Eine Frage des Vertrauens

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 15.08.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Bernecker Tagesdienst

Wo Vertrauen fehlt, regiert die Nervosität. Die Schwankungsbreite an den Aktienmärkten schoss in den vergangenen Wochen kräftig nach oben. Gerüchte machen in hohem Tempo die Runde und ziehen teils massive Kurseinbrüche nach sich. Der VIX, der die Volatilität am amerikanischen Aktienmarkt abbildet, lag zeitweise bei 48 Punkten und hat sich am Freitag auf das noch immer sehr hohe Niveau von 36 Punkten beruhigt.


 

Auch im Interbankenmarkt ist Vertrauen wieder Mangelware. Die Vorbehalte der Banken, sich untereinander Geld zu leihen, bewegen sich auf einem Niveau, das zuletzt zu Zeiten der Lehman-Krise zu verzeichnen war. Anstatt Kapital an andere Banken weiterzureichen, gehen die Institute zunehmend auf Nummer Sicher und deponieren ihre überschüssigen Mittel bevorzugt bei der EZB, obwohl sie dort eine Verzinsung erhalten, die sich deutlich unter dem Marktniveau bewegt.

Die EZB hat keine andere Wahl, als das Volumen der eigenen Kreditvergabe auszuweiten. Das Angebot, sich bei der Europäischen Zentralbank Kapital zu leihen, wird immer stärker nachgefragt. Die EZB bietet den Interessenten Kreditlinien mit einer Laufzeit von sechs Monaten, im Rahmen der letzten Vergabe wurden fast 50 Mrd. Euro angefragt und vergeben. Besonders südeuropäische Banken haben es schwer, auf dem Interbankenmarkt zum Zuge zu kommen. Das Szenario einer Kreditklemme wird damit immer realistischer. 

 

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