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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 26.05.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 26.05.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Unsicherheitsfaktoren sind zu groß, als dass sich die Märkte stabilisieren könnten.

In den letzten 8 Tagen dominierten Faktoren, die die Kapitalmärkte nachhaltig verunsichern. Angst frisst die Seele auf. Das bleibt vom Verstand nicht viel übrig. Folglich: Die europäische Politik ist zu Recht frustriert, dass der Markt auf die angekündigten Rettungsmaßnahmen nicht positiv reagiert.

750 Mrd Euro, die quasi eine Garantie darstellen, und das Einschreiten der EZB in die Anleihemärkte als Käufer sind Quantensprünge, die normalerweise eine positive Reaktion der Märkte bedingt hätten. Die Kapitalflucht aus der Eurozone ist massiv. Sie ergibt sich nicht nur aus Sorge um den Verlauf der Währung, sondern auch aus dem Zwang, Kreditpositionen in der Eurozone abzuwickeln. Amerikanische Banken haben angeblich Kreditlinien in Höhe von 500 Mrd Euro gegenüber europäischen Banken gekürzt und gleichzeitig Investoren-Linien (Hedge-Funds etc.) auf europäische Wertpapiere beschnitten. Die Abwicklung dieser Kreditpositionen belastet sämtliche liquiden Märkte. Die europäischen Banken müssen beweisen, dass sie solvent bleiben. Die Unterstellung des Marktes ist, dass sie es nicht sind, obwohl sie es bis heute behaupten. Die Sorge, dass das europäische Bankensystem mit einem Abschreibungsbedarf auf Anleihen und Kredite in der gleichen Größenordnung wie im Falle der Subprime-Krise in der USA konfrontiert ist, entzieht dem Markt jede Glaubwürdigkeit. Kommt es zu einer europäischen Bankenkrise, lassen sich die Auswirkungen für die Aktien- und Anleihemärkte im Moment gar nicht beziffern. Mit Sicherheit werden dann aber ähnliche Rettungsaktionen wie in den USA notwendig, um die Banken zu rekapitalisieren. Ist es denkbar, dass eine europäische Bankenkrise auch sämtliche Konjunkturprognosen über den Haufen wirft? Auch diese Überlegung kursiert seit einigen Tagen. Dies zu taxieren, ist sehr schwer. Denn die Unternehmen verfügen über genügend Kapital, um die eigene Finanzierung sicherzustellen, aber die Nachfrage würde natürlich durch eine Bankenkrise erheblich belastet. Fazit: Dieser Sachverhalt stellt die Aktienmärkte vor ein wesentliches Dilemma. Einerseits günstige Bewertungen und positive Ausblicke auf die eigene Geschäftstätigkeit, andererseits eine generelle Sippenhaft durch die mögliche Schieflage der Banken. Kurzfristige Kursprognosen sind angesichts der Kursschwankungen kaum machbar. An der mittelfristigen Einschätzung für Aktien ändert das zwar nichts, aber solange die Aktienmärkte keinen objektiven Bewertungskriterien folgen, ist eine realistische Kursbildung nicht möglich. Darin liegt das Dilemma für den Aktionär.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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