Die USA verlieren das „Triple A“

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 08.08.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Bernecker Tagesdienst

In der Sache richtig, aber in Bezug auf das Timing fatal. Mit diesem Satz lässt sich die Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's einordnen, den USA das "AAA", also das höchstmögliche Bonitätsranking, zu entziehen und eine weitere Herabstufung anzudrohen. In den Augen der Experten von Standard & Poor's sind amerikanische Staatsanleihen nunmehr „AA+“ und demnach mit einem leichten Ausfallrisiko behaftet. Bei Anleihen der Kategorie "AAA" wird das Ausfallrisiko indes auf nahe Null taxiert.


 

Die Entscheidung zeigt, dass die Ratingagenturen aus der Lehman-Krise gelernt und sich emanzipiert haben. Seinerzeit wurde ihnen zu spätes Handeln vorgeworfen und das Ratingvergabesystem insgesamt als überflüssig, weil nicht verlässlich und von Drittinteressen geleitet, kritisiert. Wenn eine unabhängige und glaubwürdige Instanz zur Bewertung von Bonitäten gewünscht wird, müssen Entscheidungen wie diese im Zusammenhang mit der Herabstufung der USA akzeptiert, im Grunde genommen sogar willkommen geheißen werden.

Investoren sind nicht mit Blindheit geschlagen. Der Ernst der Lage ist dem Großteil der Marktakteure durchaus bewusst. Es ist niemandem damit gedient, wenn ein Bonitätsrating eine heile Welt suggeriert, die real nicht existiert. Die Herabstufung ist ein Warnsignal, das auch als solches verstanden werden sollte. Probleme lassen sich nicht lösen, indem man von Zeit zu Zeit einen Blick auf sie wirft, nur um sie anschließend auf Wiedervorlage zu legen. 

 

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