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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 07.10.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 07.10.2011:

Börsenbrief zertifikate kompakt
zertifikate kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Discountzertifikate auf DAX-Titel – Dividenden-Hits mit zweistelligen Renditen

Die Furcht vor einer globalen Rezession und die Eskalation der Staatsschuldenkrise verunsichern die Investoren zutiefst. Konjunkturempfindliche Aktien und europäische Banken sind an den Börsen seit Monaten unter Druck. Ge- ringere Verluste erlitten nichtzyklische Branchen und Papiere mit einer hohen Ausschüttung. Hält dieser Trend in den kommenden Monaten an, bieten Discountzertifikate auf defensive Aktien mit einer überdurchschnittlichen Dividen- denrendite ansehnliche Ertragschancen bei begrenztem Risiko.

 

Nun hat es die französisch-belgische Finanzgruppe Dexia erwischt. Wegen ihrer großen Bestände an griechischen Anleihen gerät das Institut immer stärker in die Bredouille. Auch französische und italienische Banken werden von Ratingagenturen skeptisch beäugt. Die ganze Branche leidet enorm unter der Staatsschuldenkrise. Davon blieb die Deutsche Bank nicht verschont: Wegen Abschreibungen auf Bonds musste der Konzern jüngst sein Gewinnziel von 10 Mrd. Euro für 2011 kassieren. Außerdem brachen die Börsen seit Ende Juli ein: Der DAX verlor bis zum 6. Oktober knapp 22%. Neben dem Absturz der Finanztitel litt der deutsche Aktienmarkt unter sinkenden Notierungen in den konjunkturempfindlichen Bereichen Auto, Chemie, Maschinenbau und Stahl. Denn weltweit droht ein herber Rückgang der Wirtschaftsaktivität. Noch streiten sich die Volkswirte, wie scharf der Einbruch wohl ausfallen wird. Doch rasant sinkende Frühindikatoren deuten ebenso wie der Crash an den Börsen auf eine Rezession hin.

Energieversorger schwer unter Druck

Besser als Zykliker hielten sich defensive Aktien aus den Segmenten Gesundheit und Konsum. Dagegen flogen die Energieversorger reihenweise aus den Depots. Denn der Ausstieg aus der Kernkraft und die drastische Verteuerung der fossilen Stromproduktion durch Kohlendioxidemissionsrechte ab 2013 wird die Ertragskraft der äußerst kapitalintensiven Branche erheblich schwächen. Als weiterer Belastungsfaktor kommt der Margenverfall im Gasgeschäft hinzu. Allerdings spricht auch einiges für eine Stabilisierung der Aktienkurse auf einem niedrigen Niveau. So werden die Energieversorger auf Basis der Strompreise an der Leipziger Terminbörse EEX hierzulande recht ordentlich verdienen. Die Dividenden für 2011, die nach der Hauptversammlung im kommenden Frühjahr ausgeschüttet werden, dürften die Unternehmen allerdings gegenüber dem Vorjahr kürzen. Im Schnitt kalkulieren die Analysten mit einem Rückgang um etwa 40%. Schließlich müssen die Unternehmen erhebliche Schuldenberge bewältigen: Während aber E.ON durch den Verkauf von Vermögenswerten Kredite im Volumen von 15 Mrd. Euro zurückzahlen will, plant RWE eine Kapitalerhöhung um 2,5 Mrd. Euro. Einige Banken sehen deshalb bei der E.ON-Aktie bessere Kursperspektiven als bei RWE. Die japanische Nomura beispielsweise stuft E.ON mit „neutral“ ein und rät, RWE-Positionen abzubauen. Die Kursziele der Analysten liegen allerdings deutlich über den aktuellen Notierungen: Für E.ON peilen Martin Young, Jonathan Constable und Christian Ward 20 Euro an, für die RWE-Stammaktie 33 Euro.

