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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 18.11.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 18.11.2009:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Online-Broker werden gestärkt aus der Krise hervorgehen

Viele Investoren, die bis dato treue Kunden konventioneller Broker waren, da sie sich dort durch die Beratung der Mitarbeiter eine höhere Anlagerendite und ein größeres Maß an Sicherheit versprachen, sind enttäuscht. Vor den rapiden Kursverlusten konnten auch die Berater der Banken und Broker in der Regel nicht warnen.

Die Folge ist eine Neuorientierung in Richtung Online-Broker. Die Vorteile liegen auf der Hand: Online-Broker sind in der Regel günstiger als die Konkurrenten mit einem Filialgeschäft. Darüber hinaus ist man flexibler, da man rund um die Uhr Investmententscheidungen online direkt umsetzen kann. Meist wird dabei das komplette Portfolio in einer sehr übersichtlichen Form dargestellt und der Kunde kann sofort sehen, wie sich seine Positionen entwickelt haben.

Darüber hinaus bieten Online-Broker oft noch weitere Services an, die über konventionelle Broker nicht oder nur schwer zu realisieren sind. So haben insbesondere die US-Online-Broker damit begonnen, ihren Kunden Fremdwährungsdepots zum Handel in Übersee anzubieten. Das wird gerne angenommen, da der stetig schwächer tendierende Dollar eine erhebliche Ungewißheit beim Handel mit ausländischen Aktien mit sich bringt.

Zudem sehen viele Investoren, daß das Wachstum im Ausland - insbesondere in Asien - bereits stärker wieder in Schwung gekommen ist, und wollen daran teilhaben. Darüber hinaus bieten die meisten Online-Broker auch diverse Research-Tools an, mit denen Kerndaten zur Unternehmensentwicklung der jeweiligen Positionen unkompliziert abgefragt werden können. Der Zustrom, den die Branche derzeit verzeichnet, ist bemerkenswert und darum Grund genug, sich die interessantesten Vertreter dieser Zunft einmal etwas genauer anzusehen.


SCHWAB (CHARLES) (WKN: 523 110; 18 Dollar) hat einen regen Kundenzuwachs zu verzeichnen.

Der Veteran unter den Discount-Brokern hat dies im Rahmen der Quartalsberichterstattung vor wenigen Wochen bekanntgegeben. Der Gewinnrückgang im letzten Abrechnungszeitraum war zwar beträchtlich. Beim Nettogewinn ging es immerhin um satte 34 % in den Keller. Das entsprach aber weitgehend den Erwartungen der Börse. Das laufende Jahr ist für die Investoren weitgehend abgehakt, und der Blick in die Zukunft ist weitaus wichtiger für den Online-Broker.

Im nächsten Geschäftsjahr wird ein Gewinnwachstum von 22 % erwartet. In 2011 soll sich der Gewinn dann sogar um 38 % steigern, womit sich auf dem heutigen Kursniveau ein geschätztes KGV von gerade einmal 15 ergibt. Dabei ist von den Analysten weitgehend noch gar nicht berücksichtigt, daß derzeit die Kundenbasis deutlich ausgebaut werden kann. Da das Investitionsklima sukzessive besser wird und die Investoren wieder aktiver und mutiger zur Tat schreiten, stehen die Chancen sehr gut, daß SCHWAB die gesetzten Erwartungen ab dem nächsten Jahr klar übertreffen kann.

Die monatelange Seitwärtstendenz bietet eine gute Basis für neue Kursgewinne, sobald dem Markt bewußt wird, daß SCHWAB unterschätzt wird. Der Zeitpunkt für einen Einstieg vor dem geschilderten Hintergrund und einer langfristigen Perspektive ist daher günstig. Abgesichert werden sollte die Position bei 16,00 Dollar.


TD AMERITRADE (WKN: A0H 1BG; 21 Dollar) ist der zweite große Online- Broker in den USA.

Das zurückliegende Quartal war auch bei diesem Unternehmen belastet. Der Gewinn sank um 8,9 % im Vergleich zum Vorjahr ab. Die Erwartungen des Marktes konnten damit allerdings geschlagen werden. Zudem gab das Unternehmen einen optimistischen Ausblick auf das nächste Geschäftsjahr heraus. Der voraussichtliche Gewinn pro Aktie wird nun mit bis zu 1,40 Dollar beziffert, während der Markt bislang mit nur 1,30 Dollar Gewinn pro Aktie gerechnet hatte.

Das Ergebnis der letzten Quartale ist vor allem durch die niedrigen Leitzinsen in den USA unter Druck geraten. Das Management gab an, daß sobald die Zinsen wieder anziehen, pro 25 Basispunkte rund 7 Cents mehr Gewinn pro Aktie gemacht werden können. Kurzfristig steht dies zwar nicht im Raum. Aber eines ist klar: Wir sind inmitten des Zinstiefs, und der nächste Schritt wird nach oben sein.

Doch auch jetzt schon sind die Aussichten in Ordnung. Der Gewinn wird sich im bis September 2010 laufenden Geschäftsjahr nach den aktuellen Schätzungen um 14 % und in 2011 voraussichtlich um 27 % steigern. Dabei gilt das gleiche wie bei SCHWAB: Die angestiegene Kundenbasis, die auch AMERITRADE verzeichnet hat, ist von den Analysten bisher noch gar nicht berücksichtigt worden. Wir sind optimistisch, daß die positive Kursentwicklung fortgesetzt werden kann, und empfehlen den Einstieg. Bei 18,00 Dollar sollte abgesichert werden.


E*TRADE FINANCIAL (WKN: 902 447; 1,60 Dollar) hat in der zurückliegenden Finanzkrise ein schlechtes Timing an den Tag gelegt.

Das Unternehmen wollte stärker in das Bankgeschäft einsteigen und das Volumen seines Kreditgeschäftes verdreifachen. Die Kunden haben dies auch angenommen, da man mit dem Angebot Banking und Brokerage aus einer Hand bekommt und Zeit sowie Aufwand spart. Die Finanzkrise sorgte dann jedoch für eine erhebliche Schieflage bei E*TRADE, was nur durch Finanzhilfen von außerhalb aufgefangen werden konnte.

Inzwischen hat sich E*TRADE neu organisiert und wieder aufgerappelt. Der Break-Even wird nach drei verlustreichen Jahren in 2010 wieder erreicht werden können. Dementsprechend ist E*TRADE derzeit noch sehr preisgünstig zu haben. Das Unternehmen wird derzeit nur mit 77 % seines Buchwertes und zu 37 % seines Jahresumsatzes an der Börse bewertet. Die Aktien haben also ein enormes Erholungspotential, wenngleich das Risiko hier auch im Vergleich am höchsten ist. Unter spekulativen Gesichtspunkten empfehlen wir einen Einstieg und raten zur Absicherung der Position per Stop Loss-Kurs bei 1,30 Dollar.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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