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Veröffentlicht von Redaktion "Antizyklischer Börsenbrief" am 01.07.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 01.07.2010:

Börsenbrief Antizyklischer Börsenbrief
Antizyklischer Börsenbrief

BörseGo AG - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Juni 2006

Edelmetall-Serie: Endlich Sommerpause...

Der Sommer ist nicht nur an der Börse eine Zeit des Innehaltens: Wenn die Börsianer Urlaub machen und in der Sonne brutzeln, dann werden die Umsätze in den Handelsälen dünn. Wie an den Aktienmärkten gilt auch beim Gold: Der Sommer ist nicht die beste Zeit, um Kurssteigerungen zu erwarten: Es gibt dann kaum nachfragesteigernde Einflüsse, wie etwa im Herbst oder im Winter.

In den westlichen Industrienationen gibt es jetzt weder Weihnachtsgeld noch UÅNberschüsse, die erst zum Jahresende hin wieder angelegt werden wollen. Ähnlich sieht es in Asien aus: Viele Bauern dort investieren ihre Gewinne teilweise in Gold, wenn sie im Herbst wissen, wie die Ernte ausgefallen ist. Chinesische Anleger kaufen das Edelmetall am Jahresanfang zum chinesischen Neujahresfest, Inder decken sich während der indischen Hochzeitssaison im Herbst mit Pretiosen ein - all das fällt jetzt weg. Bliebe nur die Investitionsnachfrage. Diese hat deutlich zugelegt. Aber selbst im Umfeld weiterer Mel dungen seitens der Staats - schuldenkrise, in Spa nien etwa, gab es zuletzt keine deutlichen Kurs stei ge run - gen beim Gold mehr. Das ist ein Warnsignal. Dennoch gibt es derzeit kaum ein Bör sen- oder An le ger magazin, das sich nicht für Gold- Invest ments stark ma chen würde. Kürz lich berichtete sogar die Abend - schau des Baye ri - schen Fernsehens über Schlangen von Goldkäufern an den Schaltern von Goldhandelshäusern in München. Die Abendschau ist sonst nicht dafür bekannt, sich mit Finanzthemen zu beschäftigen. All dies deutet darauf hin, dass sich die Stimmung einem vorübergehenden Höhepunkt nähert. Neu ist das allerdings nicht: Der Goldbullenmarkt der vergangenen zehn Jahre war im Sommer noch nie besonders spannend. Die Tendenz war meist abwärts gerichtet. Sogar in sehr guten Jahren wie 2005 und 2008 war der Aufschwung im Sommer bescheiden. Generell kam es beim Goldpreis von 2000 bis 2009 während der Sommermonate unter dem Strich zu einer Seitwärtsbewegung. Abbildung 26 zeigt das. Der durchschnittliche Sommerverlauf von 2000 bis 2009 ist in der roten Linie dargestellt. Die blaue Linie zeigt den Goldpreis des laufenden Jahres. Verkaufen würden wir unsere physischen Bestände deshalb aber nicht. Es sind noch genügend Faktoren in der Pipeline, die dafür sorgen werden, dass die Edelmetalle in den kommenden Jahren zu den wichtigsten Investments überhaupt zählen werden: Gold war während der vergangenen zehn Jahre die beste Anlage überhaupt: Seit 2001 hat sich der Preis verfünffacht und konnte auf Euro-Basis rund 13,5 Prozent pro Jahr zulegen. Die Nachhaltigkeit des Goldpreisanstieges wird allerdings von vielen Anlegern immer noch nicht wahrgenommen. Dabei sind die Goldkäufe einiger Zentralbanken ein sicheres Zeichen dafür, dass sich die Lage verändert hat: Saudi-Arabien und China waren zuletzt erstmals seit 20 Jahren Netto-Goldkäufer. Zuvor hatten sich die Zentralbanken mehrheitlich von ihren Goldbeständen getrennt. Zu einem unrühmlichen Höhepunkt war es vor zehn Jahren