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Veröffentlicht von Redaktion "fonds kompakt" am 26.05.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 26.05.2010:

Börsenbrief fonds kompakt
fonds kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Dollar-Bonds bringen Performance

Die Euro-Schwäche nimmt allmählich dramatische Formen an. Binnen weniger Wochen verlor die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar um 9% an Wert. Von der Flucht in sichere Häfen profitierten auch Staatsanleihen erster Bonität. So erklomm der Bund-Future ein neues Allzeithoch. Beide Trends spielen weltweit investierenden Anleihefonds in die Hände.

Die Griechenland-Krise stellte die Eurozone vor ihre erste große Bewährungsprobe. Mit einem Hilfspaket über 110 Mrd. Euro wollen die EU-Staaten und der Internationale Währungsfonds eine Pleite des Mittelmeerstaates verhindern. Doch das Ausfallrisiko bleibt hoch, selbst wenn die griechische Regierung ihr Sparprogramm gegen erhebliche Widerstände durchsetzen kann. Immerhin wird die Staatsverschuldung am Jahresende wohl bei mehr als 120% der jährlichen Wirtschaftsleistung liegen. Zweifel an der Kreditwürdigkeit des Ferienparadieses scheinen daher durchaus berechtigt. Die Folge: Investoren flüchten in Scharen aus dem Euro in andere Währungen. Beliebt als sicherer Hafen ist vor allem der US-Dollar. Das ließ den Wechselkurs in wenigen Wochen von 1,34 US-Dollar auf 1,22 US-Dollar je Euro fallen. Einige Anleger profitierten allerdings erheblich von dieser Entwicklung: Besitzer von Dollar-Anlagen wie zum Beispiel amerikanischen Bonds. Hohe Kosten drücken die Performance Anleihen erster Bonität gelten gemeinhin als konservatives Investment, weil die Notierungen weniger stark schwanken als die Kurse an den Aktien- oder Rohstoffbörsen. Und in kritischen Zeiten ist für die meisten Anleger Kapitalerhalt oberstes Gebot. Aber die Fast-Pleite Griechenlands hat auch eines deutlich gezeigt: Die Verwaltung eines breit gestreuten und diversifizierten Anleihenportfolios ist kein einfacher Job. Fondsmanager, die sich auf die Einstufungen der Ratingagenturen verlassen haben, verkauften meist zu spät und dadurch verlustreich ihre Positionen griechischer, italienischer und spanischer Staatsanleihen. Im Umfeld niedriger Zinsen ist es in der Folge kaum mehr möglich, einen derartigen Rückschlag aufzuholen. Ebenfalls eine große Rolle spielen die Kosten: Bei Ausgabeaufschlägen von bis zu 3% sowie jährlichen Verwaltungsvergütungen von 1% und mehr bleibt von den Zinseinnahmen nur wenig übrig. Hinzu kommt manchmal eine erfolgsabhängige Vergütung, die so genannte Performance- Fee. Die Manager eines internationalen Bond-Portefeuilles haben neben den Coupons im Wesentlichen drei Stellschrauben, um Wertschöpfung zu generieren: die Steuerung der durchschnittlichen Restlaufzeit sowie die Spekulation auf Bonitäts- und Währungsveränderungen. In allen drei Segmenten ist eine große und erfahrene Truppe aus Analysten und Fondsmanagern von Vorteil. Darüber verfügt Raiffeisen Capital Management (RCM), die 1988 den Raiffeisen Global Rent aufgelegt hat. Das globale Anleihenteam der Österreicher umfasst 19 Mitglieder, von denen 14 am Global Rent mitarbeiten. Jeder Analyst gehört meist mehreren Untergruppen an, die Strategien für verschiedene Marktsegmente wie etwa Fremdwährungsanleihen oder Emerging Markets-Bonds entwickeln. Als verantwortlicher Fondsmanager koordiniert Gernot Mayr die einzelnen Strategien seit mehr als zehn Jahren. In dieser Zeit erzielte der Raiffeisen Global Rent eine durchschnittliche Performance von 3,8% – ein im Konkurrenzvergleich ansehnliches Ergebnis. Dank des konsequenten Risikocontrollings von RCM war zudem die Schwankungsbreite der Erträge relativ niedrig. Generell bilden Staatsanleihen die Basis des Portefeuilles. Der Euroanteil liegt bei 40%, ein Viertel entfällt auf den US-Dollar. Hinzu kommen Anleihen aus Japan, Großbritannien und den Schwellenländern. Ende März waren 256 Positionen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 7,7 Jahren im Depot. Erfolgreiche Währungsspekulation Wesentlich weniger Bonds – üblicherweise 30 bis 40 – hält der BW-Renta- International-Universal-Fonds. Bei der Restlaufzeit sind die Manager Gunther Eckner und Harry Schött eher vorsichtig: Im Schnitt laufen die Papiere in weniger als drei Jahren aus. Bei der Bonität orientieren sich die beiden an ihrer Benchmark, dem World Government Bond-Index auf Euro-Basis. Wichtigste Performancequelle ist der Währungsbereich, insbesondere die Gewichtung von Euro und Fremdwährungen im Portfolio. Aktuell hält der Fonds neben Euro-Anleihen (62,7%) große Positionen in Japanischen Yen (16,5%), Norwegischen Kronen (9%), Kanadischen Dollar (4,4%) und US-Dollar (3,4%). Der Rest entfällt auf Dänische Kronen (2%) und Australische Dollar (1,9%). Während auf lange Sicht makroökonomische Modelle Vorrang im Investmentprozess genießen, nutzen die Manager für kurzfristige Engagements die technische Analyse. Mit dieser Anlagestrategie erzielte der Fonds beeindruckende Renditen: Per Ende April betrug die Performance der vergangenen drei, fünf und zehn Jahre 7,5%, 4,1% und 5,6% per annum. Der BW-Renta-International- Universal-Fonds gehört mit diesen Ergebnissen zu den besten Publikumsfonds im Bereich internationaler Anleihen. Schließlich liegen die Durchschnittswerte der Kategorie nur etwa halb so hoch. Dabei verlangt die Fondsgesellschaft weder hohe laufende Gebühren noch eine erfolgsabhängige Komponente. Die Gesamtkostenquote (TER) von 0,9% ist fair. Mit 0,74% fällt die TER des Raiffeisen Global Rent sogar noch günstiger aus. Für beide Fonds spricht die Notiz an mehreren deutschen Börsenplätzen mit einem Spread zwischen An- und Verkaufskurs von weniger als 0,7%. In den meisten Jahren schlugen die Manager ihre Vergleichsindizes klar und gehörten zum besten Viertel ihrer Kategorie. Fazit: Internationale Rentenfonds können die Performance eines Wertpapierdepots in Zeiten eines schwachen Euros aufpeppen, wenn die Manager Währungstrends und Bonität der Schuldner richtig einschätzen. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus sollten Anleger auf angemessene Verwaltungsgebühren achten und Fondsanteile möglichst an der Börse ordern. Während der Raiffeisen Global Rent durch eine solide Rendite bei geringem Risiko überzeugt, spricht die überragende Performance eher für den BW-Renta-International-Universal. Letzterer bringt allerdings eine größere Schwankungsbreite der Erträge mit sich.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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