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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 25.02.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 25.02.2011:

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CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Die Renaissance der „Investition“ läuft

Wie die nebenstehende Grafik zeigt, ist dies nicht so selbstverständlich wie man annehmen könnte. Ben Bernanke prägte seinerzeit den Begriff „Global Savings Glut“, mit dem eine Welt beschrieben wurde, bei der einer globalen Ersparnisbildung kein ausreichender Anstieg bei den Investitionsmöglichkeiten gegenüberstand. So war es kein Wunder, dass das Zinsniveau in den letzten etwa 30 Jahren tendenziell sank, da sich immens viel Kapital auf ein eher begrenztes Angebot öffentlicher Anleihen stürzte und somit die Preise nach oben (und die Renditen in den Keller) trieb. Das Realzinsniveau in der entwickelten Welt hat sich seit Anfang der 80er Jahre in etwa geviertelt. Je niedriger aber das Zinsniveau, um so größer war der Druck, alternative Konstrukte (auch inkl. überzogener Kredithebel und im Immobiliensektor) zu schaffen und damit zumindest auf kurze Sicht Rendite darzustellen. Der Knackpunkt dabei war:

Die Gewichtung von Finanz- und Immobilieninvestitionen in Relation zu Investition in realwirtschaftliche Produktionskapazitäten und in Innovationen kam zu kurz. Der Anteil der Investitionen an der Wirtschaftsleistung ist seit den 70er Jahren in den entwickelten Volkswirtschaften tendenziell zurückgegangen. Hätte man das vorherige Niveau aufrecht erhalten, dann hätten diese Länder zwischen 1980 und 2008 etwa 20 Billionen Dollar mehr investiert. China ist gewissermaßen ein Gegenpol mit einem Investitionsanteil von etwa 48,7 % der Wirtschaftsleistung (in 2009). Allerdings ist anzunehmen, dass ein substanzieller Anteil dieser Investitionen nur unzureichende Renditen für das Land erwirtschaften wird (z.B. große Immobilienprojekte, die sich viele Chinesen noch nicht leisten können). Indien kam für 2009 auf eine Investitionsquote von 37,9 %. Damit ragen diese beiden Länder heraus, sind aber nicht repräsentativ für den Gesamtrahmen. Folge der global eher ungesunden Mittelverwendung ist eine auffällige Häufung von Überspekulationen und Finanzkrisen in den letzten Jahrzehnten. Gab es zwischen 1880 und 1950 gerade mal 9 Finanzkrisen, so war die Schlagzahl seit 1960 mit 19 Finanzkrisen auffällig höher. Der Hunger der Welt nach echten und nachhaltigen Innovationen wurde letztlich auch in der Dot.com- Blase offensichtlich, als sich mit dem Internet erstmals seit Langem eine echte Mega-Innovation ergab, auf die sich die Anleger in ungesunder Weise stürzten. Die Unternehmen zeigten sich hingegen gerade in den letzten Jahren sehr zurückhaltend mit Investitionen, was sich an überbordenden Unternehmenskassen zeigte. Per 2009 betrug die Cash-Position börsennotierter Gesellschaften in Südkorea stolze 23 % der Wirtschaftsleistung. In Japan waren es 15 %, in den USA 10 % und Deutschland 8 % des BIP. Dieser Trend scheint zu drehen. Die Unternehmen des S&P 500 haben die Cashposition im letzten Quartal erstmals seit Mitte 2009 von dem Rekordniveau von 2,46 Billionen Dollar auf 2,4 Billionen heruntergefahren. Bei den Investitionen gab es mit einem Anstieg von 22,3 Mrd. Dollar auf 142,8 Mrd. Dollar den größten Quartalsanstieg seit dem Ende von 2004. Mehr Investition bedeutet tendenziell mehr Innovation, mehr Arbeitsplätze, mehr Produktivität und damit einen wesentlich konstruktiveren Rahmen für die globale und persönliche Wohlstandsentwicklung. Außerdem sänke mit einem stärkeren Gewicht von Investition gegenüber reinen Finanzinvestments das Risiko von punktuellen Blasenbildungen mit dem typischen Kater nach der Party

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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