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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 24.02.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 24.02.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Fed geht mit ihrer Zinsentscheidung einen mutigen und richtigen Weg

Die erste Erhöhung des Diskontsatzes ist inhaltlich völlig richtig, vom Timing her hervorragend, und bedeutet das Ende der Sondermaßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise. Damit verändern sich allerdings auch die folgenden Variablen an den Kapitalmärkten grundsätzlich.

Die amerikanische Konjunktur zieht weiter an. Die Veränderung der Industrieproduktion signalisiert auch das offizielle Ende der Rezession. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht dies. Während die USA und übrigens auch Japan bereits Zuwächse in der Industrieproduktion verzeichnen, hinkt die deutsche Industrieproduktion noch hinterher. Das ist natürlich indikativ für die Eurozone insgesamt. Aus Sicht der USA ist es aber logisch, dem Kapitalmarkt zu signalisieren, daß die Stützungsmassnahmen beendet werden, sowie sich die Konjunktur beschleunigt. Der Zinstrend in den USA trägt natürlich auch den Dollar. So wie vor wenigen Wochen bei uns beschrieben, steht er nun auf zwei Beinen. Relative Stärke der amerikanischen Konjunktur einerseits und politische Schwäche des Euros wegen Griechenland etc. andererseits. Damit verfestigt sich unsere Einschätzung eines starken Dollars, was logischerweise auch zusätzliches Kapital aus dem internationalen Umfeld anzieht. Die Eurozone geht genau den gegensätzlichen Weg. Politisch geschwächt durch den Umgang mit der Griechenland-Krise und wirtschaftlich geschwächt, weil gerade die schwachen Regionen der Eurozone tief in der Rezession verharren. Damit wird die Arbeit für die EZB aber nicht leichter. Denn: Jede Notenbank muß kurzfristig prüfen, die Überschußliquidität aus dem Markt zu nehmen. Wenn dies nicht zur unmittelbaren konjunkturellen Entwicklung paßt, gibt es mit Sicherheit Ärger. Das wird auch die Diskussion um die Nachfolge des derzeitigen EZB-Chefs beeinflussen. Das ist natürlich viel politisches Tamtam, behindert aber die Notenbank in ihrer Arbeit. Für die Aktien- und Anleihemärkte ist der Schritt der Fed absolut positiv. Er verdeutlicht, daß die Fed handelt, um die Risiken der überschüssigen Liquidität in den Märkten zu bekämpfen. Eine aktive unabhängige Notenbank, die nun klare Rahmenbedingungen setzt, ist sowohl für die Aktien- als auch die Anleihemärkte eine kalkulierbare Größe. Das bedeutet nicht, daß die Anleihemärkte deshalb sofort kollabieren, aber sie haben eine klare Indikation für ihre Zinstendenz. Der Dollar-Raum wird aus dieser Sicht hiermit zunehmend interessanter. Steigende Unternehmensgewinne münzen sich in steigende Kurse um, die zusätzlich über Währungsgewinne gehebelt werden. Eine perfekte Spekulation!

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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