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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 19.07.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 19.07.2011:

Börsenbrief trading kompakt
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Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2012

Die besten Rohstoffinvestments

Dass Rohstoffe in einem Portfolio für zusätzlichen Schwung sorgen können, ist längst kein Geheimnis mehr. Starke Preisanstiege bei Öl, Gold, Silber und den anderen Rohstoffen sind jedoch nicht der einzige Grund, sich mit dieser Anlageklasse zu beschäftigen. Auch unter dem Aspekt der Risikostreuung sollten die Schätze der Erde in keinem Depot unberücksichtigt bleiben.

 

Es sprechen somit mehrere Gründe dafür, dass Anleger einen Teil ihres zur Verfügung stehenden Kapitals im Rohstoffsektor investieren. Der Aspekt der Risikostreuung rückt angesichts der zunehmenden Volatilität am Aktienund Anleihenmarkt immer stärker in den Vordergrund. Zwar ist auch die Preisentwicklung am Rohstoffmarkt häufig durch eine hohe Volatilität gekennzeichnet. Aufgrund der unterschiedlichen Marktzyklen zwischen Rohstoffen, Aktien und Anleihen besteht jedoch eine geringe, zum Teil sogar negative Korrelation zwischen den einzelnen Anlageklassen. Wertverluste bei Aktien oder Anleihen können also durch eine bessere Performance der Rohstoffe verringert oder gar kompensiert werden und umgekehrt. Dabei gilt: je geringer die Korrelation untereinander, desto besser. So zeigt eine Korrelation von +1 eine vollständig gleiche Entwicklung der miteinander verglichenen Anlageklassen an. Kommt es zu Kursverlusten in einer Anlageklasse, verlieren die anderen folglich auch. Eine Korrelation von 0 bedeutet dagegen, dass sich die Anlageklassen unabhängig voneinander bewegen. Eine entgegengesetzte Entwicklung wird durch eine Korrelation von -1 signalisiert. Auch wenn eine solche Korrelation zur Diversifikation ideal wäre, erreicht man sie in der Praxis jedoch höchst selten. Für eine gute Risikostreuung genügt es allerdings, wenn im Portfolio verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen, Immobilien) vertreten sind, die untereinander eine Korrelation nahe null aufweisen und dem Portfolio dadurch eine bessere Stabilität verleihen. Beachten müssen Anleger jedoch, dass Korrelationen keineswegs in Stein gemeißelt sind, sondern sich verändern können. Insbesondere in Krisenzeiten ist ein Aufbrechen der Intermarketbeziehungen zu beobachten, d.h. die Korrelationen verlieren ihre Gültigkeit. So verloren während der Finanzkrise sowohl Aktien, Anleihen, Immobilen und ein Großteil der Rohstoffe an Wert. In Krisenzeiten sollten Anleger daher besser einen hohen Cashbestand vorhalten. Zum einen lassen sich damit größere Verluste vermeiden, zum anderen steht genug Kapital zur Verfügung, um bei Anzeichen einer Besserung der Lage auf ermäßigtem Niveau in den Markt einzusteigen.

Konjunktur und Assetallocation

Eine Erklärung für die unterschiedliche Entwicklung von Rohstoffen und den anderen Anlageklassen liefert der Konjunkturzyklus. Im Verlauf einer wirtschaftlichen Expansionsphase führt die wachsende Nachfrage nach Rohstoffen zu einem Anstieg der Rohstoffpreise. Der damit einhergehende Anstieg der Inflation führt zu einer Anhebung der Zinssätze, um den Geldwert stabil und die Inflation im Zaum zu halten. Die restriktive Geldpolitik stoppt schließlich die wirtschaftliche Expansionsphase, deren Ende dadurch gekennzeichnet ist, dass die Kurse von Anleihen zu sinken beginnen. Mit zeitlichem Abstand kommt es auch bei Aktien und Rohstoffen zu Topbildungen und anschließenden Kursrückgängen. In einer Rezession sinkt die Nachfrage nach Rohstoffen, was entsprechend zu niedrigeren Rohstoffpreisen führt. Über eine Absenkung des Zinsniveaus versuchen die Notenbanken der Wirtschaft Zugang zu günstigeren Krediten zu verschaffen und die Wirtschaft auf diese Weise wieder anzukurbeln. Aufgrund der nun expansiven Zinspolitik sind es wiederum die Kurse der (bereits im Umlauf befindlichen und mit höherer Verzinsung ausgestatteten) Anleihen, die nun als erste zu steigen beginnen, gefolgt von den Aktienund schließlich den Rohstoffpreisen.

Neben dem Einfluss des Konjunkturzyklus gibt es weitere Einflussfaktoren, denen Rohstoffe unterliegen. So lässt sich seit Jahren ein anhaltender Aufwärtstrend bei den Edelmetallen, insbesondere bei Gold beobachten. Gold und Silber werden von Anlegern gern als Absicherung gegen die Inflation eingesetzt und haben zudem den Charakter eines „sicheren Hafens“ in Krisenzeiten. Daher verwundert es nicht, dass der Goldpreis in den vergangenen Jahren kontinuierlich zulegte, denn eine zwischenzeitlich rückläufige Nachfrage seitens der Industrie wurde durch eine verstärkte Nachfrage seitens der Investoren mehr als kompensiert. Bei Agrarrohstoffen beeinflusst das Wetter – man denke nur an die Überflutungen in Australien oder die Trockenheit in China im ersten Quartal dieses Jahres – sowie die jeweiligen Anbauzyklen die Preisentwicklung sehr stark. Unter saisonalen Gesichtspunkten ist beispielsweise bei den Preisen für Sojabohnen oder Weizen im zweiten bzw. dritten Quartal eines Jahres mit den stärksten Preissteigerungen zu rechnen. An den Aktienmärkten ist die Performance in dieser Zeit dagegen eher mittelmäßig. Somit tragen auch die verschiedenen Anbauund Erntezyklen der jeweiligen Agrarrohstoffe zu einer unterschiedlichen Korrelation mit anderen Anlageklassen bei. Ein sehr informativer Überblick über die saisonalen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoffe findet sich auf www.seasonalcharts.de.

