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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Tagesdienst" am 19.10.2010

Die Elefantenhochzeit ist geplatzt

Die Elefantenhochzeit ist geplatzt

Aus dem von Rio Tinto und BHP Billiton geplanten Joint Venture wird nichts. Dies haben die beiden Unternehmen gestern gegenüber Pressevertretern bekannt gegeben. Mitte des vergangenen Jahres hatten die beiden Rohstoffkonzerne ihre Absicht erklärt, in Westaustralien eine gemeinsame Eisenerz-Produktion zu betreiben und anschließend versucht, die Vorbehalte der Wettbewerbsbehörden zu entkräften.

Das angedachte Joint Venture hätte ein Volumen von 116 Milliarden Dollar gehabt. Gemeinsam hätten die aktuelle Nummer 2 und Nummer 3 der Branche das brasilianische Unternehmen Vale als Weltmarktführer verdrängt. Rio Tinto und BHP Billiton rechneten im Vorfeld mit einem Synergiepotenzial von weit mehr als zehn Milliarden Dollar. Gescheitert ist das Vorhaben letztlich am Widerstand der Wettbewerbsbehörden in Australien, Japan, Deutschland und der Europäischen Union. Die Kartellwächter hatten umfangreiche Verkäufe von Geschäftsfeldern zur Bedingung gemacht, die das erhoffte Einsparpotenzial massiv verringert hätten. Zur Debatte steht nun noch eine Zusammenarbeit, die sich allein auf die Infrastruktur erstreckt. Hier ist der Anreiz für die beiden Konzerne aber deutlich geringer. Wo Verlierer sind, finden sich in Reichweite zumeist auch Gewinner. So auch in diesem Fall: Die Stahlhersteller, die mit steigenden Beschaffungskosten rechnen mussten, dürfen aufatmen. Der Wettbewerb bleibt intakt.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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