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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 13.02.2014

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 13.02.2014:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die besten Aktien der Medizintechnik

Die Nachfrage nach Medizintechnik wird bis 2020 weltweit deutlich zunehmen. Maßgebliche Determinanten sind das Bevölkerungs- und das Wirtschaftswachstum sowie die demografi sche Entwicklung. Prognosen zufolge wird die Nachfrage nach Medizintechnik bis 2020 in den USA und Westeuropa um jährlich rund 4% zunehmen, in Osteuropa um 8 % und in China und Indien sogar um mehr als 10 %. Die Branche gilt als relativ krisenfest und konjunkturresistent und ist besonders für Langfristanleger interessant. Beginnen wir in Deutschland:

DRÄGERWERK (WKN: 555 060; 71,06 €) - Kursdelle bietet gute Kaufgelegenheit. Das Unternehmen, das in diesem Jahr übrigens 125-jähriges Jubiläum feiert, versteht sich auf Medizintechnik sowie andererseits auf Sicherheitstechnik. Ob im Krankenhaus, bei der Feuerwehr oder in der Industrie: Dräger-Geräte und -Systeme schützen, unterstützen oder retten Leben. Das Unternehmen war 1947 auch das erste aus Deutschland, das die «Eiserne Lunge», ein Gerät zur maschinellen Beatmung, herzustellen begann. Über fünf Jahre hinweg haben die Vorzugsaktien mit Dividenden eine Gesamtrendite von etwas über 300 % gebracht, während der DAX knapp 100 % stieg.

Die langjährige Umsatzentwicklung (1979 bis 2012) ist fast wie am Schnürchen gezogen. Allerdings lag im ersten Dreivierteljahr 2013 aufgrund von Währungsentwicklungen ein wenig Druck auf der Ebit-Marge (reduziert von 8,3 auf 6,7 %). Der starke Fokus auf Forschung und Entwicklung (Umsatzanteil F&E im ersten Dreivierteljahr 2013: 9,1 %) spricht gleichwohl für technologischen
Weitblick und Produktpotenzial. Der starke Einfl uss der Familie Dräger (Anteil der Stimmrechte etwa 71,36 %) deutet eine eher langfristig orientierte Firmenpolitik an. Sie wissen:

Bei gesunden, längerfristig wachsenden Unternehmen bieten Kursrückschläge in der Regel willkommene Einstiegsgelegenheiten. Von 2008 bis 2012 steigerte Drägerwerk das Ergebnis je Aktie um jährlich 32 % auf 7,69 €. Für das laufende Jahr geht der Markt von 7,11 € Überschuss je Aktie aus. Daraus resultiert für die Vorzüge ein KGV von 12 und für die Stämme von 10.

Fazit: Setzen Sie einen Fuß in die Tür. Sollten die Zahlen zum vierten Quartal enttäuschen und die Aktie nochmals unter Druck geraten, wird die Position komplettiert. Beide Gattungen sind attraktiv.

SARTORIUS (WKN: 716 563; 98,50 €) zeigt, wo Drägerwerk noch hinmöchte. Der Labor- und Pharmazulieferer hat in den vergangenen Jahren viel investiert und ab 2012 mit der Ernte begonnen. Auch 2014 wird stark. Ohne Währungseffekte dürfte der Umsatz um etwa 8 bis 10 % zulegen. Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge soll von 19,5 % im Vorjahr auf rund 20 % steigen. Damit wird auch das Gewinnwachstum zweistellig sein. Mit einem KGV von 22 für das laufende Jahr ist die Aktie allerdings nicht mehr preiswert. Fazit: Ziele um 110 € sind zwar realistisch. Für langfristig orientierte Anleger dürfte bei Drägerwerk aber mehr zu holen sein.

CARL ZEISS MEDITEC (WKN: 531 370; 20,98 €) - in der Peergroup deutlich unterbewertet. Carl Zeiss Meditec ist ein Medizintechniker mit dem Fokus, die Lebensqualität für den Patienten zu optimieren. Dazu gehört die Expertise, wenn es z. B. um die Diagnose und die Behandlung von Augenkrankheiten geht inkl. Implantaten und Verbrauchsartikeln. Dazu kommen beispielsweise auch Visualisierungslösungen im Bereich der Mikrochirurgie sowie auch Technologien in der intraoperativen Strahlentherapie. Man segelt also im langfristigen Fahrtwind des demografischen Trends. Schon seit Jahren wächst nicht nur stetig der Umsatz, sondern auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) und sogar auch die Ebit-Marge. Man wuchs also und wurde gleichzeitig immer profitabler. Aus 640,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2008/09 wurden per 2012/13 etwa 906,4 Mio. €. Beim Ebit ging es von seinerzeit 76,1 Mio. € (Ebit-Marge 11,9 %) auf zuletzt 133,9 Mio. € bzw. 14,8 % in der Ebit-Marge. Bis 2015 soll es margentechnisch nochmals etwas aufwärts gehen auf 15 %, und zwar auf einer nachhaltigen Basis.

Schwacher Start. Wie sich allerdings schon im letzten Quartal 2013 andeutete durchläuft man derzeit eine Durststrecke. Auch das erste Quartal 2014 dürfte eher unter den Erwartungen auskommen. Das könnte den Kurs sogar unter die 20 €-Marke drücken. Dann aber dürfte es interessant werden. Das cashbereinigte KGV per 2014 (200 Mio. € Nettoliquidität bzw. 2,30
€ je Aktie) liegt um die 16. Damit notiert man rund 30 % unterhalb der Sektorbewertung für die Branche.

Fazit: Platzieren Sie ein Abstauberlimit zwischen 18 und 19 €. Zielrichtung auf 18 Monate sind dann 26 zu 27 €.

YPSOMED (WKN: A0B 8VP; 77,90 CHF) - Comeback in einem lupenreinen Wachstumsmarkt. Weltweit nimmt die Zahl der Zuckerkranken in rasendem Tempo zu. Weltweit waren im vergangenen Jahr knapp 385 Millionen Menschen betroffen, 2030 werden es laut World Diabetes Foundation schon 552 Millionen sein. Die auf Diabetiker-Produkte spezialisierte Medtech-Gruppe bringt 2014 erstmals eine selbst entwickelte Insulinpumpe auf den Markt. Das innovative und kostengünstige Produkt hat Potenzial. Zudem profitiert Ypsomed von wachsender Nachfrage nach Pens durch Pharmakonzerne. Schweizer Analysten trauen Ypsomed zu, die EBIT-Marge innerhalb der nächsten drei Jahre von 4 auf 15 bis 20 % hochzufahren.
Fazit: Um 70 CHF ist ein Kauf zu rechtfertigen. Ziel Richtung 2016 rund 100 CHF.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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