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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 11.05.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 11.05.2016:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Disney - Schwache Q-Zahlen durch schwaches Kabel-TV-Geschäft

Zootopia und Star Wars VII haben für 22% Umsatzwachstum bei Disney Studios gesorgt, der drittgrößte der vier Geschäftsbereiche. Beim Kabel-TV sowie bei den Vergnügungsparks stagnieren die Umsätze. Als Ursache für die schwachen Umsätze in den Vergnügungsparks werden die Osterferien genannt, die im vergangenen Jahr ins erste Quartal fielen und dieses Jahr erst im zweiten Quartal waren. Zudem haben man mehr in den Aufbau von Disneyland Shanghai investieren müssen, als geplant Der chinesische Vergnügungspark startet am 1. Juni. 

Die Auswirkungen des Kabel-TV Rückgangs auf Disney

 

Der besondere Fokus und somit die besondere Sorge der Analysten gilt dem größten Geschäftsbereich von Disney, dem Kabel-TV. Dort ist der Sportsender ESPN das Zugpferd des Bereichs. Im ersten Quartal fanden die Payoffs des College Footballs statt, vor einem Jahr fielen die Spiele ins zweite Quartal. Dadurch wurden nicht so viele selbst-programmierte Sendungen verkauft, deren Marge deutlich niedriger ist. Allerdings konnten die Werbeeinnahmen für die Playoffs diesen Umsatzausfall nicht vollständig ausgleichen. Sprich: Playoffs sind günstig, man nimmt ein wenig an Werbung ein und spart sich Arbeit. Lukrativer sind jedoch die selbstproduzierten Sendungen. 

Dieser ausführlich dargelegte Sondereffekt täuscht jedoch über die Probleme im Bereich der Nutzerentwicklung im Kabel-TV-Bereich hinweg. Kabel-Nutzer sind rückläufig. Und die Basis für verkaufte Werbung sind Nutzer, die diese Werbung dann sehen sollten. Die rückläufige Entwicklung vermindert die Verdienstmöglichkeiten in diesem Bereich in der Zukunft. Zudem ist eine der Haupteinnahmequellen die Abogebühr der Kabel-TV Nutzer. Auch die ist natürlich mit rückläufigen Nutzerzahlen rückläufig. 

So ist der Umsatz im Geschäftsbereich ESPN um 13% zurückgegangen, ein alarmierendes Warnsignal für viele Analysten. Der Umsatz des Konzerns ist um4% auf 12,97 Mrd. USD angestiegen, erwartet wurden jedoch 13.26 Mrd. USD. der Gewinn je Aktie lag bei 1,36 USD statt der erwarteten 1,40 USD. Die Aktie notiert heute mit 5% im Minus. 

Wechsel in der Führungsriege

Vor einigen Wochen hat sich der Thronfolger aus dem Konzern verabschiedet. CEO Bob Igers Vertrag läuft bis zum Juni 2019, als sein Nachfolger wurde bislang COO Tom Staggs gehandelt. Der hat sich jedoch Anfang April aus dem Konzern verabschiedet, nachdem er erfahren hatte, dass Bob Iger den Aufsichtsrat gebeten hat, die Suche nach einem Nachfolger auszuweiten. In der Telefonkonferenz betraf gleich die erste Frage dieses Thema und Iger antwortete politisch, dass sein Freund Tom Staggs diese Entscheidung getroffen habe und das er keine Auswirkung für die Nachfolgersuche daraus fürchte. 

Analysten erwarten für die kommenden fünf Jahre durchschnittlich 11% Gewinnwachstum p.a., das KGV 2017e steht aktuell bei 16. So ist die Aktie günstig bewertet, doch vor dem Hintergrund der Umsatz- und Gewinnverfehlung bedeuten solche Bewertungskennziffern wenig. Wenn das Vertrauen schwindet, sucht sich die Aktie ein niedrigeres Bewertungsniveau als unter normalen Umständen gerechtfertigt wäre. 

Fazit

Der heutige Ausverkauf ist also nachvollziehbar, die angeführten Sondereffekte könnten aber schon im nun laufenden Quartal für eine Korrektur der Zahlen nach oben sorgen. Doch am Nutzerschwund von ESPN wird auch das nichts ändern. Umsatz und Gewinnwachstum sind intakt, auch wenn ESPN enttäuscht. Die Aktie könnte in den kommenden Wochen in diesem Widerspruch gefangen bleiben, belastet zusätzlich von der Suche nach einem Nachfolger für Bob Iger. Daher würde ich vorerst vom heutigen Kursrutsch keinen Gebrauch für Nachkäufe machen sondern erst einmal abwarten. 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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