gekommen, als der damalige britische Finanzminister Gordon Brown das Gold des Königreichs zum absoluten Tiefstkurs verschleudert hat. Auf sieben Milliarden britischen Pfund wird der Schaden geschätzt, der dadurch entstanden ist. Das Geld könnten die hoch verschuldeten Briten heute gut gebrauchen. Ob Gordon Brown gewissermaßen „zur Belohnung“ einige Zweit später britischer Premierminister wurde, das entzieht sich unserer Kenntnis. In jedem Fall wird er dank seiner Goldverkäufe zum absoluten Tiefpunkt wohl in die Geschichtsbücher eingehen: In Fachkreisen wird das 20-Jahres-Goldtief um die Jahrtausendwende bereits als „Brown Bottom“ bezeichnet. Wegen der anhaltend hohen Goldpreise sprechen einige Medien bereits von einer „Blase“ beim Gold. Das ist natürlich Unsinn. Was wir derzeit sehen, ist eine vorübergehende Überhitzung des Marktes, die sich wieder abbauen wird. Von einer Blase kann überhaupt keine Rede sein. Sehen wir uns das an: Derzeit notiert der Wert der US-Goldbestände bei rund 1,85 Prozent der USWirtschaftsleistung. Im Jahr 1940 lag dieser Wert bei über 20 Prozent, im Goldboomjahr 1980 bei knapp sieben Prozent. Vergleicht man die vorhandene Goldmenge mit der Geldmenge, so ist das aktuelle Preisniveau ebenfalls günstig. Würde man die Geldmenge M1 ähnlich wie im Jahre 1980 zu 45 Prozent mit Gold decken, müsste der Goldpreis auf etwa 10.000 US-Dollar ansteigen. Bei einer Deckung der breiter definierten Geldmenge M2 müsste der Goldpreis sogar auf 30.000 US-Dollar explodieren. Die Goldnachfrage zu Investitionszwecken ist ebenfalls im Aufwind. Im vergangenen Jahr kletterte sie auf 1.270 Tonnen. Besonders ETF's (594 Tonnen) konnten deutlich zulegen. Auch Hedgefonds entdecken neuerdings ihre Vorliebe für das Gold. Leider wird Gold oft als Investment für Untergangspropheten, Pessimisten und Schwarzmaler diffamiert, die sich den Untergang des Finanz - systems weiden. Das ist ein ernst zu nehmendes Problem, denn dadurch wird so mancher von einem Investment in Gold womöglich abgeschreckt. Übersehen wird dabei auch der Aspekt, dass Gold und Silber eine hervorragende Depot-Versicherung mit jahrtausenderlanger Geschichte sind. Zur Erinnerung: Gold ist an kein Versprechen einer Regierung, einer Institution oder irgendeiner Person geknüpft. Es hat kein Liquiditätsrisiko, es wird rund um die Uhr weltweit als Zahlungsmittel akzeptiert. Und es kann niemals wertlos werden. Bei ALLEN Papieranlagen ist das anders. Die Zeitschrift Finanztest rät in ihrer Juli-Ausgabe zum Schutz vor Inflation übrigens zu gut verzinsten Tagesgeldkonten anstelle von Gold. Das Edelmetall sei teuer und notiere zudem in US-Dollar. Damit trage der Anleger außer dem hohen Preis auch ein Wechselkursrisiko. Kein Wort davon, dass der Goldpreis Kaufkraftverluste beim US-Dollar natürlich ausgleicht. Nun ja, was will man von einem verkappten Sprachrohr der Bundesregierung auch anderes erwarten. Fakt ist: Gold ist seit Jahrtausenden ein Seismograph für den Zustand des Finanz sys - tems, des Geldwesens und der Inflation. Zwar steht die Eurozone derzeit im Blickpunkt der Diskussion. Doch natürlich könnten die Turbulenzen auch nicht ganz unabsichtlich in Gang gekommen sein – etwa um von den noch viel größeren Problemen in den USA oder in Großbritannien abzulenken. Der Vollständigkeit halber wollen wir nochmals einige Argumente in Erinnerung rufen, die