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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Tagesdienst" am 17.08.2010

Die Weizen-Hausse gehört der Vergangenheit an

Die Weizen-Hausse gehört der Vergangenheit an

Genährt von einer extremen Dürreperiode in Russland und einem anschließenden Exportverbot kletterte der Preis für das Getreide innerhalb weniger Wochen von 450 US-Cent auf bis zu 841 US-Cent je Scheffel. Russland ist für den Weizenhandel deshalb von so großer Bedeutung, weil dort im Gegensatz zu vielen anderen Ländern noch ausreichend Anbauflächen vorhanden sind. Kommt es dort zu Ernteausfällen, wiegt dies besonders schwer. Russland wird in der Erntesaison lediglich 3 Millionen Tonnen Wei- zen auf dem Weltmarkt verkaufen, aus der Ukraine und aus Kasachstan kommen jeweils sechs Millionen Tonnen.

Die Explosion des Weizenpreises ist dennoch unbegründet. Die Lagerhallen sind gut gefüllt, zudem werden andere Weizenexporteure in die Bresche springen und den Ausfall Russlands kompensieren. Aktuellen Schätzungen zufolge werden die USA rund 33 Millionen Tonnen absetzen, aus der Europäischen Union kommen weitere 24 Millionen Tonnen. Global gesehen wird das Volumen der Weizenernte in der laufenden Saison 2010/2011 um lediglich 5 % zurückgehen. Vor diesem Hintergrund sollten die Katastrophenmeldungen der vergangenen Wochen mit Vorsicht genossen werden. Häufig sind die Meldungen interessensgetrieben, die genannten Zahlen sind oft weit von den Fakten entfernt. Der Rohstoffmarkt ist eine beliebte Spielwiese für Finanzakteure, hier lässt sich gutes Geld verdienen. Nach unserer Einschätzung werden sich die Kurskapriolen in den kommenden Handelswochen legen. Die Weizenparty ist vorbei, der Preis wird sich sehr rasch wieder auf einem normalen Niveau einpendeln.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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