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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 04.04.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 04.04.2012:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die Pensionsfonds aller DAX-Konzerne haben in den vergangenen sieben Jahren ihre Anleihenquote hoch- und ihre Aktienquote massiv zurückgefahren

Sie haben an ihre eigene Zukunft nicht geglaubt. Das Ergebnis ist eindeutig, siehe Chart.

 

Wie viel der Anleihen-Bestände in Griechenland oder Italien bzw. Portugal gelandet sind, wird nicht veröffentlicht. Nur gerüchteweise und aus Indiskretionen ist bekannt, dass es nicht unerhebliche Beträge gab, die teilweise mehr verspielt worden sind. Viel wichtiger:

Alle DAX-Unternehmen kennen stets die Qualität ihres eigenen Unternehmens bzw. diejenige der anderen großen Konzerne. Offenbar haben sie an der Qualität dieser Firmen gezweifelt. Die Anlagevorschriften für die Pensionsfonds sind weitgehend auf Blue Chips beschränkt, und nur ein kleiner Teil entfällt auf eine Auslandsquote. Wir warten gespannt darauf:

Die Pensionsfonds aller DAX-Konzerne müssten nun zeigen, wie sie aus der Bondblase herauskommen und wie der Wechsel in die Aktienquote absolviert wird. Das erinnert an die Fabel vom Hasen und dem Igel: Die amerikanischen Großinvestoren sind längst investiert. Die Namen sind bekannt und wir hatten sie beschrieben. Einer der größten legte kürzlich in einem ausführlichen Interview (FAZ) die Gründe dar. In einem Satz gefasst: „Wir halten Deutschland für das sicherste und beste Investmentland der Welt.“

Die langfristige Herausforderung lässt sich klar formulieren: Die deutschen Qualitätsaktien erreichten vor der Finanzkrise bei einem damaligen DAX-Stand von rund 8.250 ein Ist-KGV von 13 bis 13,5 für den tatsächlichen DAX-Gewinn von 610/630 € je Aktie (die Erwartungen lagen höher.) Stand der Konsensschätzung für den DAX-Gewinn 2013, wie vor 8 Tagen für alle DAX-Aktien vorgetragen, sind also jetzt 9,5, bei einer Gewinnschätzung von 780/790 € je Aktie. Ein KGV von 13 ergäbe auf dieser Basis ein DAX-Ziel von 10.205. So lautet die Herausforderung für die aktuelle Marktlage und die Perspektiven, wenn es bei den bisherigen Rahmenbedingungen bleibt. Die jüngste Bankenumfrage ergibt für die kommenden neun bis 12 Monate ein DAX-Ziel zwischen 7.200 und 7.700.

Für die wichtigsten DAX-Sektoren, die hinreichend repräsentativ sind, errechnet sich ein DAX-Sektorstand, der diesen Bewertungen entspricht. Wichtig zu beach-
ten: Nicht jede Branche / Sektor wird gleich hoch bewertet. Wachstumsaktien enthalten eine Wachstumsprämie, zyklische Branchen eher einen Abschlag vom Durchschnitt (ZyklusDiscount). Zwischen den Sektoren zu entscheiden, liegt die Kunst Ihrer weiteren Strategie. Die fairen Werte für die DAX Aktien sind deshalb die langfristige Prognose unter dieser Annahme. Für den MDAX variieren die Einschätzungen gemäß Seite 3.

Die kurzfristige Markttechnik der deutschen Börse hängt einerseits vom Dow Jones ab, der die Tagestendenz vorgibt, und andererseits von den Besonderheiten des deutschen Marktes unter dem Eindruck von Nachrichten aus der Schuldenkrise, die eine höhere Volatilität verursachen. Stand per Ostern:

Der DAX steht immer noch im Konsolidierungskorridor zwischen 6.950 und 7.200. Mit den Ergebnissen der Berichtssaison dürfte er den nächsten Denkanstoß erhalten, der vornehmlich von den Firmen selbst kommt. Ihre Sicht der Dinge reicht dann bis Ende des Jahres. Wir sind ebenfalls gespannt darauf. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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