für eine nachhaltig steigenden Goldpreis sprechen: Die Edelmetalle sind die einzige Vermögensklasse, die sich in einem inflationären wie auch in einem deflationären Szenario behaupten können. Ein zügiger Ausbau der Produktionskapazitäten, der die Preise unter Druck bringen könnte, ist nicht in Sicht: Die stark gestiegenen Abbau-, Energie und Lohn kos - ten haben die Preissteigerungen teilweise überkompensiert. Auch sind die leicht abzubauenden Reserven bereits erschöpft, sodass immer tiefer gelegene und damit teurere Vorkommen erschlossen werden müssen. Die Tatsache, dass institutionelle Investoren, Staatsfonds und rohölproduzierende Nationen derzeit noch unterproportional in Gold investiert sind, spricht für eine weiterhin steigende Investmentnachfrage. Im laufenden Jahr hat sich der Goldpreis von der Entwicklung des Dollars weitgehend abgekoppelt. Die jüngste Entwicklung zeigt, dass ein stärkerer Dollar nicht mehr zwangsläufig einen schwächeren Goldpreis führt. Trotz Dollar-Aufwertung konnte sich der Goldpreis zuletzt auf hohem Niveau halten und sogar ein Allzeithoch markieren. Vor dem Hintergrund der saisonalen Einflüsse ist das bemerkenswert. Der Bullenmarkt beim Gold scheint in eine neue Phase einzutreten, in der das Edelmetall gegenüber allen Papierwährungen aufwertet. Bullenmärkte bei Gold sind durch zwei extrem starke menschliche Emotionen getrieben: Angst und Gier. Die Kombination dieser beiden Faktoren dürfte in der letzten Phase des Bullenmarktes einen parabolischen Anstieg auslösen. Das wird allerdings noch einige Zeit dauern. Kurzfristig könnten die eingangs beschriebenen Übertreibungssignale für eine Abkühlung auf dem Goldmarkt sorgen. Uns wäre das sehr recht. Wir würden uns jetzt auf die Lauer legen um physische Goldbestände bei Kursrücksetzern weiter aufzustocken. Silber sollte man hier aber nicht vergessen: Abbildung 30 zeigt, dass der Silberpreis im direkten Vergleich mit Gold noch einiges an Nachholpotential hat. Unseren zahlreichen neuen Lesern wollen wir an dieser Stelle Abbildung 32 ans Herz legen, die wir in ähnlicher Form schon mehrfach im Antizyklischen Börsenbrief veröffentlicht haben. Betrachtet man den Weltleitindex Dow Jones gemessen in Unzen Gold, dann hat der „tolle Aufschwung“ in 2009 praktisch nicht stattgefunden. Im Gegenteil: Seit der Internet-Blase zur Jahrtausendwende war gemessen am Gold mit Aktien kein Blumentopf zu gewinnen. Vergangene Korrekturphasen, wie etwa nach 1929 oder in den 1970er Jahren waren erst bei einem Gold-Dow-Ratio von 1:1 bis 1:3 beendet. Heute liegt das Verhältnis bei 1:8. Da ist also noch reichlich Platz. Mit dem Thema Gold hat sich kürzlich auch die Erste Bank einmal ausführlich befasst. Sie finden die lesenswerte Studie unter folgendem Link: http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/erstebankgold2010.pdf Sie werden in dem Aufsatz keine wirklichen neuen Erkenntnisse finden, aber ganz interessante Statements. Etwa das folgende, das sich mit der Frage beschäftigt, ob sich beim Gold bereits eine Blase gebildet hat: „Bei Betrachtung der Fakten, relativiert sich die Panikmache rasch. Derzeit sind knapp 0,8% aller globalen Finanzassets in Gold, Goldaktien und ETF’s investiert. 