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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 28.07.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 28.07.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die Griechenhilfe kostet Milliarden Euro, doch weniger als vielfach angenommen

Eine endgültige Bewertung der Zahlungsvorgänge dürfte nicht vor Herbst möglich werden. Klar ist wenigstens: Das Risiko ist beherrschbar.

 

Ifo und ZEW zeigen eine Ähnlichkeit, aber keine Gleichheit. In der ifo-Umfrage stecken die Unternehmermeinungen bezüglich Auftrag, Umsatz und Ertrag. Die Korrektur oder Delle ist damit eingeleitet. Rückblickend betrachtet: Das Abschwungrisiko ist begrenzt und würde sich nur in dem Fall ausweiten, wenn es zu einer erneuten globalen Krise käme. Davon ist nicht auszugehen.

Der ZEW-Indikator beruht auf den Meinungen der Finanzanalysten. Im jüngsten Abschlag bis 15 % steckte vor allem die Griechenangst, was nachvollziehbar ist. Für diesen Index hatten wir die Daten von Juli/August als Tiefstwerte avisiert. Das dürfte aufgehen und entspricht ebenfalls dem langjährigen zyklischen Verhalten, wie aus der Grafik ersichtlich. Das bedeutet: Ifo und ZEW haben ihre kritischen Monate von Juli bis September.

Der Vertrauenspegel der amerikanischen Vermögensverwalter erreichte ebenfalls im Juli den Tiefstwert, der dem Tief des letzten Jahres entsprach, siehe AB 27/11, Seite 3. Für August ist ein ähnlicher Wert avisiert, der mit der dortigen Schuldenfrage verbunden ist. Sie wissen: Die Tiefstwerte von ZEW zum einen und dem amerikanischen Vertrauenspegel zum anderen entspricht den tiefsten Werten in den jeweiligen Indizes oder der Marktstimmung. Indes:

Die amerikanischen Indizes bewegen sich zur Stunde nur knapp unter dem Top-Niveau des Jahres und der Nasdaq schaffte sogar ein erstes Break. Dem DAX fehlen noch 4 % bis zum Jahresbreak. Das verspricht Spannung für den Rest der Berichtssaison, also noch ca. 2 Wochen.

Das aktuelle Bewertungsniveau der deutschen Qualitätsaktien entspricht im Durchschnitt den zyklischen Tiefstwerten der letzten 12 Jahre. Dazu schreiben wir zunächst den Sachverhalt fort, den wir in der Nr. 01/11 der AB Anfang des Jahres an dieser Stelle schon gezeigt hatten.

Der Markt preist zurzeit einen DAX-Gewinn (gewichtet gerechnet) von 682 € je Aktie ein. Für 2012 preist er einen Gewinn von 775 € je Aktie ein. Das ergibt ein KGV um 9,5, siehe Seite 1.

Für den MDAX preist der Markt zurzeit einen Gewinn von 744 € je Aktie ein, aber für 2012 einen erheblich höheren Gewinn von 955 € je Aktie. Auch hier bitte beachten: Gewichtet gerechnet. Ob die Berichtssaison zu veränderten Konsensschätzungen führt, wird sich in den nächsten 3 Wochen zeigen. Die bisherigen Annahmen führten eher zu einer Höherstufung und keiner Rückstufung. Wie ist dies im historischen Verlauf auf den DAX-Trend umzulegen?

Die bekanntesten Industriekonzerne der Chemieund Elektro-Industrie sowie Auto und Maschinen

erreichen zurzeit ein KGV, welches dem Durchschnitt der gewichteten tiefsten Bewertungen seit 2000 entspricht. Dies, obwohl sie teilweise schon Rekordkurse erreicht haben.

Am Beispiel BASF, BAYER und SIEMENS: Die BASF hatte ihre tiefste Gewinnbewertung bei rd. 9 bis 9,5. Ihre höchste Bewertung mit rd. 15. Aktueller Stand 9,4 für dieses Jahr und 8,6 für 2012. BAYER absolvierte die tiefste Bewertung mit rd. 7,5 und die höchste mit etwa 16,5 im KGV. Stand jetzt: 11,6 bzw. 10,4. SIEMENS durchlief die tiefste Bewertung bei etwa 14 und die höchste mit über 20. Aktueller Stand 11,6, sowohl für dieses wie für das kommende Jahr.

Fazit: Das aktuelle Bewertungsniveau entspricht ungefähr den jeweiligen Tiefstwerten der letzten 10 Jahre. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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