Discountzertifikate profitieren von der hohen Volatilität

Liegen die Banker mit ihrer Prognose richtig, winken Anlegern satte Gewinne. Dazu müssen die Aktienkurse allerdings erheblich steigen. Ebenfalls zweistellige Renditen per annum sind mit Discountzertifikaten zu erwirtschaften, falls die Kurse bis Juni 2012 maximal um ein Fünftel zurückgehen. Discounter bieten aus zwei Gründen beeindruckende Ertragschancen: Zum einen sind Optionen wegen der extremen Volatilität am Aktienmarkt ungewöhnlich teuer. Zum anderen ist ein satter Dividendenabschlag eingepreist. Trotzdem ist das Investmentrisiko geringer als es auf den ersten Blick erscheint. Zahlen die Gesellschaften die hohen Ausschüttungen, dürften Dividendenjäger den Aktienkurs stützen. Kürzen hingegen die Konzerne ihre Ausschüttungen, fällt der Dividendenabschlag nach der Hauptversammlung geringer aus. Außerdem sind die Renditeperspektiven selbst bei Obergrenzen deutlich unter dem aktuellen Kursniveau recht ansehnlich: So errechnet sich für einen E.ON-Discount von HSBC Trinkaus & Burkhardt mit einem Cap von 12 Euro eine annualisierte Verzinsung von 10,2% (Stand für alle Renditeangaben: 6. Oktober). Ein Discountzertifikat der DZ Bank auf die RWE-Stammaktie mit einem Cap von 20 Euro weist eine Seitwärtsrendite von 10,8% auf.

KfW bei den Ex-Monopolisten stark engagiert

Noch mehr drin ist mit einem Discountzertifikat von Barclays auf die Deutsche Post. Bei einem Cap von 8 Euro beträgt die Maximalverzinsung 13,7% p.a. In einer Rezession würde das Geschäftsvolumen der Logistiksparte massiv zurückgehen. Doch das Briefgeschäft federt Ertragsschwankungen im Konzern ab. In diesem Bereich könnte sich 2012 einiges ändern: Post-Chef Frank Appel will mit der Bundesnetzagentur über ein höheres Briefporto verhandeln. Unabhängig davon ist Appel überzeugt, dass die Sparte langfristig ein Ergebnis wie bisher von etwa 1 Mrd. Euro erwirtschaften wird. „Weil der Online-Handel zunimmt, haben wir im Paketbereich immer mehr zu tun und gleichen damit das aus, was bei den Briefen wegfällt“, sagte er Ende September. Analysten bemängeln allerdings die Bilanzstruktur: Der Goodwill übersteigt das Eigenkapital. Dank der Beteiligung der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) von rund 30% ist das Insolvenzrisiko aber sehr gering. Ähnlich stark ist die KfW bei der Deutschen Telekom engagiert. Die Aktie des Ex-Monopolisten geriet Ende August unter die Räder, als das US-Justizministerium eine Kartellklage gegen den Verkauf der USTochter an AT&T einreichte. Mit diesem Deal wollte die Telekom nicht nur die hohe Verschuldung abbauen, sondern auch Investitionsmittel für das dümpelnde Europa-Geschäft freimachen. Da der Prozess erst im Februar 2012 beginnt, wird die Unsicherheit über die Trennung von der US-Sparte noch einige Zeit anhalten. Zudem blieb der Überschuss im Juni-Quartal hinter den Erwartungen zurück. Dafür wird die Dividende von 0,70 Euro höchstwahrscheinlich gezahlt, kündigte das Unternehmen doch im vergangenen Jahr an, für 2010 bis 2012 mindestens 70 Cent je Aktie auszuschütten. Daraus errechnet sich eine Dividendenrendite von 7,7%. Mit einem Commerzbank-Discountzertifikat (Cap 7 Euro) ist sogar eine jährliche Rendite von 11,5% erreichbar.

Fazit:

Discountzertifikate auf dividendenstarke DAX-Titel bieten überdurchschnittliche Ertragsperspektiven. Es besteht allerdings die große Gefahr, dass der Abwärtstrend am Aktienmarkt anhält. Anleger sollten zudem das Emittentenrisiko beachten. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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