Endlich gibt es wieder ein heterogenes Bild der Assetklassen

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 11.05.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Aktionärsbrief

Die Jahre seit 2003 waren durch einen nie zuvor gesehenen Gleichlauf der Assetklassen gekennzeichnet. Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien - alles rannte in eine Richtung. Die Diversifikation über mehrere Assetklassen war fast überflüssig. Der ganze Markt war ein Klumpenrisiko. Inzwischen hat sich dieses Bild geändert.


 

Der Rentenmarkt befindet sich in der Baisse. Die Immobilienmärkte werden von regionalen Markteinflüssen beeinflusst und laufen sehr heterogen. Die Aktienmärkte befinden sich im Haussetrend, wobei es auch hier sehr differenzierte regionale Entwicklungen gibt. Und der Rohstoffmarkt hat sich nach vielen Jahren erstmals vom Aktienmarkt abgekoppelt.

Die Überspekulation an den Rohstoff-

märkten hat ihr vorläufiges Ende gefunden. Ob es sich nur um eine Korrektur oder vielleicht um mehr handelt, wird man sehen. Fakt ist: Der CRB-Index hat seinen Aufwärtstrend vorerst beendet. Er gilt weltweit als führender Benchmark-Index für den Rohstoffmarkt. Öl ist mit 23 % am höchsten gewichtet. Auslöser der Korrektur waren höhere Margin-Anforderungen der Warenterminbörsen für Silber und Öl, was den Handel mit entsprechenden Terminkontrakten verteuert. Dazu kommt, dass die USA erstmals seit den 70er Jahren wieder Nettoexporteur von Erdöl sind und damit ihre Abhängigkeit von der OPEC deutlich reduzieren. Weitere Erhöhungen der Margin- Anforderungen für andere Rohstoffe könnten folgen.

Für die Aktienmärkte ist dieses Gesamtbild eindeutig positiv. Zum einen fehlen die Anlagealternativen. Der Aktienmarkt ist derzeit die einzige Assetklasse, welche sich in einem lupenreinen Aufwärtstrend befindet. Aktien sollten nicht nur von Umschichtungen aus dem Rentenmarkt, sondern auch von Abflüssen aus Rohstoffinvestments profitieren. Zum anderen ist das Luftablassen bei einigen Rohstoffen eindeutig positiv für die Gewinnmargen der Unternehmen. Denn:

Der Margendruck auf die Unternehmen hat zuletzt deutlich zugenommen. In den USA sind die Einkaufspreise zuletzt schneller gewachsen als die Verkaufspreise. Die Unternehmen wurden durch die Kombination aus steigenden Rohstoff- und Nahrungsmittelpreisen sowie teureren Vorprodukten belastet. Dass man dennoch bei den Gewinnen positiv überraschen konnte, liegt besonders daran, dass die Lohnstückkosten kaum gestiegen sind. In der Tendenz gilt das auch für Deutschland, wo in diesem Jahr nur unterdurchschnittlich viele neue Tarifverträge abgeschlossen werden. Daran dürfte sich in den nächsten zwei bis drei Quartalen wenig ändern. Eine zusätzliche Entspannung bei den Rohstoffpreisen wäre deshalb ein positives Signal, weil es die Margen zusätzlich entlasten würde. Die Chancen stehen mithin gut, dass die Unternehmen auch im zweiten Quartal mit ihren Ergebnissen positiv überraschen können.

Fazit: Das große Bild ist weiter stimmig. Kurzfristigen Korrekturen oder Konsolidierungen sollten Sie gelassen gegenüberstehen. Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten ist nicht gefährdet. 

 

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