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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 10.02.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 10.02.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Europäer stehen vor einem sehr komplexen Dilemma

Wie sichert man die Refinanzierung der schwachen Euro-Staaten, ohne die eigene Glaubwürdigkeit zu verlieren. Das kommt einer Quadratur des Kreises gleich. Den Ländern lediglich liquide Mittel zur Verfügung zu stellen, würde die Glaubwürdigkeit der gesamten Währung stark unterwandern, wenn gleichzeitig nicht dafür gesorgt wird, daß es zu strukturellen Veränderungen in diesen Ländern kommt.

Die Märkte wissen, daß Griechenland, Spanien, Portugal und Italien allesamt „Subprime“ sind. Eine Einschätzung der Bonität hängt damit ausschließlich an der Gunst Brüssels bzw. Berlin und Paris. Folglich spekuliert der Markt gegen diese Staaten, indem er die dortigen Anleihen abverkauft und gleichzeitig sich gegen das Ausfallrisiko absichert. Die Kosten der Versicherung erkennen Sie an der Grafik. Das Thema hat permanentes „Schockpotential“ für sämtliche europäischen Aktien- und Anleihemärkte. Es ist sehr schwer zu taxieren, wie einzelne Meldungen die Märkte im Tagesgeschäft belasten. Je länger sich die Diskussion hinzieht, desto größer wird dieser negative Faktor auf Aktien und Anleihen wiegen. Der Euro wird vor diesem Hintergrund konsequent gemieden. Es fließt nicht nur Kapital aus dem Euro-Raum zugunsten des Dollars, sondern über die Terminmärkte wird der Euro zusätzlich unter Druck gesetzt und verkauft. Mittlerweile hat sich eine richtige Shortspekulation gegenüber dem Euro aufgebaut, deren Ausmaß die bisherige Tendenz stark beschleunigen kann. Das negative Image der Eurozone überwiegt sämtliche Unternehmenszahlen, die derzeit auf den Tisch kommen. Werden die europäischen Märkte generell abverkauft, wird es für einzelne Aktien zunehmend schwerer, sich dieser Tendenz zu entziehen. Hinzu kommt: Fazit: Das Thema muß sehr schnell beendet werden. Je länger es dauert, desto stärker steigern sich die Märkte in das Thema rein und um so unkontrollierter werden die Marktbewegungen. Gelingt es hingegen Brüssel schnell, einen glaubhaften Schlußstrich unter diese Debatte zu ziehen, ist die Spekulation sofort beendet. Ein Zahlungsausfall ist quasi undenkbar, weil der daraus entstehende Abschreibungsbedarf in Europa zu einer Neuauflage der Bankenkrise führen würde. Das rüttelt an den Nerven! Die europäischen Märkte sind deswegen gegenüber dem amerikanischen derzeit gelähmt. Die Wall Street hat mit dieser ganzen Thematik nichts am Hut und orientiert sich ausschließlich an der Gewinnqualität der Unternehmen bzw. dem Verlauf der eigenen Korrektur. Darin liegt unweigerlich eine Anziehungskraft, die derzeit die USA auf Kapital ausübt.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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