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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 07.05.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 07.05.2015:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Drohnen verleihen Ihrem Depot Flügel

Das Geschäft mit den unbemannten kleinen Flugrobotern hat in den vergangenen Jahren eine ungeahnte Dynamik bekommen. Noch werden die Geräte vor allen Dingen militärisch genutzt. Dass Drohnen gewiss kein Spielzeug sind, wurde spätestens dann jedem bewusst, als das US-Militär auf den Kriegsschauplätzen im Irak und Afghanistan mit Hilfe von Drohen gezielte Tötungen von hochrangigen Anführern des Gegners vornahm. Aber die Einsatzmöglichkeiten sind nicht nur auf militärische Aufklärung, Transport oder Kriegführung beschränkt. Die zivilen Nutzungsmöglichkeiten sind noch weitaus vielfältiger. So kann die Polizei Drohnen zur Überwachung von Demonstrationen einsetzen, während die Feuerwehr einen Brand damit unter Kontrolle halten kann. Die Geräte können aber auch als Lieferboten eingesetzt werden. Amazon hat in diesem Bereich bereits einen Vorstoß gewagt. Geht es nach den Plänen des weltweit größten Internetkaufhauses, soll zukünftig ein Teil der bestellten Waren von Drohnen ausgeliefert werden. Aber auch die chinesische Alibaba und die deutsche DHL stoßen in diesen Bereich vor. In der Landwirtschaft können Drohnen aber auch zur Vermessung eingesetzt werden.

Sowohl viele große Konzerne als auch kleine Spezialisten beschäftigen sich mit dem Thema Drohnen. Bei den Konzernen dominieren noch Rüstungsbetriebe wie Lockheed Martin, Northrop Grumman, General Dynamics oder Mischkonzerne wie Textron das Geschehen. Aus gutem Grund: Die britische Zeitung „Guardian“ hat errechnet, dass sich 2012 die Ausgaben des Pentagon für den Kauf, den Betrieb und die Fernsteuerung von Drohnen auf 76,8 Mrd.$ summiert haben. Also bereits vor drei Jahren hat es sich um einen Multimilliarden-Dollar- Markt gehandelt.

Das Marktforschungsinstitut BI Intelligence taxiert das derzeitige jährliche Drohnengeschäft auf 6 Mrd. $. Diese Zahl beinhaltet lediglich die Drohnen an sich, lässt Kosten für Betrieb und Wartung also außen vor. Bis 2023 soll sich das Volumen auf knapp 12 Mrd. $ verdoppeln. Es gibt aber auch Schätzungen, die deutlich darüber liegen. Auch in Zukunft wird der Drohnenmarkt von militärischen Anwendungen dominiert sein, aber der Marktanteil von zivilen Anwendungsbereichen wird zunehmen.

Viele Unternehmen haben sich auf das Drohnengeschäft spezialisiert. Erst Mitte April konnte beispielsweise der chinesische Quadcopter-Hersteller DJI (A11 83Y; 50 pence) mehrere hundert Millionen Dollar am Kapitalmarkt einsammeln und bringt mittlerweile eine Marktkapitalisierung von rund 10 Mrd. $ auf die Waage. DJI bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer für kamerabesetzte Drohnen vornehmlich für zivile Einsatzzwecke. Nachdem es mit dem Kurs zunächst nur abwärts ging, scheint sich die Aktie nun bei rund 50 pence zu stabilisieren.

AEROVIRONMENT (A0M JX7; 25,56 $) entwickelt Drohnen, die vor allem für militärische Einsatzzwecke gedacht sind. Gut vier Fünftel des Jahresumsatzes (2014: 251 Mio. $) wird mit Drohnen erwirtschaftet. Dazu gehört z. B. der Flugroboter Puma, der aus der Hand eines Soldaten gestartet werden kann. Der „Nano Hummingbird“ ist einem Kolibri nachempfunden, ist nur 15 cm lang und wiegt gerade mal 19 Gramm. Das Gerät kann unbemerkt von Mensch oder Tier zu Beobachtungszwecken eingesetzt werden. Die Aktie von AeroVironment hat vor rund einem Jahr sein Allzeithoch von rund 40 $ markiert, kam dann aber wegen schlechter Zahlen deutlich zurück. Die Zahlen für das 1. Quartal 2015 fi elen dann aber wieder versöhnlich aus. Die Umsatzprognose für 2015 liegt bei 250 bis 270 Mio. $. Der Aktienkurs scheint derzeit im Bereich 25/26 $ einen Boden zu bilden. Mit einem KGV von 65 ist die Aktie aber auch weiterhin nichts für Anleger mit schwachen Nerven.

AMAZON (906 866; 424,45 $) will im Stammgeschäft von Drohnen profitieren. Das heißt also, dass man keine Drohnen herstellt, sondern sie sich zunutze machen will. Ob das utopische Zukunftsmusik, ein bloßer Werbegag oder eine ernsthafte Geschäftsidee ist, lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig sagen. Tatsache ist aber, dass Amazon im April eine Ausnahmegenehmigung der US-Flugsicherheitsbehörde FAA zum Testen von Drohnen bekommen hat. Sollte Amazon tatsächlich irgendwann einmal einen Teil seiner Lieferungen von Drohnen durchführen lassen, ist das für die Kunden sicherlich recht attraktiv, aber wir bezweifeln, dass sich die Möglichkeit von Drohnenlieferungen nachhaltig positiv auf Umsatz und Gewinn auswirken wird. Drohnen allein sind also kein Grund, in Amazon zu investieren. Dass wir Amazon aber generell auch weiterhin für aussichtsreich halten, hatten wir erst in der letzten Ausgabe geschrieben. Es bleibt also dabei: Wer noch nicht dabei ist, wartet Kurse von unter 420 $ ab, um dann einzusteigen.

INVENSENSE (A1J PHL; 15,50 $) stellt Sensoren her, die in Drohnen eingesetzt werden. Das US-Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Sensoren für Bewegung und Geräusche spezialisiert. Diese Sensoren werden nicht nur in Drohnen, sondern auch in Smartphones, Tablet-PCs, Smartwatches, Fernbedienungen und als Bildstabilisatoren in Kameras eingesetzt. Die Produkte von Invensense zeichnen sich durch einen sehr niedrigen Energiebedarf aus, was sich für den Einsatz in Drohnen besonders positiv einsetzt, bedarf ein hoher Energieverbrauch auch eines größeren und damit auch schwereren Akkus. Das Unternehmen hat es unter die Top-5 der Forbes-Liste für die besten mittelständischen Unternehmen geschafft. Dem Aktienkurs hat das allerdings nicht viel geholfen, denn der hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 25 % seines Wertes verloren. Positiv hingegen ist die relativ moderate Bewertung der Aktie: Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2016 liegt das KGV bei annehmbaren 24. Versuchen Sie es mit einem Kaufl imit bei 15 $!

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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