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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 15.09.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 15.09.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die Renditen der Staatsanleihen liegen wieder dort, wo sie hingehören

Sie entsprechen schlicht der Bonität eines jedes Landes, so wie der Markt das Risiko auch einpreist.

 

Die Renditen implizieren auch: Keines der fragwürdigen Länder ist derzeit in der Lage, seinen Haushalt entscheidend und in überschaubarer Zeit zu verbessern bzw. nachhaltige Defizit-Reduzierungen zu erreichen. Kein Kenner der Sache zweifelt daran und nur Politiker glauben daran. Damit ist klar, dass ob mit oder ohne Hilfe anderer die Schuldenfinanzierung wieder so teuer wird wie vor dem Jahr 2000.

Jede Form einer Zwischenfinanzierung mag zwar hilfreich sein, doch werden damit nur kurze Laufzeiten „lang“ gemacht und die Schulden in die Zukunft verteilt. Das kann ein Moratorium bzw. eine Insolvenz vielleicht verhindern, ändert aber nichts an den strukturellen Defiziten. Diese Fristverlängerung kostet ferner künftig nicht 3 % oder 4 %, sondern das Doppelte und mehr. Ländern wie Italien und Spanien dürfte dies gelingen, aber auch bei ihnen wird die Schuldenlast damit nicht geringer. Ob die Regierungen die teuren Schuldenfinanzierungen weiter tragen können oder wollen, ist sodann eine weitere politische Frage.

Deutschland wird sich einer Hilfe nicht verweigern. Aber die Zwischenfinanzierung einer Fristenverlängerung darf nur so weit gehen, ohne dass die strukturellen Defizite der Schwächeren mitfinanziert werden. Bei einer Minderheit im EZB-Rat und einer praktisch nicht vertretenen Stimme in anderen Institutionen kann Deutschland nur noch unter Bedingungen mitwirken.

Was wäre wenn...es nun doch zu einem Moratorium für Griechenland kommt? Diese Frage stellten wir bereits am Montag in der AB-Daily. Stellen wir die Dinge richtig:

Die vier Südländer haben in der Eurozone ein statistisches und ein faktisches Gewicht. Das erstere beträgt rund 32 %, das letztere kann mit 12 bis 15 % angenommen werden. Auf diesen kleineren Betrag entfällt die tatsächliche Bedeutung dieser Länder im Warenverkehr der Euro-Zone. Keines dieser Länder spielt eine wesentliche Rolle als Lieferant oder Abnehmer, als Produzent oder verlängerte Werkbank für Vorleistung oder Finalprodukte. Eine Rezession dieser Länder trifft Deutschland nur marginal. Einzige größere Verlierer könnten die Autobauer sein, die ihren Marktanteil in den letzten 10 Jahren um rund 10 Prozentpunkte ausweiten konnten und Mühe hätten, diesen Anteil zu halten. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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