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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 25.05.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 25.05.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Börsen laufen derzeit im „Verarbeitungsmodus“

Drei Hindernisse bilden eine Art Schranke, welche den Börsenzug zunächst stoppen lässt. Erstens ist der Höhepunkt der Wachstumsdynamik überschritten. Zweitens sehen sich die Märkte mit der Zinswende der Notenbanken konfrontiert und drittens steht die Eskalation der Griechenlandkrise im Wege. Alle drei Hindernisse sind überwindbar, was aber etwas Zeit benötigt. Konkret:

 

Hindernis 1: Das konjunkturelle

Wachstumstempo wird einen Gang zurückschalten. Das erkennt man an den Frühindikatoren wie dem ifo und am ZEW- Klima, die wohl ihren Höhepunkt erreicht haben. Der Anstieg des deutschen BIP ́s um 5,2 % im ersten Quartal bildet hier sicherlich einen Wendepunkt. 2011 wird die deutsche Wirtschaft dennoch um mehr als 3 % wachsen, um dann 2012 auf knapp unter 2 % zurückzufallen. Solange sich das Wachstum aber nur abschwächt, sollten die Aktienmärkte vor keinen nennenswerten Problemen stehen. Denn:

Die Gewinne der Unternehmen werden weiter steigen. Fakt ist, dass die Gewinne eng mit der Industrieproduktion korrelieren. Sinkt diese nicht, und davon kann man für 2012 fest ausgehen, dann werden auch die Unternehmensgewinne weiter steigen. Allerdings wird die Dynamik aus 2010 und 2011 mit hohen zweistelligen Zugewinnen nicht mehr haltbar sein. Vor dem Hintergrund eines DAX-KGV ́s von 9,5 per 2012 und weiter steigenden Gewinnen, was der wichtigste Faktor für eine positive Tendenz an den Aktienmärkten ist, braucht man keine Angst vor einer Trendwende zu haben.

Hindernis 2: Die Bremspolitik der Notenbanken. Die EZB hat die Zinswende bereits eingeleitet, in den USA wird darüber heftig diskutiert, und auch China zieht die Zügel weiter an. Das Zinsniveau ist immer noch niedrig und eine klassische scharfe Bremspolitik ist weder in den USA noch in Europa zu erwarten, weil es sich die Notenbanken noch nicht leisten können. Aus den leicht inflatorischen Tendenzen in Kombination mit einem immer noch niedrigen Zinsniveau resultiert ein extrem niedriger Realzins. Das treibt Investitionen, Übernahmen und Aktienrückkäufe an. Eine neue Aktienbaisse ist in solch einer Phase praktisch ausgeschlossen.

Hindernis 3: Die griechische Krankheit. Dies ist zugleich das gravierendste Problem. Richtig ist, dass ein Schuldenschnitt, ob weich oder hart, für die deutschen Banken verkraftbar ist. Das eigentliche Problem liegt darin, wenn die Lage in Portugal, Spanien und Italien eskaliert und der Markt hier eine neue Spekulationswelle gegen diese Länder lostreten sollte. Dann droht erneut die Gefahr einer Austrocknung des Geldmarktes. Die Massenproteste in Spanien, wo die Arbeitslosenrate der unter 30jährigen bei 45 % liegt, sind beunruhigend. In parallel fünfzig Städten gehen die Menschen in Spanien auf die Straße, um gegen die aktuelle Politik zu demonstrieren. Das Schlagwort „die spanische Revolution“ ist bereits aus der Taufe gehoben. Das muss genau beobachtet werden.

Fazit: Es bleibt kurzfristig holprig. Die guten fundamentalen Rahmendaten werden durch die Spannungen im Euroraum überlagert. Mittelfristig gibt es aber keinen Grund, an neuen Allzeithochs im DAX zu zweifeln. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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