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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 21.10.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 21.10.2009:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Energiepreise legen wieder kräftig zu

Nachdem in der zurückliegenden Krise die Nachfrage nach Öl und Erdgas geradezu in sich zusammengefallen ist, haben die Produzenten weltweit reagiert. Die OPEC hat die Förderquoten massiv herabgesetzt und auch die unabhängigen Produzenten haben dementsprechend reagiert.

Die ersten Erholungstendenzen der globalen Wirtschaft tragen ihr übriges zur neuen Energiehausse bei. Vor allem China zeigt nach wie vor einen enormen Hunger nach Ressourcen. Öl und Gas sind die Treibstoffe für das dortige Wachstum und daher stark nachgefragt. Hinzu kommt neben der physischen Nachfrage auch noch der Nutzwert des Öls als Spekulationsobjekt. Vor allem der fallende Dollar sorgt dafür, daß viele Großinvestoren auf Rohstoffe setzen. Und Öl sowie Gas stehen dabei ganz vorne auf den Einkaufslisten.

Der Winter auf der Nordhalbkugel steht bevor und wird ebenfalls die Nachfrage anheizen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Heizöl ist ein wichtiger Faktor für die gesamte Nachfrage nach Rohöl. Die Wirtschaft in Europa und in den USA beginnt sich auch bereits wieder zu regen. Für Deutschland hat die Regierung vor wenigen Tagen die Wachstumsprognose 2010 auf 1,2 % hochgezogen.

Ein höheres Wachstum bedeutet auch einen zunehmenden Warenverkehr und das sorgt für eine ansteigende Nachfrage nach Dieseltreibstoff. Für das kommende Jahr wird daher von vielen Volkswirten angenommen, daß sich der Ölpreis zumindest in der Region halten kann, in die er gelaufen ist. Sollte sich weltweit eine stärkere Dynamik im Wachstum ergeben, als das bisher offiziell angenommen wird, halten wir sogar ein Durchbrechen der Marke von 80,00 Dollar pro Barrel Rohöl und von 5,00 Dollar pro Kubikfuß für sehr wahrscheinlich. Zumindest kurzfristig ist dann bis zum Jahresende 2010 durchaus ein Anstieg des Ölpreises in den dreistelligen Bereich möglich.

Die Öl- und Gasproduzenten sowie die Explorationsunternehmen werden davon in vollem Umfang profitieren. In der Krise wurde bei diesen Unternehmen massiv auf die Kostenbremse getreten. Die gesteigerte Effizienz wird sich bezahlt machen. Mit jedem Dollar, den die Energiepreise weiter ansteigen, wird mehr verdient. Hinzu kommt, daß die technische Entwicklung auch nicht haltgemacht hat. So ist es beispielsweise heute möglich, ohne ausufernde Kosten Ölvorkommen in Schiefergesteinsschichten zu fördern. Noch vor einigen Jahren war dies undenkbar, da damals die technischen Mittel hierfür nicht zur Verfügung standen. Die Ölbranche ist inzwischen wieder sehr interessant geworden, weshalb wir Ihnen im folgenden einige Favoriten vorstellen.

OCCIDENTIAL PETROLEUM (WKN: 851 921; 83 Dollar) ist ein echtes Trendinvestment in der Ölbranche. Das Unternehmen tritt sowohl als Ölproduzent als auch als Explorationsdienstleister auf. Im Laufe der Jahre hat sich OCCIDENTIAL einen sehr konservativen Ruf erworben. So nutzt OCCIDENTIAL zum Beispiel keine Vorwärtsverkäufe, sondern setzt sich bei seinem Ölabsatz nahezu grundsätzlich dem Spot-Markt-Preis aus.

Das hat unter dem Strich dazu geführt, daß OCCIDENTIAL in den Jahren 2002 bis 2008 ein stetiges Gewinnwachstum erzielen konnte, was der Konkurrenz nicht immer gelang. Des weiteren ist OCCIDENTIAL unter den US-Ölproduzenten mit am niedrigsten verschuldet. Gemessen am Eigenkapital des Unternehmens hat man lediglich einen Verschuldungsgrad von 12,5 %.

Das anvisierte Wachstum für 2010 ist beeindruckend. OCCIDENTIAL wird seinen Gewinn dann um nahezu 60 % steigern können. Der Umsatz wird nach den jüngsten Schätzungen um 25 % in die Höhe klettern. Das geschätzte KGV für 2010 liegt hingegen lediglich bei 15. Für den Kurs ist also fraglos noch Raum nach oben vorhanden. Wir empfehlen OCCIDENTIAL daher zum Kauf. Die Position sollte bei 49,00 € per Stop-Loss-Kurs abgesichert werden.

Bei ANDARKO PETROLEUM (WKN: 871 766; 67 Dollar) sieht es ähnlich aus. Das Unternehmen war ursprünglich ein reinrassiger Ölproduzent. Über Akquisitionen wurde im Laufe der Jahre auch ein Standbein im Explorationssektor errichtet. Dieser Geschäftsbereich macht inzwischen grob die Hälfte des Konzernumsatzes aus.

Das laufende Jahr ist für ANDARKO besonders schwierig verlaufen. Das Unternehmen steuert auf den ersten Verlust seit 2001 zu. Allerdings sind die Perspektiven, die über 2009 hinausgehen, hervorragend. ANDARKO wird sich bereits 2010 erholen und den Rücksprung in die Gewinnzone schaffen.

Für 2011 wird derzeit von einem Gewinnwachstum von mehr als 250 % ausgegangen. Und das bei einem geschätzten 2011er KGV von gerade einmal 21. Wir setzen daher auch spekulativ auf ANDARKO und empfehlen die Absicherung der Position über einen Stop-Loss-Kurs bei 39,00 €.

APACHE (WKN: 857 530; 103 Dollar) gehört ebenfalls zu den wachstumsstärksten Ölproduzenten. Das laufende Geschäftsjahr bringt natürlich auch bei APACHE, wie auch bei nahezu allen anderen Vertretern der Branche, einen Rücksetzer mit sich. Allerdings wird der Gewinn sich in 2010 nach den letzten Schätzungen um nahezu 70 % steigern. Das geschätzte KGV hierfür liegt derzeit lediglich bei 11, womit APACHE zu den derzeit billigsten Ölwerten gehört.

Das Unternehmen hat zudem vor, innerhalb der USA über Akquisitionen noch zusätzlich zu wachsen. Die Produktion in Nordamerika macht rund 40 % des gesamten Ölausstoßes von APACHE aus. Diese Quote soll weiter gesteigert werden, ohne neue Förderlöcher auf vorhandenen Gas- und Ölfeldern bohren zu müssen. Das ist eine Strategie, die das Unternehmen im Grunde seit Jahren erfolgreich vorantreibt. Wir setzen auf APACHE und sichern bei 59,00 € per Stop-Loss-Kurs ab.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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