1932 lag die Allokation bei 20%, im letzten Bullenmarkt Anfang der 80er Jahre bei 26%. Würden insgesamt 2% aller Assets in Gold allokiert werden, so würde die zusätzliche Nachfrage ca. 85.000 Tonnen betragen. Dies entspricht der Minenproduktion für knapp 34 Jahre. Zwar ist dies ein reines Zahlenspiel, es zeigt jedoch auf, wie unbegründet der Mythos von einer Gold-Bubble ist. Einer alten Weisheit nach, sieht man spekulative Blasen immer dort, wo man selbst nicht investiert ist“. Aufschlussreich ist auch die folgende Aussage, bei der es um die Bewertung der Minenaktien geht: „Verglichen mit dem S&P 500 ist die Marktkapitalisierung der wichtigsten Goldund Silberproduzenten winzig, sie beläuft sich (per 20. Mai) auf 1,9% der gesamten Marktkapitalisierung. Verglichen zu Pharmatiteln sind es knapp 20%, selbst Exxon Mobil ist um 50% höher kapitalisiert als alle 16 Aktien aus dem Gold Bugs Index“. Auch das folgende Zitat gibt interessante Einblicke in die wirkliche Lage: „Der Rekordabsatz der Münze Österreich in Höhe von 250.000 Stück in 2 Wochen entspricht (bei EUR 1.000 je Unze) einem Volumen von EUR 250 Mio. Die österreichischen Spareinlagen liegen aktuell bei EUR 260 Mrd. Das bedeutet, dass während der turbulenten „Griechenland-Wochen“ lediglich 0,0961% der österreichischen Spareinlagen in Gold allokiert wurden. Eine Bubble sieht wohl anders aus. Lt. Bloomberg sind aktuell USD 82 Billionen in Anleihen investiert. Die Frage nach einer Bubble wäre hier wohl begründeter“. Nun können wir uns auf die Fahnen schreiben, dass wir schon im Jahr 2001 zu Investments in Gold geraten haben. Zu einem Zeitpunkt also, da man dafür noch als weltfremder Spinner belächelt wurde. Mittlerweile ist das anders. Und auch wenn man sich als antizyklischer „Vordenker“ gelegentlich etwas unwohl fühlt, wenn selbst große Wirtschaftsmagazine das Thema Gold auf die Titelseiten hieven – das Endstadium der Goldhausse ist wohl noch ein ganzes Stück weit entfernt. Auch unterstreichen die drei Zitate unsere seit einigen Jahren immer wieder vorgetragene Aussage, dass man sowohl in Minenaktien wie auch in Münzen und Barren investieren sollte, und zwar langfristig, das heißt für die kommenden zwei bis drei Jahre. Übrigens hat der Oberste Gerichtshof Österreichs in einer aktuellen Entscheidung (7 Ob 29/10f) die Veranlagung von Sparvermögen in Gold als „spekulative“ und daher “nicht mündelsichere” Anlage eingestuft und untersagte deshalb eine Vermögensumschichtung von 350.000 Euro in physische Goldbarren. Die Frage, die sich uns da sofort stellt: Was ist spekulativer? Gold, also Geld, das seit Jahrtausenden seinen Wert erhalten hat? Oder der Euro, der seit seiner Einführung vor acht Jahren mehr als 50 Prozent seiner Kaufkraft eingebüsst hat? http://www.wirtschaftsblatt.at/home/boerse/investor/423903/index.do?_vl_ backlink=/home/boerse/index.do&_vl_pos=6.2.DT Alle Währungen dieser Welt haben einen WaÅNhrungshüter. Nur Gold hat keinen. Alle Währungen dieser Welt verlieren beständig an Wert. Nur Gold nicht. Vielleicht hätten die Österreicher darüber einmal nachdenken sollen. Daher unser Rat: An physischen Beständen, anonym gekauft und im persönlichen Umfeld sicher verwahrt, führt langfristig kein Weg vorbei. Sollten Sie noch nicht über ausreichende physische Bestände verfügen, nehmen Sie unter der Mobilfunk-Nummer 01 79 / 4 56 11 80 gerne Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen weiter.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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