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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 01.07.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 01.07.2010:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die Strategie im Vorfeld der Berichtssaison!

Die Amerikaner starten in der kommenden Woche, dem die Europäer anschließend folgen. Feststeht aber: Es wird ein Stresstest. Denn die Frage lautet: Was wurde bisher richtig eingepreist?

1.Der Ausblick der Firmen wird wichtiger als das Ergebnis im ersten Halbjahr. Weil die Amerikaner früher beginnen, stellen wir uns in New York auch früher auf. Siehe Seite 7 + 8. 2. Der Basiseffekt wird zu Irritationen führen. Das erklärt sich aus dem Zusammenbruch der Geschäfte im vergangenen Jahr und der inzwischen erfolgten deutlichen Verbesserung. Die echte Gewinnqualität lässt sich nicht sofort erkennen. 3. Der MDAX schlägt voraussichtlich den DAX, obwohl der DAX rd. 96 % der Tagesgeschäfte an der dt. Börse repräsentiert. Im MDAX passiert mehr, weil die Vielfalt der Sektoren und Firmen die reale deutsche Wirtschaft besser widerspiegelt. 4. Im Juli steht der Stresstest für die Banken an. Einen Vorgriff darauf kann man nicht wagen, aber er wird entscheidend dafür sein, wie alle Europa-Banken für die kommenden zwei bis drei Jahre zu beurteilen sind. Schließlich: 5.Alle Makrodaten werden im zweiten Halbjahr einen Rücksetzer erleben. Der ZEW-Indikator hat es bereits vorgemacht und die Branchenergebnisse werden ähnlich aussehen. Grundsätzlich gilt: Erst die Daten, dann die Entscheidung, wo und wie und zu welchem Kurs investiert werden kann. Ausnahmen können diese Regel bestätigen, denn es gibt immer wieder Chancen, die im Vorfeld zu nutzen sind. Im Vorfeld des Stresstestes der Banken sind weitere Käufe in diesen Titeln nicht ratsam. Die bestehenden Engagements bleiben zwar gültig, aber die Nachbesserung hängt vom Ergebnis des Stresstestes ab. Die wichtigste Unterscheidung liegt darin: Banken und Investmentbanken sind nicht das Gleiche. Typische Inlandsbanken im Sinne der klassischen Universalbank europäischen Musters dürften weniger Risiken in ihren Bilanzen haben, aber dafür auch weniger Potenzial in ihrer weiteren Entwicklung. Investmentbanken enthalten ein größeres Risiko in den Bilanzen, aber ein deutlich höheres Potenzial in ihren Geschäftsmöglichkeiten. In dieser Unterscheidung stecken auch politische Vorgaben, die zu berücksichtigen sind. In den USA dominieren die Investmentbanken. In Europa dominiert noch immer die Universalbank mit mehr oder weniger großem Anteil des Investmentbanking. Die britischen Banken spielen eine Sonderrolle als Mittelwert aus beidem. Wir werden diese Segmente in der Gewichtung der weiteren Bankeninvestments mit den Ergebnissen des Stresstestes sorgfältig abgrenzen. Eine Neugewichtung schließen wir nicht aus. Priorität 1 haben die deutschen und Schweizer Banken. Priorität 2 billigen wir den amerikanischen Großbanken zu. Priorität 3 ist das mögliche Comeback der französischen Großbanken. Priorität 4 gewähren wir den Spezialitäten des englischen Bankenmarktes zu. Es geht also von der sichersten Basis vernünftiger Bewertungen bis zu den Extremwerten einer Bankenspekulation, die den Wetten nahe kommt.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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