Breitere Diversifikation durch Rohstoffindizes

Statt auf einzelne Rohstoffe zur Diversifizierung und Optimierung der Chance/Risiko-Struktur des Portfolios zu setzen, können Anleger auf Rohstoffindizes zurückgreifen. Diese bestehen aus mehreren Rohstoffgruppen und decken so den Rohstoffsektor relativ breit ab. Neben den Klassikern wie dem CRB-Futures-Index, DJ UBS Commodity-Index, S&P GSCI und RICI kamen in jüngerer Vergangenheit der UBS CMCI sowie der JPMorgan Commodity Curve Indizes (JPMCCI) hinzu.

Der bereits im Jahr 1957 lancierte Commodity Research Bureau (CRB) Futures-Index ist der älteste unter den großen Rohstoffindizes und war über Jahrzehnte hinweg das wichtigste und weltweit beachtete Barometer für die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten. Ursprünglich enthielt der CRB Futures-Index 28 Rohstoffe. Mit der letzten Revision im Juni 2005 wurde das Konzept geändert. Seitdem wird der Index als Reuters / Jefferies CRB Futures-Index fortgeführt und bildet nun 19 Rohstofffutures mit der jeweils nächsten Fälligkeit ab. Um dem Fakt Rechnung zu tragen, dass Erdöl unter allen Rohstoffen für die Weltwirtschaft von besonderer Bedeutung ist, gab man die ursprüngliche gleiche Gewichtung aller Rohstoffe auf. Obwohl die ursprüngliche Anzahl der Indexmitglieder deutlich reduziert wurde, repräsentiert der Index nach wie vor alle wichtigen Rohstoffgruppen, wie Energieträger, Edelund Industriemetalle, Agrarrohstoffe und Vieh.

Der DJ AIG Commodity-Index wurde 1998 von dem Verlagshaus Dow Jones und der AIG Trading Gruppe lanciert und wird seit Mai 2009 als Dow Jones UBS Commodity-Index fortgeführt. Ähnlich wie der Reuters / Jefferies CRB Future-Index bezieht sich der DJ UBS CommodityIndex auf den jeweils nächst gelegenen Futureskontrakt von insgesamt 19 Rohstoffen aus allen Bereichen. Deren Gewichtung im Index richtet sich nach ihrer Bedeutung für die Weltwirtschaft. Je öfter ein Rohstoff über Terminkontrakte gehandelt wird, die untereinander in Relation gesetzt werden, desto stärker steigt sein Gewicht im Index. Das maximale Gewicht eines einzelnen Rohstoffes darf jedoch nicht mehr als 15% oder weniger als 2% betragen. Zudem ist die Gewichtung der Rohstoffgruppen auf maximal 33% des Index beschränkt.deutung des Erdöls für die Weltwirtschaft wider, macht den Index aber besonders konjunkturanfällig.

Der von Jim Rogers ins Leben gerufene Rogers International Commodities-Index (RICI) wurde im Jahr 1998 gestartet und soll die weltweiten Kosten des alltäglichen Lebens und Überlebens reflektieren. Mit einem Korb aus 35 verschiedenen Rohstoffen ist der RICI breit diversifiziert. Um in den RICI aufgenommen zu werden, müssen die Rohstoffe dazu aus Sicht eines Komitees, dem Jim Rogers als Präsident vorsteht, eine wichtige Rolle für den Welthandel spielen. Zwar werden als Messgröße hierzu die internationalen Importund Exportzahlen herangezogen, durch die Entscheidung des Komitees bzw. Jim Rogers ergibt sich jedoch ein gewisses Managementrisiko.

Der JPMCCI ist von allen Indizes am breitesten aufgestellt, denn in ihm finden sich insgesamt 36 Rohstoffe wieder, deren Gewichtung sich nach dem Open Interest richtet. Im Gegensatz zum S&P GSCI oder DJ-UBS Commodity-Index werden dabei nicht die nächstgelegenen Futures gekauft, sondern es wird entlang der gesamten FuturesKurve investiert. Durch die Verteilung auf alle Laufzeiten, in denen es offene Positionen gibt, soll der Einfluss des Rollprozesses auf die Gesamtrendite optimiert werden.

Fazit:

Die Preisentwicklung am Rohstoffmarkt ist durch eine erhöhte Volatilität gekennzeichnet und wird ebenso wie die der Anleihenund Aktienmärkte von der konjunkturellen Entwicklung beeinflusst. Mit einem Investment in einen der großen Rohstoffindizes kann der Diversifikationseffekt für das Gesamtportfolio gleichwohl vergrößert werden, da die Preisentwicklungen der einzelnen Anlageklassen voneinander abweichen. Auf diese Weise können bspw. Verluste am Aktienmarkt durch Gewinne am Rohstoffmarkt abgefedert werden. Da Rohstoffe in der Regel in US-Dollar gehandelt werden, besteht sowohl bei einzelnen Rohstoffen als auch bei den Rohstoffindizes ein Währungsrisiko. Dieses können Anleger durch eine zusätzliche Absicherung am Devisenmarkt minimieren oder einfach auf währungsgesicherte Produkte zurückgreifen. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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