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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 25.03.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 25.03.2010:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die deutsche Börse steht jetzt vor einer ebenso komplexen wie entscheidenden Marktlage

Dies hat es in dieser Art noch nie gegeben. Der Kern der Sache liegt darin: Verweigern sich die Versicherungen und Altersvorsorge- Einrichtungen den Aktien, wird es für die Börse und Deutschland schwer.

Dann fehlt unweigerlich Investmentund mithin Investitionskapital! Stellen sich diese größten Marktteilnehmer ihrer Verantwortung, gibt es neue Rekordkurse. Das hat zunächst nichts mit Bewertung zu tun, sondern mit einer Korrektur einer falschen Asset-Allocation, siehe Tabelle! Zwischen beiden Alternativen stehen geschätzt 220 bis 250 Mrd € Investmentvolumen in Aktien. Es ist der Betrag, der früher einmal in Aktien investiert war und die wichtigste Säule der deutschen Börse darstellte. Bei einer Kapitalisierung der deutschen Börse von rund 756 Mrd € fehlt also rund ein Drittel. Eine solche Relation hat es seit 1949 nie gegeben. An dieser Stelle entscheidet sich, wie es weitergeht. Die deutschen Lebensversicherer sind die klassischen Aktienkäufer. Die Quote der Sach- und Rückversicherer ist geringer und mithin auch ihre Marktbedeutung. Doch das ist die Lage: Die Kapitalanlagen errechnen sich mit 706,3 Mrd € per 30.09.09. Inzwischen mögen es 710 bis 712 Mrd € sein. Die Aktienquote beträgt 3,2 % und ist damit die tiefste aller Zeiten. 22,6 Mrd € ist die Gesamtsumme aller Aktienanlagen. Da die meisten den Stoxx als Berechnungsgrundlage verwenden, dürfte der deutsche Anteil bei etwa 17 Mrd € liegen. Das wären 2,2 % der gesamten Kapitalisierung des deutschen Marktes. Es ist eine atemberaubende Zahl, die niemand bezweifeln kann. Von 1949 bis 2000/2003 betrug die Aktienquote im großen Schnitt 25 %. Die Versicherer waren damit die wichtigste Stütze der gesamten deutschen Börse. Jeder kann sich ausrechnen, was es bedeutet, wenn sich diese Investorengruppe weiterhin verweigert. Dies gilt nicht nur für die Börse an sich, sondern auch für die Finanzierung der gesamten deutschen Wirtschaft. Ergo: Der DAX und der MDAX stehen also vor einer Art „Strukturfrage“. Dazu gehören drei Aspekte: Welcher Chef einer Vermögensanlage kann es sich leisten, nicht zu investieren, wenn der DAX weitere 10 oder 20 % zulegt? Dies wird ab 6.100 im DAX entschieden. 1. Jeder Fondsmanager muss ebenso unmittelbar handeln und wird es auch tun. Denn auch er kann auf die genannte Marge nicht verzichten. 2. Publikumsfonds leben vom Mittelzufluss. Sie sind die einzigen „automatischen“ Investoren, die als Käufer im Markt tätig sind. 3. Die Kapitalfehlleitung im Volumen von 140 Mrd € in sogenannte Aktien-Zertifikate ist vielfach dargestellt worden. Verantwortlich dafür sind die Banken und Sparkassen. Unsere Interpretation der Lage sieht so aus: Gelingt im April dieser Hürdensprung, so reicht das Potenzial bis 6.600 und im max. Fall bis 7.200. Es wäre für viele eine große Überraschung, ist aber technisch nachzuvollziehen. Es geht also um 10 bis max. 20 %. Die besten Titel können 30 % erreichen, die schwachen nur 5 %. Darin zeigt sich die relative Stärke jeder Aktie. Unsere Konsequenz: Die in unserer Tabelle in der AB 06/10 nicht aufgegangenen Kauflimits wandeln sich in Billigst-Orders, wenn das Kaufsignal bei 6.100 gegeben wird. Im Klartext: Sie füllen dann ohne Limit auf. Die ergänzende technische Einschätzung geben wir täglich in der AB-Daily. Zu beachten ist ferner: Jede Branche hat die Gesamterholung sehr unterschiedlich erlebt. Die besten Branchen sind Chemie und Pharma, die schlechtesten sind Telekom, Medien und Handel. Die Restpotenziale für BASF, BAYER, HENKEL und BEIERSDORF bis zu den alten Topkursen von 2007/2008 liegen lediglich bei 20 bis 25 %. Sie sind damit den früheren Spitzenpreisen sehr nahe gekommen. Die beiden Pharma-Aktien, FRESENIUS MEDICAL und FRESENIUS, haben diese Spitzenkurse bereits überschritten oder stehen kurz davor. Alle sind damit nur eine Halteposition mit dem genannten Restpotenzial, aber eigentlich kein neues Investment mehr. Welche Aktien sind ab einem Kaufsignal der beschriebenen Art ein absolutes „Muss“? Wir stellen die Prioritäten wie folgt dar:

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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