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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 13.10.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 13.10.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die Diskussionen um das Thema Rezession konkretisieren sich

Vorbild dafür ist, wie oft, die Konjunkturprognose des IMF, der diese stets für alle Länder zu recherchieren versucht.

 

Der IMF hat soeben alle Prognosen überarbeitet und kommt zu dem Schluss, die Welt steht am Rande einer Rezession. Drei Monate vorher sah alles noch anders aus. Wir alle wissen indes, wie die Prognosen des IMF zu werten sind. Sie untersteht oft politischen Zielen, und daher ist der Meinungsstand beim IMF stets etwas umstritten, weil er am Ende einen Kompromiss darstellt. Insofern ist die IMF-Prognose zwar nur bedingt aussagefähig, allerdings viel beachtet und stets medienwirksam.

Die Aussage: Das Wachstum der Welt bleibt mit + 4 % unverändert. Dasjenige der Industrieländer steigt noch um 0,3 %, wurde aber inzwischen um 0,7 % für das kommende Jahr reduziert. Die einzelnen Reduzierungen für die folgenden Länder ergeben sich aus der letzten Spalte. Besonders interessant:

Das deutsche Wachstum reduziert sich von + 2,7 % auf + 1,3 %. Es wäre damit der schärfste Rückgang unter den großen Industrieländern. Der Grund liegt vor allem im umfangreichen deutschen Export, der unseren Nachbarn oft ein Dorn im Auge ist. Richtig ist aber: Der deutsche Export konnte sich bislang trotz deutlicher Abkühlung der Weltwirtschaft gut behaupten. Das war 2008 anders. Ferner:

Deutschland ist als relativ kleines Land mit 82 Mio. Menschen die Nummer drei oder vier im Welthandel. Die Nummer 1, USA, benötigen dafür 338 Mio. Menschen, Japan 128 Mio. und China 1,26 Mrd. Menschen. Deutschland lebt zu ca. 40 bis 45 % vom Auslandsgeschäft, direkt und indirekt, was zu beachten ist. Jede geringfügige Änderung der Weltkonjunktur schlägt also überproportional auf die deutsche Position zurück. Unterstellt man eine wirkliche Rezession wäre dies fraglos bedenklich, wie 2099 gezeigt hat. Gibt es diese jedoch nicht, ist die Frage obsolet.

Bleibt die Weltrezession also aus, so gibt es auch keinen massiven Einbruch des deutschen Exportgeschäftes in dargestelltem Umfang. Und somit auch keine Halbierung des deutschen Wachstums. Dazu kommt:

Die Direktinvestitionen der Deutschen in der Welt ist ein Weltrekord. Sie stiegen von 1989 bis 2009 von 100 Mrd. € auf knapp 1.000 Mrd. €, also das 10fache. In diesem Umfang positionierte sich die deutsche Industrie in den wichtigsten Absatzmärkten der Welt, so in den USA von 29,8 auf 217 Mrd. €, in der EU von 50,7 auf 561,6 Mrd. €, in Asien von 4,8 auf 69,3 Mrd. €, davon China von 0,09 auf 22 Mrd. €, und in Südamerika von 5,9 auf 25,5 Mrd. € etc. Es sind die höchsten Investitionszahlen im Vergleich bzw. Verhältnis zu anderen Ländern. Nichts dokumentiert die Marktstellung der deutschen Industrie besser.

Die Japan-Zahlen klammern wir aus, weil sie wegen der Naturkatastrophen nicht vergleichbar sind.

Interessant ist ferner: Die größten Nationen wie China und Indien bleiben auf hohem Wachstumsniveau.

Der Euro wird noch vor Jahresende in den alten Korridor zum Dollar zurückkehren. Das wären Kurse ab 1,40 $ je Euro und der Möglichkeit bis 1,45 $. Er findet dann in seinen alten Korridor zurück, siehe Chart. Dies trotz der spektakulär diskutierten europäischen Finanzkrise und ihrer Zuspitzung seit dem 1. August. Die deutsche Bonität und das Ranking steht für etwa 28 % des Euro. In der Meinungsgewichtung vermutlich noch höher. Diese Normalisierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Rückkehr der Märkte zur Einschätzung ihrer realen Möglichkeiten. Von einer extremen Euro-Schwäche bis zu Spekulationen von Währungsreformen und ähnlichem Unsinn ist der Euro weit entfernt. Sein Bild zu allen anderen Währungen der Welt ist das Gleiche. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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