wie eine Aktie handeln. Dabei hat der Anleger eigentlich nur eine Art Investmentfonds zur Verfügung, dessen Börsenkurs aber laufend aktualisiert wird. Ursprünglich bildeten ETFs Aktienindizes nach. Diese Fonds wurden an der Börse gehandelt, weshalb auch der Begriff „börsengehandelte Indexfonds“ verwendet wird. Inzwischen sind Produkte hinzugekommen, die Rohstoffe, Regionen oder Branchen abbilden oder mit denen sich auch auf fallende Kurse setzen lässt, ebenso wie es auch ETFs mit Hebel gibt. Der Handel über die Börse sorgt für hohe Liquidität, während die Sicherheit für Anleger hoch ist, denn ETFs werden rechtlich wie klassische Investmentfonds behandelt. In den USA sind ETFs schon seit vielen Jahrzehnten erfolgreich und vor allem bei professionellen Anlegern beliebt. Institutionelle Investoren in den USA halten derzeit etwa 45% ihres Anlagevolumens in ETFs. Auch in Deutschland nehmen ETFs langsam Fahrt auf. Seit ihrer erstmaligen Notierung im XTF®-Segment der Gruppe Deutsche Börse im April 2000 haben ETFs andere Anlageprodukte deutlich überholt. Aktuell ist vor allem der Handel mit Indexfonds en vogue. Die Volumina in diesem Bereich sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen.


Sicher und liquide

Ein Argument für ein ETF-Engagement ist das mittlerweile große Angebot, die Abdeckung aller wichtigen Anlagenklassen sowie die breit aufgestellten Indizes bzw. die hohe Liquidität von ETFs. Da bei ETFs die mindestens zu handelnde Menge nur ein Stück beträgt, stellen Börsenbetreiber wie die Deutsche Börse eine ständige Liquidität mit geringen Geld-Brief-Spannen, auch für kleine Mengen, sicher. Die niedrigen Handelsspannen (Spreads) werden unabhängig von der Höhe der Börsenumsätze festgesetzt. Zudem garantieren die so genannten Designated Sponsors bei allen ETFs eine hohe Liquidität, indem sie dauernd An- und Verkaufskurse für die Fonds stellen. Somit können Anleger also ETFs wie eine Aktie auf sehr einfache und direkte Art und Weise während der gesamten Börsenöffnungszeit handeln. Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Sicherheit der ETFs. Denn wie ein herkömmlicher Investmentfonds bilden Exchange Traded Funds Sondervermögen des Emittenten. Das heißt, das Vermögen eines ETFs ist vom Vermögen des Emittenten getrennt und darf nicht angetastet werden, sollte der Emittent zahlungsunfähig werden.


Profiteure der Krise

Die hohe Sicherheit, Liquidität und Transparenz von ETFs wissen sowohl private als auch institutionelle Anleger, vor allem seit dem Ausbruch der Finanzkrise, immer mehr zu schätzen. Außerdem enttäuschte auch die Performance vieler aktiv gemanagter Fonds. Während 2008 für die Aktienmärkte ein schwieriges Jahr war, stieg nach Angaben von Lyxor Asset Management das Volumen des europäischen ETF-Marktes um 6,49% auf rund 91,2 Mrd. Euro. Einer Studie der Deutschen Bank zufolge dürfte der ETF-Markt mittelfristig weiter wachsen. Die Experten erwarten demnach eine Zunahme des Anlagevolumens auf etwa 150 Mrd. bis Ende 2010 in Europa und begründen dies mit weiteren Produktinnovationen sowie verstärktem Interesse institutioneller Investoren und Pensionsfonds.


Gebühren

Ein kurzer Blick auch noch auf die für Anleger wichtigen Gebühren. Anders als bei den meisten klassischen Investmentfonds fällt bei einem ETF-Kauf kein einmaliger Ausgabeaufschlag an, außerdem werden auch beim Verkauf keine Rücknahmegebühren erhoben. Eine Verwaltungsgebühr oder eine Managementgebühr gibt es meist ebenfalls nicht oder sie fallen sehr niedrig aus. Die durchschnittlichen Verwaltungsgebühren der ETFs im Handel an der Börse Frankfurt liegen je nach abgebildeter Branche und Region bei etwa 0,10% bis 0,50% pro Jahr. Die Verwaltungsgebühren für Renten-ETFs belaufen sich auf jährlich rund 0,10% bis 0,25%. Die Gebühren werden nach Angaben der Deutschen Börse anteilig für jeden Tag errechnet und vom Fondsvermögen automatisch abgezogen.


Fazit

 An Exchange Traded Funds werden Anleger künftig nicht vorbei kommen. Ihre Vorteile sind für jeden nachvollziehbar: keine Mindestanlagesummen wie bei normalen Investmentfonds, eine sehr überschaubare Kostenstruktur, eine hohe Transparenz und die Möglichkeit, auch noch – im Gegensatz beispielsweise zu vielen Zertifikaten – von Dividendenausschüttungen zu profitieren. Zudem lassen sich auch verschiedene Strategien mit ETFs umsetzen. Das alles sind gute Argumente, sich mit ETFs näher zu befassen.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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