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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Tagesdienst" am 01.12.2010

Die Euro-Zone wackelt

Die Euro-Zone wackelt

Die europäische Gemeinschaftswährung büßte in den vergangenen Tagen in ungewohntem Tempo an Wert ein. Innerhalb von vier Wochen ging es gegenüber dem Dollar um fast 6 % bergab, zum Yen verbilligte sich der Euro um 2 %, gegenüber dem Franken sind es knapp 5 %.

Unter den Investoren herrscht eine Mischung aus Ratlosigkeit und Angst. Nach Griechenland ist auch Irland unter den Schutzmantel der Euro-Länder geschlüpft. Kaum ist das irische Rettungspaket über 85 Mrd. € geschnürt, werden schon die nächsten Kandidaten für eine Finanzspritze gehandelt. Neben den Langzeit-Sorgenkindern Portugal und Spanien rücken nun weitere Länder ins Visier. Italien hat für das kommende Jahr einen Refinanzierungsbedarf in Höhe von 340 Mrd. €. In diesem Jahr fällt das Haushaltsdefizit der Italiener mit rund 5 % noch recht moderat aus. Allerdings dürfte die Zinsbelastung in den kommenden Jahren deutlich steigen. Der Tausch von alten in neue Schulden wird nicht mehr zu den bisherigen Konditionen zu machen sein. Um den Investoren die Bonds angesichts des gestiegenen Risikos schmackhaft zu machen, muss die Verzinsung stimmen. Auch Belgien steht unter Beobachtung. Nimmt man die Gesamtverschuldung als Maßstab, liegt Belgien innerhalb der Euro-Zone hinter Griechenland und Italien auf Rang drei. Das Defizit entspricht inzwischen nahezu der Wirtschaftsleistung eines Jahres. Innerhalb der EZB wird bereits darüber diskutiert, das Rettungspaket für notleidende Euro-Länder von 750 Mio. auf 1,5 Mrd. € aufzustocken.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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